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Meinung

TKritik an Minister Meyer: Kein Blick für die Menschen hinterm Deich

Umweltminister Christian Meyer (Grüne, links) ist und bleibt ein Dampfplauderer, findet TAGEBLATT-Redakteur Björn Vasel.

Umweltminister Christian Meyer (Grüne, links) ist und bleibt ein Dampfplauderer, findet TAGEBLATT-Redakteur Björn Vasel. Foto: Vasel

Umweltminister Christian Meyer verspricht seit Jahren mehr Tempo beim Deichbau. Doch der Grüne hat ein ideologisch bedingtes Problem mit der Umsetzung.

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Von Björn Vasel
Freitag, 24.04.2026, 10:49 Uhr

Jork. „Wir müssen beim Deichbau schneller und pragmatischer werden. Wir haben eine Klimakrise“, mit diesen Worten zieht Umweltminister Christian Meyer seit Jahren wie ein Wanderprediger durchs Land. Auch bei der Küstenschutzkonferenz in Stade wiederholte der Grüne diesen Satz.

Doch an der Elbe tut sich gar nichts. Stattdessen verkünden die Oberdeichrichter jedes Jahr, dass sich der Beginn der Deicherhöhung oder des Planfeststellungsverfahrens erneut um ein Jahr verzögert. Und der Minister? Er ist und bleibt ein Dampfplauderer.

Positiver ausgedrückt: Der Umweltminister leidet nicht unter einem Erkenntnis-, sondern unter einem Umsetzungsproblem.

Wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“

Wasserverbandstag und Deichverbände werben seit Jahren dafür, dass der Deichbau privilegiert und priorisiert wird. Ein grüner Deich wird auch nach Erhöhung wieder grün. Temporäre Kleibodenlagerstätten für das Deichbaumaterial sind keine Deponien. Kurzum: Weg mit unsinniger Ausgleichs- und Genehmigungsbürokratie.

Dafür hätte Meyer längst Zeit gehabt. Doch ganz offensichtlich hat der Minister überhaupt keinen Blick für die Menschen hinterm Deich. Ob beim Wolf oder beim Streit um artenreiches, möglicherweise für den starken Wellenschlag bei Sturmfluten nicht geeignetes Gras für den Deich - er schielt auf die städtischen Milieus und NABU in Hannover, Göttingen und anderswo. Dort steht Natur- über Menschenschutz.

Mit seiner Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Art könnte er, wie im gleichnamigen Film, in die Fußstapfen von Schauspieler Bill Murray treten. Vielleicht löst er sich wie Murray doch aus der Zeitschleife. Dann könnte er als Deichbau-Meyer doch noch in die Geschichte eingehen.

Viel gesagt,

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