Änderungen

TJagdreform: CDU kritisiert Wolfsmanagement - Grüne begrüßen Tierschutz

Seit der Novelle des niedersächsischen Jagdgesetzes dürfen Jagdhunde nicht mehr bei der Naturbaujagd eingesetzt werden.

Seit der Novelle des niedersächsischen Jagdgesetzes dürfen Jagdhunde nicht mehr bei der Naturbaujagd eingesetzt werden. Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Die Grünen sehen die Änderungen im niedersächsischen Jagdgesetz positiv: Mehr Tierschutz, weniger Bürokratie. Die CDU findet es eher praxisfern und inkonsequent.

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Von Pauline Meyer
13.07.2026, 07:50 Uhr

Landkreis. Die Novelle des niedersächsischen Jagdgesetzes ist kürzlich beschlossen worden. Während die Jägerschaft zwar einige ihrer Forderungen berücksichtigt sieht, kritisiert sie weiterhin einzelne Regelungen. Wie werden die Neuerungen politisch im Landkreis Stade bewertet? Das Stader TAGEBLATT hat bei Grünen und CDU nachgefragt.

Tierschutz bei den Grünen an oberster Stelle

Moderner, weniger bürokratisch und an heutige gesellschaftliche Anforderungen angepasst: So sehen die Grünen das reformierte Jagdrecht. „Besonders wichtig war uns, dass der Tierschutz deutlich gestärkt wird“, erklärt der Grünen-Landtagsabgeordnete Pascal Leddin in einer Mitteilung.

Zu den wichtigsten Änderungen gehört nach seiner Ansicht das Verbot der Fuchs- und Dachsjagd mit Hunden in Naturerdbauten. „Wenn Hund und Wildtier in engen Erdröhren aufeinandertreffen und sich nicht ausweichen können, führt das oft zu erheblichen Verletzungen“, so der Grünen-Politiker.

Positiv bewerten die Grünen auch die Pflicht für Fangmelder bei Lebendfallen, das Abschaffen von Totschlagfallen, die verpflichtenden Maßnahmen zur Rettung von Wildtieren sowie das Verbot, wildernde Hunde erschießen zu dürfen. Auch die bisherigen Möglichkeiten zum Abschuss von Hauskatzen werden deutlich eingeschränkt.

Weniger Bürokratie, mehr Qualität bei der Ausbildung

„Das neue Jagdgesetz sorgt an vielen Stellen für mehr Tierschutz und verhindert unnötiges Tierleid“, betont Leddin. Weiterhin sieht die Grüne die Qualität der jagdlichen Ausbildung durch die Reform gestärkt. Ein Ausbildungskurs ist nun verpflichtend.

Neben dem Tierschutz sehen die Grünen den Abbau von Bürokratie als zentralen Punkt der Novelle. So entfällt künftig die verpflichtende Abschussplanung für Rehwild. „Wir vertrauen auf die Kompetenz der Grundeigentümerinnen und -eigentümer sowie der Jagdausübungsberechtigten. Das spart Verwaltungsaufwand und schafft mehr Handlungsspielraum“, erklärt Pascal Leddin.

„Verpasste Chance“: CDU kritisiert Novelle

„Ich sehe die Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes insgesamt kritisch“, sagt CDU-Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke auf TAGEBLATT-Nachfrage. Zwar gebe es Punkte, die sinnvoll und zeitgemäß seien, doch gleichzeitig kritisiert Reinecke das Vorgehen der Landesregierung als „zu stark ideologisch und zu wenig praxisorientiert.“

Melanie Reinecke, CDU-Landtagsabgeordnete aus Stade.

Melanie Reinecke, CDU-Landtagsabgeordnete aus Stade. Foto: Bilderprofi/Angela Reidies

Entscheidend sei für Reinecke, dass Jagd und Naturschutz gemeinsam gedacht würden. „Wir hätten die Chance gehabt, das Jagdrecht praxisnäher und zukunftsfester aufzustellen“, sagt Melanie Reinecke. „Diese Chance wurde leider nicht konsequent genutzt.“ Die Novelle bliebe aus ihrer Sicht deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Wolfsmanagement: „Die Bürger dürfen nicht alleingelassen werden“

Besonders kritisiert Melanie Reinecke das Wolfsmanagement. „Das Bundesjagdgesetz hätte deutlich mehr Möglichkeiten eröffnet, um den Herausforderungen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“ Die Bürger dürften mit ihrer Sorge um die Annäherung des Wolfes an Wohngebiete von der Politik nicht alleingelassen werden.

Melanie Reinecke setzt sich für wolfsfreie Zonen an den Deichen im Landkreis Stade ein. Sie benennt diese als notwendig - schließlich sei die Deichschäferei für den Küsten- und Hochwasserschutz unverzichtbar. „Dort, wo Schafe eine zentrale Schutzfunktion für unsere Deiche übernehmen, muss der Schutz der Menschen und der Infrastruktur Vorrang haben“, betont die CDU-Landtagsabgeordnete und warnt: „Wenn die Weidetierhaltung durch zunehmende Wolfsrisse wirtschaftlich nicht mehr tragfähig ist, hat das Folgen für den Küstenschutz insgesamt.“

Zudem ist die CDU für einfachere und schnellere Möglichkeiten zur Entnahme von Wölfen. Die Akzeptanz für den Wolf bleibe nur erhalten, wenn die Politik die Sorgen der Menschen ernst nehme und praktikable Lösungen schaffe, so Reinecke.

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