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Kommunalwahl 2026

TKneipengespräch mit Kai Seefried: Antworten auf viele brennende Fragen

Landrat Kai Seefried (CDU) beantwortet die Fragen von TAGEBLATT-Chefreporterin Anping Richter.

Landrat Kai Seefried (CDU) beantwortet die Fragen von TAGEBLATT-Chefreporterin Anping Richter. Foto: Wisser

Beim TAGEBLATT-Kneipengespräch anlässlich der Kommunalwahl 2026 gab der Stader Landrat Kai Seefried Einblicke in sein Leben als Tischlermeister – und seine klare Position zur AfD.

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Von Karsten Wisser
25.08.2026, 17:30 Uhr

Buxtehude. „Wann haben Sie das letzte Mal getischlert?“, fragte Moderatorin und TAGEBLATT-Chefreporterin Anping Richter zu Beginn des Kneipengesprächs vor der Kommunalwahl am 13. September Landrat Kai Seefried (CDU). Im Schützenhof in Ahlerstedt stellte sich Seefried den Fragen von Lesern, Publikum und Anping Richter. Die Antwort auf die Frage verriet viel über den Weg, den der 48-Jährige in den vergangenen 25 Jahren zurückgelegt hat - und der sich jetzt um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Landrat Kai Seefried (CDU) beantwortet die Fragen von TAGEBLATT-Chefreporterin Anping Richter.

Landrat Kai Seefried (CDU) beantwortet die Fragen von TAGEBLATT-Chefreporterin Anping Richter. Foto: Wisser

„Tatsächlich bin ich zuletzt vor acht Tagen in der Tischlerei gewesen“, sagte der Tischlermeister, ehemalige Landtagsabgeordnete und frühere Generalsekretär der niedersächsischen CDU. Er hat noch immer einen Schlüssel für den Betrieb in Stade-Bützfleth und nutzt die Tischlerei weiterhin, in der er als Realschüler seine Ausbildung machte und später auch als Handwerksmeister arbeitete.

Seefried hatte für die Kreis-CDU vor einigen Jahren einen Tisch gebaut, der beim Besuch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Stade zum Einsatz kommen soll. Der Tisch ging bei der Einlagerung kaputt. Der Landrat reparierte ihn eigenhändig.

Seefried versteht seinen Job als Landrat auch jenseits seiner gesetzlichen Zuständigkeiten. Er greift Themen wie die Sicherheitslage in Stade, die Ärzteversorgung, die Zukunft der Industrie in Stade und die schlechte Lehrerversorgung im Landkreis Stade auf, auch wenn sie nicht in seine Zuständigkeit fallen.

Merkel oder Merz? Die brisante Antwort

Fast zwei Stunden lang beantwortete Seefried im Schützenhof in Ahlerstedt eine Vielzahl von Fragen. Er stellte sich auch dem Fragensprint von Anping Richter. Auf die Frage „Merz oder Merkel“ antwortete Seefried: Merkel. Bei „Tresen oder Tanzen“ bekannte sich der Landrat zum Tanzen, bei „Hamburg oder Hannover“ zu Hamburg. Auch beim Thema Fußball musste Seefried Farbe bekennen.

Bei der Frage „Werder oder HSV“ entschied er sich für den HSV. Nur bei der Frage „Tagesschau oder TAGEBLATT“ hielt er sich nicht an die Regel, sich für eine Antwort zu entscheiden. „Ohne beides geht der Tag nicht“, sagte er.

Vor dem Kneipengespräch konnten Leser unter kommunalwahl@tageblatt.de eigene Fragen stellen, zum Beispiel wollten sie wissen, wie der Landkreis mit der sommerlichen Hitze, dem Klimawandel und den Folgen für die Region umgeht. „Wir haben durch unsere Lage an der Elbe Glück, bei uns funktioniert im Gegensatz zu anderen Gebieten in Deutschland das meiste auch bei extremer Hitze.“

Hitze: Die WM gefährdet die Trinkwasserversorgung

Der Krisenstab habe für den Katastrophenschutz an den heißesten Tagen während der Fußball-Weltmeisterschaft am 26. und 27. Juni aber bereitgestanden. Die Menschen hätten die WM im Fernsehen geschaut und seien erst sehr spät ins Bett gegangen. Sie hätten weiter Wasser verbraucht, und das Wasserwerk habe bei der wahnsinnigen Hitze keine Chance gehabt, seine Speicher zu füllen.

„Wir haben genug Grundwasser, aber wir brauchen mehr Pumpleistung“, sagte Seefried. Nach dem Ende der Veranstaltung stand er den Gästen des Kneipengesprächs noch eine halbe Stunde für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Kai Seefried ist seit November 2021 Landrat des Landkreises Stade. Zuvor war er von Februar 2008 bis November 2021 Abgeordneter des Landtages.

Kai Seefried ist seit November 2021 Landrat des Landkreises Stade. Zuvor war er von Februar 2008 bis November 2021 Abgeordneter des Landtages. Foto: Wisser

Das Publikum löcherte Seefried indes mit Fragen zur Terminvergabe in der Kfz-Zulassungsstelle und zur Geschwindigkeit bei der Erteilung von Baugenehmigungen. Einige schilderten aus eigener Erfahrung, dass die Probleme dort noch lange nicht behoben seien. Seefried hält dagegen: „Die Bearbeitungszeit hat sich auf jeden Fall verkürzt.“

Deshalb war der Gegenkandidat nicht in Ahlerstedt

Was alle beschäftigte: Das Thema Demokratie und die befürchteten Erfolge der AfD bei den Kommunalwahlen. Die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei spielt in den Räten im Landkreis Stade bisher kaum eine Rolle.

Der Schützenhof in Ahlerstedt war Austragungsort des Kneipengesprächs.

Der Schützenhof in Ahlerstedt war Austragungsort des Kneipengesprächs. Foto: Wisser

Moderatorin Anping Richter nutzte den Themenblock, um die Abwesenheit von Seefrieds AfD-Gegenkandidaten Werner Jacobs zu erklären. Das TAGEBLATT hatte ihn zu einem Duell mit dem Amtsinhaber eingeladen. Der AfD-Mann wollte nicht kommen.

AfD: Das sagt Kai Seefried zur Brandmauer

„Wie stehen Sie zur Brandmauer?“, wollten Leser von Seefried wissen. „Ich kann nur an alle Parteiverantwortlichen appellieren, dass die Brandmauer stehen muss und dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben darf“, sagte der Landrat. Er habe großes Verständnis für kritische Positionen und Proteste.

„Wofür ich kein Verständnis habe, ist, wie man seine kritische Position in einer Demokratie äußern kann und sich dann einer Partei anschließen kann, die durch Gerichte als verfassungsfeindlich eingestuft worden ist und sich gegen die freiheitliche Grundordnung wendet“, sagte Seefried.

„Ich selber erlebe, dass die Themen Migration und die Sorge um den Wohlstand am meisten diskutiert werden“, sagte er. Er mache seit 25 Jahren Kommunalpolitik und habe das in dieser Schärfe noch nicht erlebt.

Die Sorgen der Menschen ernst nehmen

Seefried mahnte aber auch, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. „Man muss über seine Sorgen und seine Ängste reden dürfen, ohne dass man in irgendeine Ecke gestellt wird“, antwortete er auf die Frage, ob man heute noch offen reden dürfe. „Wir müssen über die Sorgen der Menschen sprechen, ansonsten haben wir gar keine Chance, das Vertrauen von ihnen zu bekommen.“

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