Haustiere

TKater in Deinste getötet: Verfahren gegen Jäger gegen Geldzahlung eingestellt

Seine menschliche Familie musste sich von Kater Teddy verabschieden.

Seine menschliche Familie musste sich von Kater Teddy verabschieden. Foto: Privat

Teddys Schicksal bewegte die TAGEBLATT-Leser. Das Tier war in Deinste gefangen und getötet worden. Jetzt ist das Verfahren gegen den Jäger zu einem Ende gekommen. Tierschützern reicht das nicht.

Von Anke Settekorn 06.07.2026, 14:45 Uhr

Deinste. Kater Teddy war das Haustier einer Familie mit zwei Kindern. Seine Halterin ist überzeugt: Teddy wurde im Dezember 2025 erst in einer Lebendfalle gefangen und dann in der Falle erschossen (das TAGEBLATT berichtete). Sie verdächtigt einen Jäger, ihren Kater getötet zu haben.

500 Euro für einen toten Kater

Die Tierschutzorganisation PETA erstattete am 22. Dezember Strafanzeige gegen den Mann. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Stade das Verfahren mit Zustimmung des Amtsgerichts Stade gegen die Zahlung von 500 Euro an die Halterin von Teddy gemäß §153a StPO eingestellt (Az.: NZS 152 Js 45117/26). Das berichtet PETA.

Die Tierrechtsorganisation kritisiert die Entscheidung und die „niedrige Geldauflage“ und ruft die Landesregierung in Niedersachsen auf, die erst vergangene Woche verabschiedete Jagdgesetznovelle nachzuschärfen. Diese erlaubt Jägern unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin, Katzen zu töten.

Am Dienstag forderten die Tierschützer zudem die Jagdbehörde des Kreises Stade auf, dem Mann den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte zu entziehen.

Katzenbesitzerin kommt Jäger auf die Schliche

Anhand einer Tracking-App konnte die Deinsterin die letzten Stunden des Familienkaters nachverfolgen.

Teddy sei entgegen seiner Gewohnheit am 4. Dezember 2025 nach seinem Freigang nicht zurück nach Hause gekommen. Der Tracker übertrug jedoch seinen Standort.

Hier endete das Tracker-Signal. Das Gerät ist bis heute nicht aufzufinden.

Hier endete das Tracker-Signal. Das Gerät ist bis heute nicht aufzufinden. Foto: Fehlbus

Der Kater sei bis etwa 9 Uhr an einer Stelle geblieben, dann habe sich der Tracker plötzlich sehr schnell fortbewegt - Teddys Halterin vermutete, dass ihr Tier mit einem Auto transportiert wurde, und machte sich an die Verfolgung.

Dann brach das Signal ab. An Teddys letztem Standort habe sie einen Jäger angetroffen. Im Gespräch sei es auch um den Abschied der Kinder von dem toten Tier gegangen.

So wurde der Kater vor der Garage der Familie abgelegt.

So wurde der Kater vor der Garage der Familie abgelegt. Foto: Privat

Wenig später habe dann plötzlich der tote Kater vor der Garage gelegen. Völlig durchnässt. „Als wäre er in der Schwinge gelandet“, vermuten die Besitzer. Die Untersuchung des toten Tieres zeigt eine kleine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge des Katers - laut Tierarzt möglicherweise durch eine Schussverletzung entstanden.

PETA spricht von „Ermordung“ des Katers

Als Teddys Besitzer die letzte Strecke seines GPS-Signals noch mal nachgehen, kommen sie an einer Lebendfalle heraus, knapp 300 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. Für sie ist der Fall klar: Teddy war hier gefangen, deshalb habe sich der Punkt des GPS-Signals nicht mehr bewegt. Seine Wunde vorne zwischen den Vorderbeinen deute auf einen gezielten Schuss hin. „Wer erschießt eine Katze in der Lebendfalle?“, fragte die Besitzerin.

Kater Teddy bei der „Obduktion“: Eine Tierärztin untersuchte das Tier äußerlich.

Kater Teddy bei der „Obduktion“: Eine Tierärztin untersuchte das Tier äußerlich. Foto: Privat

Die Tierschutzorganisation PETA spricht gar von Mord: „500 Euro plus Verfahrenseinstellung dürften kaum einen Jäger davon abhalten, auch in Zukunft geliebte vierbeinige Familienmitglieder zu ermorden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. Er fordert: Niedersachsen müsse „die unsäglichen Katzentötungen“ endlich verbieten – Bundesländer wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hätten es schon vorgemacht. (set/mf)

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