Baudenkmal

THofanlage in Hammah bekommt ein neues Reetdach

Reetdachdecker Helmut Müller und Sohn Christoph sanieren ein Reetdach in der Straße Zum Rugenbarg in Hammah.

Reetdachdecker Helmut Müller und Sohn Christoph sanieren ein Reetdach in der Straße Zum Rugenbarg in Hammah. Foto: Helfferich

Reinhold Kolck, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ist wieder auf Tour, damit Eigner ihre Baudenkmäler instand halten können. So auch kürzlich in Hammah

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Von Susanne Helfferich
23.06.2026, 09:55 Uhr

Hammah. Silke Kienecker und Dieter Loerwald haben lange gesucht, bis sie vor 17 Jahren in Hammah ihr Reetdachhaus fanden. Sie schauten sich zunächst in Schleswig-Holstein rund 30 Häuser an. Doch die seien alle zu schick gewesen. Dann wurden sie im Landkreis Stade fündig.

Am Ende der Straße Zum Rugenberg in Hammah steht ihre mehr als 170 Jahre alte Wohnanlage. Derzeit ist das Dach des Haupthauses in Folie eingepackt, wenn nicht gerade daran gearbeitet wird. Die Südseite des Reetdachhauses wird neu gedeckt.

Dafür stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Glücksspirale insgesamt 20.000 Euro zur Verfügung. Zum Beginn der Arbeiten in dieser Woche kam Dr. Reinhold Kolck, Ortskurator DSD Stade, um sich einen Eindruck von den anstehenden Maßnahmen zu verschaffen.

Silke Kienecker und Dieter Loerwald (von links) freuen sich über die Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die Ortskurator Reinhold Kolck symbolisch überreicht.

Silke Kienecker und Dieter Loerwald (von links) freuen sich über die Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die Ortskurator Reinhold Kolck symbolisch überreicht. Foto: Helfferich

Wohnhaus und Scheune stehen unter Denkmalschutz

Das kleine Gehöft liegt etwas außerhalb am Ortsrand der Gemeinde Hammah und ist von Bäumen und Feldern umgeben. Die Hofanlage besteht aus Wohnhaus und Scheune, beides reetgedeckt, und weiteren Nebengebäuden, die nicht unter Denkmalschutz stehen.

Das Ensemble vom Garten aus betrachtet.

Das Ensemble vom Garten aus betrachtet. Foto: Helfferich

Das Haupthaus ist ein Fachwerkgebäude mit Backsteinausfachung und einem Walmdach. Genau wie die Scheune steht es mit der Traufe parallel zur Straße. Auch das Fachwerk der Scheune ist mit Backsteinen ausgefacht, die Fassade zur Straßen ist massiv in Backstein gemauert. Das Reetdach hat an einem Ende einen Walm.

Das Haupthaus wird um 1850 datiert. Die einstigen Fachwerkwände wurden wohl in den 1930er Jahren teils durch massive Ziegelsteinmauern ersetzt. Auch die Scheune entstand im 19. Jahrhundert. Angeblattete Kehlbalken deuten darauf hin, dass die Scheune älter als das Wohnhaus ist, womöglich wurde sie aber auch abgebaut und an diesem Standort neu aufgebaut.

580 Baudenkmäler konnten bundesweit gefördert werden

Die Eigentümer Silke Kienecker und Dieter Loerwald sind glücklich über die Förderung; zumal auch der Landkreis die Reetdachsanierung mit 10.000 Euro bezuschusst. „Ohne diese Unterstützung könnten wir uns das gar nicht leisten“, sagt Loerwald.

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Etwa fünf Wochen werden Reetdachdecker Helmut Müller und Sohn Christoph an der 150 Quadratmeter großen Südseite des Wohnhauses arbeiten. Dort wird das Reetdach komplett neu gedeckt. „Das Dach der Durchfahrtsscheune lassen wir nur stopfen“, sagt Silke Kienecker.

Voller Moos war das Reetdach von Silke Kienecker und Dieter Loerwald.

Voller Moos war das Reetdach von Silke Kienecker und Dieter Loerwald. Foto: Silke Kienecker

Sie erinnert sich noch gut: „Als wir uns das Haus anschauten, waren wir schockverliebt.“ Allein die als Wohnraum genutzte Diele ist 80 Quadratmeter groß. Insgesamt misst die Kate 220 Quadratmeter Wohnfläche, dazu kommen 3000 Quadratmeter Grundstück.

Die Hofanlage in Hammah gehört zu den über 580 Denkmälern, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie Glücksspirale seit 1985 allein in Niedersachsen fördern konnte.

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