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Voltigieren

TIm Galopp und doch auf der Stelle: Akrobatik auf dem Roboterpferd

Das Team von Großenwörden I startet im Voltigierwettbewerb auf dem Movie.

Das Team von Großenwörden I startet im Voltigierwettbewerb auf dem Movie. Foto: Fehlbus

Auf und ab geht der mechanische Pferderücken. Beim Aufstieg haben einige Starter Probleme. Fredenbeck hat die Turniersaison im Voltigieren eingeläutet.

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Von Miriam Fehlbus
Mittwoch, 15.04.2026, 13:50 Uhr

Fredenbeck. Der Movie ist „ein galoppierendes, elektrisch betriebenes Holzpferd, das das Erlernen von neuen Übungen im Voltigiersport ermöglicht und dabei die Pferde als unsere wichtigsten Partner entlasten soll“, so steht es in der Beschreibung des besonderen Sportgeräts. Es soll die Auf- und Abbewegung des vierbeinigen Voltigierpartners motorisiert nachahmen. Beim Voltigierturnier des RV Fredenbeck gibt es sogar erstmals eine eigene Movie-Team-Prüfung - mit Power aus der Steckdose.

Manchmal läuft der Movie auch auf einer Kreisbahn

Die Idee des Movie-Chefs Peter Höppner, der 2010 in Nordrhein-Westfalen einen Prototyp entwickelte, ist mittlerweile Standard bei den Kaderathleten des deutschen Pferdesports. Manchmal „läuft“ der Movie beim Galoppieren auch noch zeitgleich auf einer Kreisbahn, um die Pferderolle perfekt zu imitieren. In der Fredenbecker Reithalle steht er fest auf der Stelle, als „Equigant“. Das ist die höchste Variante und ein ziemlich schwerer Aufstieg - ungeplant.

Die Ponyversion aus Holz fällt kurzfristig aus

Die kleinere Ponyversion des Movies sollte eigentlich in der Fredenbecker Prüfung an den Start gehen. Doch schon auf dem Weg aus der benachbarten Voltigierhalle mit dem Gabelstapler steht fest: Das Gerät wird heute keinen Sprung mehr machen. Als überragendes Erfolgsteam mit Weltmeistertitel, als mehrfacher Deutscher Meister und mit aktuell zwei Kaderathleten hat Fredenbeck den Luxus eines Zweitpferderoboters.

Großenwörden zeigte beste A-Kür auf dem Movie

Mit einer Viertelstunde Verspätung beginnt die Movie-Prüfung in der Reithalle. Aus dem Landkreis Stade ist die Mannschaft des RV Großenwörden am Start, das diesen Teamvoltigier-Wettbewerb als bestes A-Team beendet. Es ist eine Kür, bei der bis zu drei Voltigierer gleichzeitig auf dem Movie zur Musik turnen. Insgesamt gehen hier sechs Mannschaften an den Start.

Das Team Großenwörden I zeigt als einzige Mannschaft aus dem Landkreis Stade eine Kür auf dem Movie.

Das Team Großenwörden I zeigt als einzige Mannschaft aus dem Landkreis Stade eine Kür auf dem Movie. Foto: Fehlbus

Die anspruchsvollste Kür auf dem Movie zeigt konkurrenzlos das Team Freie Voltigierer I aus der Nordheide. Mit Überschlägen auf dem Pferd weiß die Gruppe zu beeindrucken.

Neuanfang des Weltmeisters auf einer neuen Stufe

Es ist ein Turnier im Zeichen des seit einigen Jahren beschworenen Neuanfangs in Fredenbeck. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft der Fredenbecker in Budapest 2021 folgte ein tiefgreifender Umbruch im Team: eine radikale Verjüngung.

Doch Fredenbeck startete mit seiner U18-Mannschaft direkt erneut international durch: Weltmeister Juniorteam 2023, Europameister Juniorteam 2024 und als Juniorteam Nationenpreissieger. Mehr ging nicht im Mannschaftswettbewerb.

Malte Möller als geprüfter Wertungsrichter im Einsatz

Kathrin Meyer aus dem WM-Team ist seit dem Umbruch als aktive und international höchst erfolgreiche Einzelvoltigiererin für Fredenbeck am Start, ebenso geht die Karriere von Nationenpreissieger Henry Frischmuth im Einzel weiter. Als Trainer blieben Gesa Bührig, Malte Möller und Mila Koböck dem Verein treu.

Zwei Weltmeister von 2021: Voltigierer Malte Möller als Wertungsrichter und Trainerin Gesa Bührig als Turnierschreiberin.

Zwei Weltmeister von 2021: Voltigierer Malte Möller als Wertungsrichter und Trainerin Gesa Bührig als Turnierschreiberin. Foto: Fehlbus

Malte Möller sitzt als geprüfter Wertungsrichter in der Fredenbecker Halle. Mila Koböck und Kathrin Meyer trainieren gemeinsam das Fredenbecker Team I, das bei den L-Gruppen gewinnt. Magdalena Holysz aus dem Fredenbecker Nationenpreisteam 2018 und Insa Rademaker trainieren Fredenbeck II und III.

Neues Glück als Trainer der Nachwuchsvoltigierer

„Die Nummern hinter den Teams haben im Moment wenig Aussage“, sagt Fredenbecks langjährige Erfolgstrainerin Gesa Bührig. „Wir sortieren uns neu, die ersten drei Teams könnten dieses Jahr auch noch alle als Juniorteam starten“, sagt Mila Koböck.

Das Team Fredenbeck I gewinnt die höchste Klasse beim eigenen Turnier. Hinten, von links: Jula Schober, Eva Esser, Johanna Wigger, Emily Maschalek. Vorne, von links: Mila Koböck, Emma Klindworth, Linda Brinkmann, Juna Krause, Hannah Stüve.

Das Team Fredenbeck I gewinnt die höchste Klasse beim eigenen Turnier. Hinten, von links: Jula Schober, Eva Esser, Johanna Wigger, Emily Maschalek. Vorne, von links: Mila Koböck, Emma Klindworth, Linda Brinkmann, Juna Krause, Hannah Stüve. Foto: Meyer

Es geht ihnen allen auch um die Freude am Zusammenspiel mit den echten Pferden. „Es macht uns glücklich, wenn wir sehen, dass wir den Spaß, den wir selbst an diesem Sport haben und hatten, weitergeben können“, sagt Kathrin Meyer.

Noch eine Longenführerin namens Bührig

Zehneinhalb Stunden trainieren die jungen Voltigierer in der Woche. Die nicht unbegründete Hoffnung ist ein internationaler Start in der Zukunft. Apropos: Das Voltigierteam Fredenbeck IV ging zu Hause mit einer weiteren Longenführerin namens Bührig an den Start: Ellenie Bührig, die Tochter von Gesa Bührig, longierte erfolgreich ihren ersten Teamwettbewerb in eigener Halle. Fredenbeck IV zeigte die beste Pflicht der A-Konkurrenz auf Donino S.

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