TKrimi vor dem Abpfiff: Fredenbeck kassiert Heimpleite gegen Varel
Lauro Strothmann agiert im Rückraum der Fredenbecker. Er muss viel einstecken und erzielt gegen Varel drei Tore. Foto: Joerg Struwe
Der VfL Fredenbeck verliert in eigener Halle gegen die HSG Varel mit 25:26 (15:13). In der Schlussphase verläuft dieses Handballspiel fast schon dramatisch.
Fredenbeck. Die Spannung war schon vor Spielbeginn in der Fredenbecker Geestlandhalle greifbar. Der VfL trifft auf einen Mitaufsteiger. Er will in diesem Mittelfeldduell die letzten Punkte sammeln für den Klassenerhalt. Die fachkundigen Fredenbecker Fans fragen sich, wie Coach Matthias Steinkamp den Ausfall des einzigen Linkshänders im Rückraum, Pelle Fick, kompensiert. Steinkamp beorderte Jelmer de Vries in den rechten Rückraum. Die Taktik funktionierte.
Der VfL muss auf Kapitän und Linkshänder Pelle Fick (Bänderriss) verzichten. Foto: Joerg Struwe
Der VfL machte von Beginn an mit Tempospiel im Angriff Druck, ließ die Vareler Abwehr ein ums andere Mal schlecht aussehen. Fredenbeck gab auf dem Feld zunächst den Ton an. Der zahlreich mitgereiste Vareler Anhang bestimmte die Geräuschkulisse auf der Tribüne der Geestlandhalle.
Die Fehlerquote beim VfL Fredenbeck steigt
Beim VfL stand die Abwehr, Varels Angriff blieb zunächst weitgehend wirkungslos. Beim 4:1 durch Nils Schröder (5. Min.) stand die Erfolgsampel für die Hausherren auf grün. Doch begünstigt durch eine Reihe von Fehlern im Angriff und Fehlwürfen aus bester Lage kam in den folgenden Minuten das Fredenbecker Spiel ins Stocken und die HSG Varel zurück. Schon in der 9. Minute gelang der Ausgleich zum 5:5.
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Von nun an lieferten sich beide Mannschaften ein enges Spiel. Zwar lagen die Fredenbecker fast durchgehend in Führung, konnten sich aber nicht mehr entscheidend absetzen. Dazu war Fredenbecks Fehlerquote im Angriff zu hoch. Coach Steinkamp brachte früh den siebten Feldspieler (22. Min.). „Ich musste die Vareler Abwehr vor neue Aufgaben stellen“, sagt der Trainer.
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Eine durchschlagende Wirkung auf das Fredenbecker Angriffsspiel blieb jedoch aus. Die HSG spielte ihre Angriffe geduldig aus und suchte immer wieder erfolgreich über die Außen den Abschluss. Mit 15:13 für den VfL ging es in die Halbzeitpause.
Varel kann nach Pause immer wieder ausgleichen
Fredenbeck startete druckvoll und konzentriert in die zweite Halbzeit. Jan Möller, bis dahin sicherer Siebenmeterschütze, stellte in der 35. Minute auf 18:15. Der VfL schien auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch wieder gelang den Gästen der Ausgleich (18:18, 40.).
Noch einmal konnten sich die Fredenbecker absetzen (22:19, 47.). Doch wie schon zuvor wurden die Vareler durch Fehlwürfe und ausgelassene Hochkaräter der Gastgeber zurück ins Spiel gebracht. Dennoch, als Justin Rundt in der 48. Minute Routinier Voronstov von der HSG Varel einen Siebenmeter abkaufte, schien sich die Waage endgültig zugunsten des VfL zu neigen. Dann brach die dramatische Schlussphase an.
Zwei Treffer der Vareler und ein vergebener Siebenmeter von Jan Möller, der erste nach fünf souveränen Treffern, leiteten die Entscheidung im Spiel ein. Beim 23:24 in der 56. Minute ging die HSG Varel erstmals in Führung. Doch ein erfolgreicher Siebenmeter von Daniel Polak und ein direkt verwandeltes Freiwurftor von Chris-Ole Brandt brachten weniger als zwei Minuten vor Abpfiff noch einmal die Fredenbecker Führung zurück (25:24, 58:12).
So liefen die letzten Sekunde des Spiels
Die folgenden Sekunden waren an Dramatik kaum zu überbieten. Wieder glichen die Vareler aus. Noch 68 Sekunden standen auf der Uhr. Im folgenden Angriff setzte sich Lauro Strothmann früh am Kreis durch - Varels Keeper parierte den Wurf. Verbleibende Spielzeit: 34 Sekunden.
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Nun zeigte sich die ganze Routine der Gäste. Geduldig spielten sie den Rechtsaußen frei, der aus spitzem Winkel drei Sekunden vor Abpfiff Fredenbecks Keeper in der kurzen Ecke zum Endstand von 25:26 überlistete.

Drei Sekunden vor Schluss erzielt Varel den Siegtreffer. Die Fredenbecker sind fassungslos. Foto: Joerg Struwe
Trainer Matthias Steinkamp: „Die Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde gekämpft, aber mit schlechter Chancenverwertung und mangelnder Cleverness schlagen wir uns am Ende selbst. Der Ausfall von Pelle Fick war vor allem im Tempospiel nicht zu kompensieren.“
VfL hat jetzt Bissendorf-Holte vor der Brust
Der VfL Fredenbeck hat das Spiel, in dem er über weite Strecken in Führung lag, in den Schlussminuten aus der Hand gegeben und mit einer bitteren Niederlage einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt ausgelassen. Schon am nächsten Wochenende bei Auswärtsspiel gegen den TV Bissendorf-Holte soll diese Scharte ausgewetzt werden.
Tore: Brandt 1, Brassait 2, Sumfleth 1, de Vries 1, Strothmann 3, Wafdi 3, Möller 7/5, Polak 1/1, Schröder 4, Reiners 2.
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