TImmer weniger Kinder: Kranenburg diskutiert über sein „Spatzennest“
Der Bewegungsraum im Modulbau könnte weiter genutzt werden. Die Gemeinde hatte den Modulbau vor viereinhalb Jahren in Betrieb genommen. Foto: Klempow
Die Gemeinde Kranenburg ist stolz auf ihren Kindergarten Spatzennest, den sie über Jahre ausgebaut hat. Jetzt könnte sich etwas ändern.
Kranenburg. Das Kranenburger Spatzennest ist gut ausgestattet. Vor fünf Jahren hatte die Gemeinde in Rekordzeit ihre Kapazitäten an Kindergartenplätzen aufgestockt und eine Krippe in Modulbauweise gleich neben dem Kindergarten gebaut.
„Wir haben das aus dem Boden stampfen müssen“, sagt Bürgermeisterin Margitta Bertram. Die Gemeinde hätte dem Betreuungsbedarf sonst nicht gerecht werden können. 65 Betreuungsplätze in drei Gruppen stehen seither zur Verfügung. Aber so viele werden nicht mehr gebraucht.
Zahl der Kinder nimmt stetig ab
Seit etwa zweieinhalb Jahren gibt es einen Abwärtstrend bei der Zahl der Kranenburger Kinder. Das schildert die Verwaltung in ihrem Bericht, der bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 26. Februar, ab 19 Uhr im Brinkhuus Thema ist. Denn aus den Zahlen muss die Gemeinde Konsequenzen ziehen.
Stark steigende Kinderzahlen und immer mehr Bedarf für Krippenplätze hatten die Gemeinde in den Jahren zuvor angetrieben, ihr Spatzennest konsequent an die Ansprüche und den Bedarf der Eltern anzupassen.
Auswirkungen auf den Betreuungsbedarf
Aber: Während in den Geburtenjahrgängen 2019/2020 bis 2021/2022 zwischen zehn und dreizehn Kinder pro Jahrgang geboren wurden, leben gegenwärtig nur noch sechs Kinder unter zwei Jahren in der Gemeinde. Das hat Auswirkungen.
Nicht mehr alle Kindergartenplätze sind belegt. Nach derzeitigem Stand sind 25 Betreuungsplätze in der Einrichtung ab dem Sommer und mit Beginn des Kindergartenjahres 2026/2027 nicht belegt - und es rücken auch kaum neue Kinder nach.

Garderobe einer Kita: In Kranenburg gibt es einen Abwärtstrend beim Betreuungsbedarf. Die Gemeinde berät, wie sie darauf reagiert. Foto: Friso Gentsch/dpa
Die Verwaltung schlägt deshalb vor, eine Gruppe zu streichen und zwei altersübergreifende Gruppen einzurichten. Denn die prognostizierten Geburtenzahlen aus dem letzten und diesem Kindergartenjahr mit insgesamt nur fünf Geburten machen keine Hoffnung, dass sich der Trend ändert.
Zwei altersübergreifende Gruppen
„Es muss sich wenigstens im Ansatz wirtschaftlich darstellen lassen“, sagt Margitta Bertram. Wenn aus einer Krippen- und zwei Kindergartengruppen zwei altersübergreifende werden, könnten diese zusammen im Altbau untergebracht werden.
Kinderbetreuung
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Zwei Gruppen mit insgesamt 50 Kindern würden dann dort betreut werden. Nach Berechnung der Verwaltung wären die Gruppen gut ausgelastet, es gäbe dennoch ausreichend Aufnahmekapazitäten ab dem neuen Kindergartenjahr, das im Sommer beginnt.
Prognose für weitere freie Plätze
Wie viele Kinder in Kranenburg in Zukunft leben werden, ist immer auch eine Prognose. Stagnieren die Geburtenzahlen auf dem derzeit niedrigen Niveau, ist spätestens in eineinhalb Jahren zum Kindergartenjahr 2027/2028 eine weitere große Lücke absehbar. Dann werden 13 Kinder eingeschult, und Kranenburg hat weitere Plätze frei.
Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am Donnerstag abwägen. Abhängig davon, wie der Rat die personelle Ausstattung der Gruppen bewilligt, könnten Personalstunden eingespart werden.
Im Modulbau könnte noch der Bewegungsraum genutzt, ansonsten aber jährliche Bewirtschaftungskosten von 20.000 Euro eingespart werden. Der Modulkindergarten soll jedenfalls nicht einfach wieder abgebaut werden. „Wir wissen ja nie, was kommt“, sagt die Bürgermeisterin.
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