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TJunge Staderin beim Finanzamt - Traumjob trotz schlechten Images?

Anna Rogge arbeitet beim Finanzamt in Stade. Sie hat 2026 den zweitbesten Abschluss an der niedersächsischen Steuerakademie zur Finanzwirtin gemacht.

Anna Rogge arbeitet beim Finanzamt in Stade. Sie hat 2026 den zweitbesten Abschluss an der niedersächsischen Steuerakademie zur Finanzwirtin gemacht. Foto: Haardt

Arbeiten beim Finanzamt - sicherlich kein Traumjob vieler junger Menschen. Trotzdem macht die 21-jährige Anna Rogge den Job gerne - und das mit ausgezeichneten Noten.

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Von Rebecca Haardt
05.10.2026, 11:50 Uhr

Stade. Mit 13,8 von 15 Punkten hat Anna Rogge ihre Ausbildung zur Finanzwirtin abgeschlossen. Das ist in der Steuerakademie ein „sehr gut”. In Niedersachsen hat sie damit den zweitbesten Abschluss gemacht. Zur Ausbildung gehört ein theoretischer Teil an der Steuerakademie in Bad Eilsen. Den praktischen Teil hat Rogge im Finanzamt in Stade gemacht.

Mit ihrem sehr guten Ergebnis habe sie gar nicht gerechnet. Denise Trautmann, die Ausbildungsleiterin beim Stader Finanzamt, ist hingegen nicht überrascht von Rogges Ergebnis: „Ich habe das kommen sehen. Anna ist ehrgeizig, selbstorganisiert und war eine super Anwärterin.”

Ein sicherer Job mit flexiblen Arbeitszeiten

Dabei ist ihre Stärke fürs Steuerrecht nicht der Grund, warum Rogge den Beruf gewählt hat. Stattdessen spielten pragmatischere Gründe bei ihrer Berufswahl eine Rolle. Ihre Karriere beim Finanzamt begann in der 11. Klasse mit einem freiwilligen Praktikum.

„Das Praktikum habe ich gemacht, weil ich wusste, dass ich im öffentlichen Dienst arbeiten wollte.” Warum der öffentliche Dienst? Das sei ein sicherer Job und die Arbeitszeiten seien flexibel, so Rogge.

Finanzwirtin, wie die Berufsbezeichnung offiziell heißt, ist Rogge also nicht geworden, weil sie für Steuern und Zahlen brennt. Trotzdem gefällt ihr das Arbeiten in der Finanzverwaltung: „Der Beruf hat ein schlechtes Image, aber im Grunde ist das ein Bürojob wie jeder andere.” Im Finanzamt Stade herrsche außerdem ein sehr angenehmes Arbeitsklima.

Mathe nicht die wichtigste Fähigkeit

Zwar war Mathe in der Schule das Lieblingsfach der Mulsumerin, aber das sei gar nicht so wichtig in ihrem Job. „Die Steuerakademie war schon sehr mathelastig, aber in der Praxis übernimmt viel davon der Computer”, erklärt Rogge. Wichtiger sei es, gut im Umgang mit Menschen zu sein.

Mit denen hat Rogge oft Kontakt. Sie arbeitet im Arbeitnehmerbereich des Finanzamts. Immer wieder rufen Menschen mit Fragen zu Formularen und zur Steuererklärung an. Am Anfang war sie bei solchen Telefonaten etwas nervös, sagt Rogge. Das habe sich aber mit der Zeit und ein bisschen Übung gelegt. Trautmann erklärt, dass die junge Finanzwirtin noch eine weitere Eigenschaft mitbringt, die für den Beruf wichtig ist.

Ein Händchen fürs Steuerrecht und guter Überblick

„Anna liegt das Steuerrecht.” Dabei ginge es nicht nur darum, die komplexen Gesetzestexte zu verstehen, sondern diese auch auf reale Fälle anwenden zu können. Dafür sei vor allem klares, strukturiertes Arbeiten wichtig - und den Überblick zu behalten.

Ein Bürojob, wie jeder andere: Das Finanzamt habe zu Unrecht ein so schlechtes Image, findet Rogge.

Ein Bürojob, wie jeder andere: Das Finanzamt habe zu Unrecht ein so schlechtes Image, findet Rogge. Foto: Haardt

Geeignete Anwärter zu finden, sei gar nicht so einfach, erklärt Trautmann. Das Bewerbungsverfahren ist in ganz Niedersachsen einheitlich gestaltet und besteht aus einem Online-Test und einem Bewerbungsgespräch. Schulnoten seien dabei nicht ausschlaggebend. Viel mehr würden Allgemeinwissen, Konzentrationsfähigkeit und das Verständnis der Bewerber für wirtschaftliche Zusammenhänge geprüft, sagt Trautmann.

Um Einstellungstests muss sich Anna Rogge keine Sorgen mehr machen. Nach ihrem Abschluss im Juli hat das Finanzamt Stade sie übernommen. Ende August wurde Rogges Leistung vom niedersächsischen Finanzminister Gerald Heere im Rahmen eines Besuchs im Niedersächsischen Landtag gewürdigt.

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