TLandesbester aus Moisburg: Fischwirt Leon ist ein toller Hecht
Fischwirt Leon Hecht (links) und Fischwirtsmeister Marco Neumann zeigen einen sibirischen und einen russischen Stör. Foto: Sulzyc
Sein Beruf macht ihn glücklich. Wenn ein Fischwirt den Namen Hecht trägt, ruft das Reaktionen hervor. Was der Moisburger Leon Hecht (26) zu hören bekommt.
Moisburg. Fische haben Leon Hecht schon immer fasziniert. Als Junge in seiner Heimat im Schwarzwald habe er in Bächen jeden Stein umgedreht, um nach Lebewesen im Wasser zu schauen.
Heute ist der 26-Jährige Fischwirt - und zwar ein besonders guter: Als Landesbester in Niedersachsen hat er die Abschlussprüfung zum Fischwirt in der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei bestanden.
Ortswechsel gehören in dem Beruf dazu
Der Beruf ist selten: Sechs junge Männer aus Niedersachsen, Bremen, Hessen und Schleswig-Holstein haben laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen in diesem Jahr die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Auf Ortswechsel müssen sich Fischwirte einstellen. Weil es nur wenige Betriebe gibt. „Im Schwarzwald hatten wir nur ein paar kleine Forellenbetriebe“, sagt Leon Hecht. In Schleswig-Holstein hat er Familie. „Ostsee, Wasser, viele Fische - das passt“, erklärt Leon Hecht, warum er nach Norddeutschland kam. Zurzeit lebt er in einer Betriebswohnung in Moisburg bei Buxtehude.
Moisburger Betrieb ist ein Großer in der Branche
Sein Ausbildungsbetrieb Fischzucht Neumann hat den Firmensitz an dem lediglich drei Hektar großen sogenannten „alten Teich“ in Moisburg. Den größten Teil seines Geschäfts macht der 2008 gegründete Fischzuchtbetrieb woanders auf gut 900 Hektar Fischteichflächen. Vor allem in Fischteichen früherer Gutshöfe in Schleswig-Holstein.
„Es gibt kaum noch Leute, die mit großen Teichen umgehen und sie bewirtschaften können“, sagt Fischwirtsmeister Marco Neumann (43), ein Altländer, der in Buxtehude lebt.
Leon Hecht habe das Zeug dazu. Deshalb baut Marco Neumann den 26-Jährigen auf und überträgt ihm Verantwortung: Leon Hecht soll die Angelteiche am historischen Gut Deinster Mühle betreiben.
Der Moisburger Betrieb besitzt zudem Rechte zur Fischerei in der Elbe. Zurzeit betreibt Neumann die Flussfischerei nicht. Das könne aber eine Aufgabe für Leon Hecht werden.
Das liebt der Fischwirt an seinem Beruf
Was Leon Hecht an seinem Beruf liebt, erklärt er so: Er sehe sein Tagwerk - ähnlich wie ein Handwerker. „Ich sehe die Fische aufwachsen und dass es ihnen gut geht.“ „Super vielseitig“ sei der Beruf. „Ich fühle mich nicht, als wäre ich ein Fließbandarbeiter.“
Die Leidenschaft für Fische und die Liebe zur Natur sind Voraussetzungen für den Beruf des Fischwirts. Gut rechnen muss er aber auch können: Futtermengen ermitteln, Tagesrationen berechnen basierend auf Fischgewicht, Wassertemperatur und Fischanzahl. „Der Dreisatz muss sitzen“, sagt Fischwirtsmeister Marco Neumann.

Das Bild zeigt Fischwirt Leon Hecht mit Goldfischen im Kescher. Foto: Sulzyc
In Norddeutschland heimische Fische vermehrt Leon Hecht und zieht sie in Teichen auf: Aale, Barsche, Karpfen oder auch Schleie. Der Aal ist die wichtigste Fischart in der niedersächsischen Aquakultur. Den Zierfischgroßhandel beliefert der Moisburger Betrieb auch. Deshalb füttert Leon Hecht auch Goldfische, reinigt ihre Becken und zieht sie auf.
Diesen Speisefisch empfiehlt Leon Hecht
Leon Hecht ist leidenschaftlicher Angler - steht aber nicht gerne früh auf. Er selbst esse nicht viel Fisch. Zander sei sein Lieblingssüßwasserfisch. Er empfiehlt Wels. „Ein unterschätzter Speisefisch“, sagt der Fischwirt.
Ein Fischwirt namens Hecht - das schreit in der Branche geradezu nach Reaktionen. Jeden Spruch habe er bereits gehört, versichert Leon Hecht und schmunzelt. Wenn er sich vorstellt, bekomme er häufig zu hören: „Hecht? Da müssen Sie sich ja selbstständig machen mit dem Namen!“
Beliebter Scherz auf den Namen Hecht
Beliebt sei auch folgende branchentypische Reaktion: Jemand zieht Leon Hecht einen Kescher über den Kopf - mit den Worten: „Ich habe einen Hecht gefangen!“ Seine Leidenschaft zum Beruf trübt so ein Scherz natürlich nicht. „Ich habe das gefunden, womit ich glücklich bin“, sagt Leon Hecht.
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