T„Jetzt kommt unsere Zeit“: Eine Kampfansage von D/A-Präsident Gooßen
Ole Wohlers (2. von links) hat in den letzten Tagen Überstunden geschoben und den Spielstil von D/A schnell adaptiert. Foto: Jörg Struwe
Das 7:1 gegen Eimsbüttel ist wie eine Symphonie. Der D/A-Sieg schreibt viele Geschichten. Von Top-Neuzugängen und einem fulminanten Schlussakkord.
Drochtersen. In der 20. Minute steht D/A-Neuzugang Ole Wohlers genau dort, wo eine Offensivkraft zu stehen hat. Ein Querpass rutscht zu ihm durch. Wohlers zieht ab und trifft zum 1:1-Ausgleich gegen den Regionalliga-Aufsteiger Eimsbütteler TV. Wohlers lässt sich nicht groß feiern. Er breitet die Arme aus und bedeutet seinen Mitspielern: Weitermachen.
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So ist er halt. Auch beim Gespräch in der Kabine nach dem Abpfiff spielt Wohlers nicht den Helden. Dabei würde das Bild wahrscheinlich genauso aussehen, wenn ein Maler sein Debüt zeichnen sollte.
Wohlers schießt D/A zurück in die Spur
Dienstagabend unterschrieb der 26-Jährige, der 50 Mal für den Drittligisten Wehen Wiesbaden spielte, erst seinen Vertrag bei der SV Drochtersen/Assel. Nur Minuten später schloss sich das Transferfenster. Drei Tage später steht der gebürtige Hamburger in der Startelf bei D/A und schießt seine neue Mannschaft gegen Eimsbüttel nach einem 0:1-Rückstand wieder zurück in die Spur.
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„Es ist super, wenn man der Mannschaft helfen kann mit einem Tor. Vor allem, wenn man zurückliegt und das Ganze wieder auf unsere Seite ziehen kann“, sagt Wohlers. Ruhig spricht der Neue. Zurückhaltend. Er gibt sich so, wie kurz nach seinem Tor. „Wir haben noch ein Stück Arbeit vor uns.“
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Dabei ist Wohlers am 7:1-Heimsieg gegen den Eimsbütteler TV maßgeblich beteiligt. Nach 22 Sekunden vergibt er die erste gute Möglichkeit. Nach vier Minuten die zweite. Wohlers bringt Tempo mit. In der achten Minute sprintet er mit dem Ball am Fuß über den halben Platz und leitet einen Konter ein. Beim Abschluss trifft Tom Sanne den Pfosten.
Das sind die Stärken der beiden Neuzugänge
Die Geschwindigkeit von Wohlers mit Ball hebt D/A eine Stufe höher. Das Tempo der Offensivkraft ist aus einer anderen Liga. Und Wohlers harmoniert auf der linken Angriffsseite schon gut mit dem zweiten Neuzugang, der am Dienstag auf den letzten Drücker zur Mannschaft stieß.

Neuzugang Niclas Dühring brauchte nur drei Tage, um seine defensiven Aufgaben zu verinnerlichen. Foto: Jörg Struwe
Niclas Dühring, ausgeliehen vom Zweitligisten Karlsruher SC, und Wohlers ergänzen sich, obwohl sie sich gerade drei Tage kennen. Die beide Fußballer haben in den drei Tagen vor dem Spiel Überstunden gefahren bei ihrem neuen Club.
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Wohlers und Dühring lernen die Theorie am Bildschirm und die Praxis dann im Abschlusstraining. D/A-Trainer Oliver Ioannou zeigt ihnen unermüdlich Videosequenzen zum Spielstil der Mannschaft. „Sie haben einen hohen Sachverstand, so dass es ihnen leicht fällt“, sagt Ioannou.
So schwört der Coach die Spieler ein
Der Coach beschreibt und zeigt ihnen ihre Aufgaben. Mit Ball und ohne Ball. Defensiv und offensiv. Ioannou zeigt ihnen die Freiheiten, die sie sich nehmen dürfen. „Ole und Niclas bringen Qualität mit und eine taktische Ausbildung, die sie höherklassig erfahren durften“, sagt Ioannou. Der Trainer habe sich intensiv Zeit genommen. „Ich konnte das schnell adaptieren“, sagt Wohlers. Der Drochterser Spielstil passe zu ihm.
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Das Drochterser Spiel wird klarer. D/A geht mehr Tempo und macht mehr Druck. Die Defensive leistet sich am Freitagabend gegen Eimsbüttel vor knapp 800 Zuschauern nur einen echten Aussetzer: beim Hamburger Führungstor durch Tom Politz in der zehnten Minute. Die Drochterser Offensiven liefern.

Mit seiner Torgefahr und seiner Zweikampfstärke wird Alla Aid Hamid Spieler des Spiels. Foto: Jörg Struwe
Tom Sanne schießt in der 32. Minute das 2:1. Alla Aid Hamid erhöht 50 Sekunden nach der Pause mit einem starken Linksschuss auf 3:1. Sanne holt in der 49. Minute den Foulelfmeter heraus, den Christopher Schepp locker einschiebt. Zwei Mal Terry Becker und final Muhammad Dahaba erzielen die Treffer zum 7:1. Da kommt sogar beim Vereinspräsidenten so etwas wie Euphorie auf.

Muhammad Dahaba (rechts) setzt den Schlussakkord ans Ende eines spektakulären Spiels Foto: Jörg Struwe
Das Gegentor zeigt Rigo Gooßen zwar, dass sich D/A jedes Spiel erkämpfen müsse. Aber bei ihm entsteht ein Eindruck: „Jetzt kommt unsere Zeit“, sagt Gooßen. Eine Kampfansage an den Rest der Liga?
Eine Kampfansage an die Konkurrenz
„Ich möchte mal sehen, wie viele Siege wir bis Weihnachten noch holen und wo wir dann stehen“, sagt Gooßen. So, wie er das sagt, geht er offenbar davon aus, dass es einige werden. Das Spiel gegen Eimsbüttel sei „herausragend“ gewesen. Das Spiel schreibt noch ein paar andere Geschichten.
Der quirlige Alla Aid Hamid zeigt auf der einen Seite Spielwitz, Torgefahr und auf der anderen Seite geht er mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen in jeden Zweikampf. Das wollen sie sehen auf der Haupttribüne. Torhüter Jesper Heim entschärft in den entscheidenden 1:1-Duellen Eimsbütteler Chancen. Stürmer Terry Becker erzielt seine ersten beiden Regionalligatore und feiert ausgelassen. Muhammad Dahabas Treffer zum 7:1 taugt zu mehr als einer Fußnote.
Sein Seitfallzieher in der Nachspielzeit gehört in die Kategorie spektakulär. Ein angemessener Schlussakkord nach dieser 90-minütigen Symphonie.
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