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Kinderbetreuung

TKein Kita-Platz: Junge Horneburger Familie bangt um Existenz

Jana Schmitt und Mike Lorenzen suchen einen Kita-Platz für ihren Sohn. Wegen ihrer Arbeitszeiten ist das schwierig.

Jana Schmitt und Mike Lorenzen suchen einen Kita-Platz für ihren Sohn. Wegen ihrer Arbeitszeiten ist das schwierig. Foto: Haardt

Ab September braucht eine junge Horneburger Familie einen Kita-Platz. Die Plätze in Horneburg kommen nicht infrage. Einen Platz außerhalb will die Samtgemeinde nicht zahlen.

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Von Rebecca Haardt
05.08.2026, 10:00 Uhr

Horneburg. „Wir haben wirklich Existenzängste”, sagt Jana Schmitt. Sie und ihr Partner Mike Lorenzen stehen vor einem großen Problem. Das Paar findet für den elf Monate alten Sohn keinen passenden Kita-Platz. Seit einigen Monaten wohnt die junge Familie in Horneburg. Die Samtgemeinde, die zuständig ist für die Vergabe von Kita-Plätzen, hatte den Eltern zwei Angebote gemacht.

Wechselnde Arbeitszeiten erschweren Kita-Suche

Aber: Die passen von den Öffnungszeiten nicht. „Die Angebote berücksichtigen nicht unsere Fahrtzeiten zur Arbeit”, sagt Schmitt. Beide Elternteile arbeiten in Hamburg, Lorenzen als Lokführer im Schichtdienst und Schmitt als Bauleiterin. Lorenzens Arbeitszeiten seien je nach Schicht immer wechselnd. Ähnliches gilt für Schmitt: „Manchmal muss ich schon um halb acht auf der Baustelle sein, manchmal erst um neun Uhr.”

Wenn sie ihr Kind in Horneburg in einer Kita unterbringen wollen würden, müsste die schon vor sieben Uhr öffnen, damit die Eltern rechtzeitig zur Arbeit kommen, so Schmitt. Keiner der von der Samtgemeinde Horneburg angebotenen Kita-Plätze käme deshalb in Frage.

Streit um Kostenübernahme

Ab September wird es für Jana Schmitt und Mike Lorenzen eng. Noch betreut Lorenzen den gemeinsamen Sohn. Doch im September endet seine Elternzeit und das Paar fürchtet um seine Existenz. „Wir können es uns nicht leisten, dass einer von uns nicht arbeitet”, sagt Schmitt.

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Deshalb haben Schmitt und Lorenzen eine Kita in Neugraben herausgesucht, die näher bei ihrer Arbeit liegt und damit besser zu den Arbeitszeiten des Paares passt. Mit der Kita hatten sie bereits einen Vorvertrag abgeschlossen und sich dann an die Samtgemeinde Horneburg gewandt.

Denn da die Kita außerhalb der Heimatgemeinde liegt, musste die Samtgemeinde abwägen, ob sie die Kosten für die Kitabetreuung in Hamburg übernimmt. Den im Februar gestellten Antrag auf Kostenübernahme hat die Kommune abgelehnt, wie Schmitt erzählt.

Durch die Ablehnung hätten die Eltern nach eigenen Angaben knapp 1500 Euro monatlich für die Betreuung ihres Sohns zahlen müssen.

Übernahme nur in bestimmten Fällen

Auf TAGEBLATT-Anfrage erklärt die Samtgemeinde, dass es in der Samtgemeinde tatsächlich Fälle gäbe, in denen ein Ausgleichsbetrag, also nicht die gesamten Betreuungskosten, übernommen würden, allerdings normalerweise dann, wenn in Horneburg keine Betreuungsplätze angeboten werden könnten. Die Samtgemeinde hätte im vorliegenden Fall der Familie mehrere Plätze vorgeschlagen.

Um doch noch einen passenden Kita-Platz zu bekommen, haben Schmitt und Lorenzen gegen die Ablehnung des Antrags vor dem Stader Verwaltungsgericht geklagt. Allerdings scheiterten sie mit ihrer Klage sowie mit der nachfolgenden Beschwerde.

Vorvertrag wird zum Problem

Das Problem: Schmitt hatte mit der Kita in Neugraben einen Vorvertrag abgeschlossen, bevor sie sich bei der Samtgemeinde wegen der Kostenübernahme gemeldet hatte. Das stimmt, sagt Schmitt. Das habe sie aber vor allem gemacht, damit der Platz nicht anderweitig vergeben werde.

Zu dem Zeitpunkt ging sie davon aus, dass die Samtgemeinde den Platz bezahlen würde. „Jetzt wird uns das so ausgelegt, als wollten wir unbedingt unseren Wunschplatz durchboxen”, sagt sie zum Beschluss des Gerichts. Außerdem bemängelte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht, dass die Eltern nicht glaubhaft machen konnten, dass Lorenzen seinen Sohn nicht zur Kita in Horneburg bringen könne. Schmitt hält dagegen: „Mit dem Schichtdienst lässt sich das nicht verlässlich planen.”

Nur übergangsweise in Horneburg

Was für Schmitt unverständlich ist: Die Gemeinde Neu Wulmstorf habe eine solche Kostenübernahme zugesagt. Dort möchte die Familie demnächst hinziehen. Bis vor etwa sechs Monaten lebte die Familie im Haus der Großeltern in Buxtehude, doch das sei nach einem Schlaganfall der Großmutter nicht mehr möglich gewesen. Daraufhin zogen die drei nach Horneburg, doch das ist nur eine Übergangslösung.

Schmitt und Lorenzen haben vor, in Neu Wulmstorf zu bauen. Die ersten Schritte sind bereits getan. Deshalb hatte Schmitt schon Kontakt zur Gemeinde Neu Wulmstorf aufgenommen, die die Kosten übernehmen würde. „Nur in Horneburg scheint das ein Problem zu sein”, sagt Schmitt.

Wie es für die Familie ab September weitergehen wird, weiß sie noch nicht. Eine verlässliche Möglichkeit, ihren Sohn betreuen zu lassen, haben sie noch nicht gefunden. „Es kann nicht sein, dass man Familien so alleine lässt”, sagt Schmitt.

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