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TKita-Mitarbeiterin in Hemmoor mit dem Tod bedroht – Staatsanwaltschaft Stade ermittelt

Nach dem Schockanruf informierte die Mitarbeiterin umgehend die Kita-Leitung.

Nach dem Schockanruf informierte die Mitarbeiterin umgehend die Kita-Leitung. Foto: Warmuth/dpa

Dieser Schockanruf erschüttert: Eine Kita-Kraft aus der Samtgemeinde Hemmoor wird heftig bedroht - sie soll ein Kind nicht weiter betreuen. Es gibt zwei Verdächtige.

Von Wiebke Kramp 02.09.2026, 04:50 Uhr

Hemmoor. Bei diesem Schockanruf muss die Mitarbeiterin einer Kita in der Samtgemeinde Hemmoor einen furchtbaren Moment erlebt haben. Dass es eine verbale Bedrohung gegeben hat, bestätigten Polizei und Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann gegenüber den „Cuxhavener Nachrichten“ (CN) und der „Niederelbe-Zeitung“ (NEZ). Nach NEZ/CN-Informationen handelte es sich dabei um eine Morddrohung.

Aus sicherer Quelle hat die Redaktion erfahren, dass eine Erzieherin den Drohanruf sinngemäß mit den Worten erhalten habe: Wenn sie weiterhin ein bestimmtes Kind in Obhut habe, „dann bringen wir Sie um“. Sofort informierte die Frau die Kita-Leitung, die umgehend Polizei und Samtgemeinde einschaltete. Nicht bestätigte Ermittlungen sollen ergeben haben, dass hinter diesem unfassbaren Schockanruf zwei Kolleginnen steckten.

Fall an die Stader Staatsanwaltschaft übergeben

„Die Polizei hat den Sachverhalt Bedrohung strafrechtlich am 20. August aufgenommen“, sagt Polizeisprecher Stephan Hertz. Die entsprechende Einordnung obliege jetzt der Stader Staatsanwaltschaft, an die der Fall übergeben werde. Die beiden Beschuldigten seien 31 Jahre alte Frauen, so der Sprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven.

Der als Kita-Träger zuständige Samtgemeindebürgermeister Tiedemann erläuterte: „Die Polizei und ich waren vor Ort und haben Gespräche geführt.“ Zu möglichen beruflichen Konsequenzen und personellen Angelegenheiten selbst könne er jedoch keine Äußerungen abgeben. Nach NEZ/CN-Informationen hat sich die Samtgemeinde allerdings schon auf die aktive Personalsuche nach Kita-Kräften für die betreffende Einrichtung begeben.

Erleichtert über polizeiliche Aufklärung

Tiedemann zeigte sich sehr erleichtert darüber, dass die Polizei aufklären konnte und es keine tatsächliche Bedrohungs- und Gefahrenlage für die Mitarbeiterin und die Einrichtung gegeben habe - nicht zuletzt vor dem schrecklichen Hintergrund der Bluttat in der Stader Jugendhilfeeinrichtung.

Vorfall in Hemmoor weckt Erinnerungen an Bluttat in Stade

Bei den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade waren am 29. Juni 2026 sechs Menschen getötet worden. Der 45-jährige mutmaßliche Täter hatte dort einen Termin, bei dem es um das Umgangsrecht für seine wenige Monate alte Tochter ging. Nach der Tat flüchtete er, wurde noch am selben Tag festgenommen und kam am folgenden Tag wegen des Verdachts des sechsfachen Mordes in Untersuchungshaft.

Ende Juli wurde der Mann tot in seiner Zelle in der JVA Bremervörde gefunden. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums handelt es sich um einen Suizid; Hinweise auf Fremdverschulden gibt es bislang nicht. Das Verfahren gegen den 45-Jährigen wurde nach seinem Tod eingestellt. Die Ermittlungen gegen die Mutter des Kindes und die Frau, die ihn nach der Tat im Fluchtwagen gefahren haben soll, liefen zunächst weiter.

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