TKonfettiregen in der Oldendorfer Kirche: Ein Knaller zum Faschingsauftakt
Wenn der Faschingsclub mit Guggemusik, Lebensfreude und Gottvertrauen in der Oldendorfer Kirche Gottesdienst feiert, hinterlässt das temporär bunte Spuren. Foto: Helmke
Es beginnt mit einem Paukenschlag und endet mit einem echten Knaller. Geschunkelt wird im Faschingsgottesdienst auch. Warum Konfetti, Kirche und ein Club gut zusammenpassen.
Oldendorf. Oldendorfs Küsterin Karina Meier hat augenscheinlich Freude am Faschingsgottesdienst: Blumenketten schmücken die Kirchenbänke am Sonntagmorgen. Auf den Holzdielen der Oldendorfer Kirche funkelt Glitzer-Konfetti. Aber es blinkt auch bunt in den Lichterketten über den Köpfen. Luftschlangen ringeln sich von oben herab.
Küsterin Karina Meier trug wie das gesamte Kirchenteam Mäuseohren - schließlich hatte die Kirchengemeinde mit dem Stimmungslied „Karnevalsmaus“ für den Gottesdienst geworben. Foto: Klempow
Aber es liegt noch mehr in der Luft - da kommt was zu auf die Gemeinde. Die Kirche ist fast voll besetzt. Erwartungsvoll schauen Pastorin Stephanie Müller und Diakonin Sonja Nass zur Tür. Die Glocken rufen zum Gottesdienst und verklingen. Dann kommt der Paukenschlag.
Handgemachtes Remmidemmi
Das erste Schlagzeug des Krachmoker Blasikums Olendörp rollt den Gang herunter, gefolgt von Pauken, Posaunen und allen Instrumenten, die gut für handgemachtes Remmidemmi sind. Es soll richtig scheppern bei der Guggemusik. Die Musiker und der Faschingsclub gucken nicht minder erwartungsvoll.

Hauptsache, es scheppert und macht Laune: das Krachmoker Blasikum Olendörp. Foto: Klempow
Die bunt geschmückte Kirche, die erwartungsfrohen Gesichter und „Kreuzberger Nächte sind lang“ als ein Opener des Krachmoker Blasikums für einen Gottesdienst: Zusammen ist das der Auftakt zu den frohen Tagen in Oldendorf. Der Faschingsclub feiert - Oldendorf olé!
Kirche im Frohsinn
Dem Team der Kirchengemeinde mit Pastorin Stephanie Müller und Diakonin Sonja Nass gelingt es, mit der kirchlichen Botschaft mittendrin zu sein im Frohsinn. Frei nach dem diesjährigen Motto des Faschingsclubs gehen auch sie auf große Weltreise. Auch musikalisch: Mit Liedern wie „La Paloma Blanca“ oder „Que Sera“, Orgel und Guggemusik wechseln sich ab.

Diakonin Sonja Nass und Pastorin Stephanie Müller halten eine „Büttenpredigt“. Foto: Klempow
Zusammen halten sie ihre „Büttenpredigt“, Akkordeon und Gemeindegesang „Humba Täterä“ inklusive. Mit Herzenswärme und Humor geht es um Gottvertrauen und eigene Ängste. Und was möglich ist, wenn die Angst mit Gottvertrauen überwunden wird. „Weltreise heißt, das ist im Fasching klar, man ist heut nicht, was man gestern war.“ Faschingszeit, das sei Weltreise pur. „Wir lassen los, was uns zu eng, was kneift, was drückt, was uns bedrängt.“
Schunkeln auf den Kirchenbänken
Und der Fasching in Oldendorf? „Wir sagen: Weltreise pur, erst zu Heins und dann ins Leben.“ Selbstverständlich wird geschunkelt auf den Kirchenbänken - und auch die Pastorin ruft freudig dreifach „Oldendorf“ - und die Gemeinde antwortet mit Verve „Olé!“.
An diesem Morgen treffen im Gotteshaus ganz besonders Lebensfreude und Gemeinschaft aufeinander. Schon das Video für Instagram habe so viel Spaß gemacht, sagt Jessika Patjens vom Kirchenvorstand, die den bunten Gottesdienst genießt. Wer konnte, war dabei, setzte sich Mäuseohren auf und tanzte vor der Handykamera von Natascha Meier zu „Karnevalsmaus“, um den Gottesdienst bekannt zu machen. Deshalb tragen Diakonin, Pastorin oder Küsterin nun auch am Sonntagmorgen Haarreifen mit runden Mäuseohren.
Bloß kein Karneval in Oldendorf
Gesungen wird der Begriff Karneval gerade noch so überhört in Oldendorf. Ansonsten will der Club das Wort unbedingt vermeiden. „Karneval ist anders“, sagt Anja Helmke aus Erfahrung. „Karneval ist Garde und alles ist etwas steifer“, sagt sie.
Klar, feste Programmabläufe gibt es auch beim Fasching. Aber der sei deutlich lockerer, sagt die Oldendorferin. Sechs Termine mit zwei Faschingsfeten und Sitzungen stehen in Oldendorf an. Dazu noch Kinderfasching.

Guggemusik in der Kirche: schön, schräg und mit Tempo. Foto: Klempow
Auch Mareike Klepatz ist im Kirchenvorstand - und überzeugte Oldendorfer Faschingstänzerin. Sie ist seit mehr als 20 Jahren im Faschingsclub und hat mit KI ein Lied generiert, das in Party-Schlagerzeilen ausdrückt, was der Fasching für sie ist: „Feiern, lachen, hier im Herzen vom Dorf, Fasching bringt Farben, der Alltag geht fort.“
Ein Knall zum Schluss
Mit viel Tempo, Schlagzeug-Soli, dass die Becken wackeln, gehen die Guggemusiker mit „By the Rivers of Babylon“ ins Gottesdienst-Finale. Ein Knall zum Schluss - Konfetti-Regen in der Kirche.
Der Faschingsclub Oldendorf hat im Anschluss die erste Generalprobe. Für ihn beginnen jetzt die Konfetti-Wochen.

Konfetti-Regen von der Empore in der Oldendorfer Kirche. Foto: Helmke

Faschingsgottesdienst in der Oldendorfer Kirche.
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