Zähl Pixel
Norddeutschland

TKommunalwahl: Unternehmer fordert klare Haltung zur AfD

Mirko Oeltermann, Geschäftsführer der Bäko Bremerhaven, ruft die regionale Wirtschaft zu einer klaren Anti-AfD-Haltung auf.

Mirko Oeltermann, Geschäftsführer der Bäko Bremerhaven, ruft die regionale Wirtschaft zu einer klaren Anti-AfD-Haltung auf. Foto: Klaus

Mirko Oeltermann, Vorsitzender des Vereins Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft Bremen, will zur Alternative für Deutschland nicht schweigen. Er hält ihre Positionen für bedenklich.

Von Thomas Klaus 05.06.2026, 07:28 Uhr

Bremen. Mirko Oeltermann sorgt sich. Angesichts der Berichterstattung über Aktivitäten und Pläne der Alternative für Deutschland ruft er die regionale Wirtschaft zu einer klaren Anti-AfD-Haltung auf. Der Geschäftsführer der Bäko Bremerhaven ist nicht nur hauptberuflicher Chef der Genossenschaft der Bäcker und Konditoren, sondern auch Vorstandsvorsitzender des Vereins Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft Bremen (NaGeB) und stellvertretender Vorsitzender des Unternehmensverbandes Cuxhaven Elbe-Weser-Dreieck (UVC). Damit spricht er für eine breite Schnittmenge der regionalen Wirtschaft.

„Erhebliche Risiken für den Wirtschaftsstandort“

Im Gespräch mit unserer Redaktion bezeichnet Oeltermann zahlreiche Forderungen der rechtspopulistischen Partei „aus wirtschaftlicher Sicht als problematisch“. So sei Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft „in hohem Maße in den europäischen Wirtschaftsraum eingebunden“.

Forderungen nach einer stärkeren Abgrenzung gegenüber der Europäischen Union sowie die ablehnende Haltung der AfD gegenüber dem Euro bergen nach Auffassung von Mirko Oeltermann „erhebliche Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland“.

Auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen

Darüber hinaus verweist der Wirtschaftsvertreter darauf, dass die Bundesrepublik heute in vielen Branchen auf Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sei. „Eine politische und gesellschaftliche Stimmung, die Menschen mit internationaler Herkunft pauschal ausgrenzt oder ihre Zugehörigkeit infrage stellt, wirkt abschreckend und kann langfristig wirtschaftlichen Schaden verursachen“, warnt Oeltermann. „Offenheit und internationale Fachkräftegewinnung sind zentrale Voraussetzungen für Wachstum, Innovation und die Sicherung unseres Wohlstands.“

Gefahr für Zusammenhalt der Zivilgesellschaft

Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen richtet Oeltermann seinen Blick auch auf die gesellschaftliche Entwicklung, die von der Alternative für Deutschland negativ beeinflusst werde. Die AfD pflege eine „polemische, pauschalisierende oder ausgrenzende Rhetorik“. Das verschärfe gesellschaftliche Spannungen und spiele Menschen gegeneinander aus, meint Oeltermann.

Er sieht darin eine Gefahr nicht nur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern auch für das Klima, in dem Unternehmen agieren und planen müssen. Oeltermann fügt hinzu: „Besonders bedenklich empfinde ich öffentliche Aussagen einzelner Vertreter der Partei, die in Ton und Inhalt weit über die offiziellen Formulierungen des Parteiprogramms hinausgehen. Wiederholt entstehen dadurch Zweifel daran, ob demokratische, pluralistische und rechtsstaatliche Grundwerte ausreichend respektiert werden.“

Kritik an fehlender Abgrenzung und Konsequenz

Hinzu kommt nach Meinung Oeltermanns, dass nach der öffentlichen Einstufung der Partei beziehungsweise einzelner Landesverbände als „gesichert rechtsextrem“ aus Teilen der Parteiführung „keine klare und glaubwürdige sichtbare Abgrenzung oder Konsequenz zu erkennen“ gewesen sei. Doch „gerade in einer solchen Situation“ wäre eine eindeutige Haltung gegenüber extremistischen Tendenzen notwendig gewesen, findet der Wirtschaftsvertreter. (tho/mcw)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

T Lloyd Werft: Behörden-Posse um Windkraftanlagen

Windkraftanlagen auf dem Betriebsgelände: So wollte die Lloyd Werft sich selbst mit umweltfreundlicher Energie versorgen. Aber die Gewerbeaufsicht lehnte den Antrag ab. Im Wirtschaftsressort und bei den Grünen stößt die Begründung auf Kopfschütteln.