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Gastronomie

TKutenholz: XXL-Wirt macht weiter am Ort mit viel Geschichte und Wandel

Die Unterschrift ist gesetzt: Die Pächter der Kutenholzer Festhalle, Dieter und Carolin Murck, machten mit Sandra Lemmermann (links) und Matthias Hartlef (rechts) ihren neuen Vertrag fix.

Die Unterschrift ist gesetzt: Die Pächter der Kutenholzer Festhalle, Dieter und Carolin Murck, machten mit Sandra Lemmermann (links) und Matthias Hartlef (rechts) ihren neuen Vertrag fix. Foto: T. Meyer

Das Ehepaar Murck hat den Pachtvertrag verlängert und bewirtet weiter in der Kutenholzer Festhalle - dem Ort, wo Schützen, Pferde und Auktionator sich abwechselten.

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Von Thies Meyer
30.09.2026, 06:05 Uhr

Kutenholz. Dreimal muss Dieter Murck mit dem Kugelschreiber seine Unterschrift setzen, dann ist die Nachricht offiziell. Mehr als 30 Jahre lang, seit dem 1. Januar 1996 und mindestens bis zum 31. Dezember 2027, betreiben Carolin (59) und Dieter Murck (62) die Kutenholzer Festhalle. Der neue Pachtvertrag mit der Gemeinde Kutenholz als Verpächter ist unterschrieben.

Er und die Gemeinde Kutenholz hätten zusammen viele Zeiten durchgestanden, auch Corona als „echt harte Zeit“, sagt Dieter Murck. Der XXL-Wirt weiter: „Ich denke, dass wir da eine sehr gute Win-win-Situation haben.“

Das muss Murck bei neuen Verträgen berücksichtigen

Beim Pachtverhältnis harmoniert es zwischen den Murcks und der Gemeinde. Und weil Dieter Murck bisher immer weitermachen wollte, kam zwischenzeitlich die Überlegung, einen Vertrag für fünf oder zehn Jahre zu unterschreiben. Doch der 62-Jährige frage sich vor jeder Unterschrift zur Vertragsverlängerung: Was macht „meine Gesundheit“ und wie entwickelt sich die geschäftliche Lage in der schnelllebigen Gastronomie-Branche, wie in der Pandemie-Zeit?

Beides ist und entwickelt sich gut, daher die Unterschrift. „Deswegen ist diese Geschichte eine sehr faire Geschichte“, dass sich der Pachtvertrag zwischen ihm und der Gemeinde automatisch verlängere, wenn keiner der Vertragspartner eineinhalb Jahre vor dem Vertragsende kündige, so Dieter Murck. Das Ehepaar beschäftigt zwei Festangestellte und insgesamt 40 Angestellte.

Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef freut sich, dass die Festhalle mit den Murcks weiterhin ein wichtiger Ort für Dorfgemeinschaft ist: „Ehrenamt und Gemeinschaft entsteht, wenn man einen gemeinsamen Ort hat, wo man das Ehrenamt ausüben kann und gemeinsam feiern und schwofen kann.“ Die Festhalle sei „ein perfekter Ort“ dafür. In der Vergangenheit wurde die Festhalle auch für andere Zwecke genutzt.

Tanzen, reiten, versteigern: Das ging früher in der Festhalle ab

Ein Blick in die Chronik anlässlich des 700-jährigen Jubiläums von Kutenholz 2013: Die Schützen suchten Anfang der 1960er Jahre nach einem neuen Schießstand, weil sie den alten nach einem Pächterwechsel verlassen mussten. Die Reiter wünschten sich eine Halle, um ihre Pferde auch in der kalten Jahreszeit reiten zu können. Und so feierte Kutenholz am 12. August 1962 die Einweihung einer Mehrzweckhalle in der heutigen Schützenstraße, nachdem sie „in relativ kurzer Bauzeit in Gemeinschaftsarbeit von Schützen, Reitern und Sportlern“ errichtet wurde, heißt es in der Chronik.

Dieses Bild aus der Chronik „700 Jahre Kutenholz“ von 2013 zeigt die Festhalle im Jahr 1962, zu dem Zeitpunkt als Mehrzweckhalle für Mensch und Tier genutzt.

Dieses Bild aus der Chronik „700 Jahre Kutenholz“ von 2013 zeigt die Festhalle im Jahr 1962, zu dem Zeitpunkt als Mehrzweckhalle für Mensch und Tier genutzt. Foto: Chronik (nomo)

Die Chronik beschreibt, was alles in der Halle abging: „Der Holzfußboden musste nach jeder Veranstaltung herausgenommen werden.“ Da, wo heute beim XXL-Wirt Bälle, Hochzeiten oder Promis wie „Olaf der Flipper“ oder „Bingobär“ Michael Thürnau auf dem Saal gefeiert werden, wurden einst Schützenfeste gefeiert, aber auch Pferde geritten. Zudem versteigerte Kult-Auktionator Günther Poppe regelmäßig Vieh.

Feiern und Schwofen in Kutenholz

1964 wurde die Gemeinde Besitzer der Mehrzweckhalle und verkündete, sie auf eigene Kosten zu einer Festhalle umzugestalten. Bis dahin gab es im Gebäude kein und nur nebenan in einem kleinen Häuschen ein stilles Örtchen, Wasser musste mit Milchkannen von einem nahe gelegenen Hof zur Halle gekarrt werden. Am 25. November 1965 war die für knapp 80.000 D-Mark umgestaltete Mehrzweckhalle eine Festhalle mit eigenem WC, einer größeren Küche, Bühne und Wohnung.

Das Rein- und Raustragen des Holzfußbodens endete 1969. Der Sandboden wich einem festen Fußboden und aus einem Pferdestall im Gebäude wurde ein Kindergarten. Die Vierbeiner waren Geschichte, das „Feiern und Schwofen“ stand im Vordergrund. Auf Gastwirt Franz Pacher folgten Hans und Agnes Tribcke, dann 1996 die Murcks.

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