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Asylverfahren

TWeitere Flüchtlinge für den Kreis Stade: Woher sie kommen

Geflüchtete verlassen die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig. Sie werden von hier aus auf die einzelnen Kommunen verteilt.

Geflüchtete verlassen die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig. Sie werden von hier aus auf die einzelnen Kommunen verteilt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Landkreis Stade erwartet in diesem Jahr 310 weitere Geflüchtete. Wie viele Geflüchtete leben im Landkreis Stade und aus welchen Ländern kommen sie?

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Von Lars Strüning
Donnerstag, 16.04.2026, 20:15 Uhr

Stade. Bei dem Gesamtverteilkontingent des Niedersächsischen Innenministeriums handelt es sich um eine Prognose, klärt der Landkreis auf Nachfrage auf. Das Ministerium hat für den Zeitraum von April bis einschließlich September 2026 die Zahlen festgesetzt. Das Land geht dabei von etwa 7000 Geflüchteten aus, die in den kommenden sechs Monaten in den niedersächsischen Kommunen untergebracht und versorgt werden müssen.

Eigentlich wäre der Landkreis für 423 Hilfesuchende zuständig

Entsprechend dem Verteilungsschlüssel müsste der Landkreis Stade 423 Flüchtlinge bis Ende September aufnehmen. Da er aber eine Überquote nachweisen kann, also bisher mehr Menschen in Not aufgenommen hat als er hätte müssen, steht jetzt die Zahl 310 laut der Prognose im Raum. Ob die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen tatsächlich so viele Personen dem Landkreis Stade zuweist, bleibt abzuwarten, heißt es aus der Pressestelle der Landkreisverwaltung.

Im Landkreis Stade halten sich derzeit etwa 800 Menschen mit einer Aufenthaltsgestattung auf. Das heißt: Sie befinden sich noch im laufenden Asylverfahren. Aus Kolumbien stammen 186 Menschen, aus Syrien 184, der Türkei 143, dem Irak 61 und Afghanistan 58.

Vor einem Jahr (Stand 31. März 2025) hielten sich knapp 1000 Personen und vor zwei Jahren (31. März 2024) circa 900 Menschen mit einer Aufenthaltsgestattung im Landkreis Stade auf.

Unterbringung in den Kommunen „geübte Routine“

Unabhängig davon, ob dem Landkreis Stade 310 oder aber weniger Geflüchtete innerhalb von sechs Monaten zugewiesen werden, stelle dies keine größere Herausforderung für die Kommunen dar, sondern entspreche der geübten Routine der vergangenen Jahre, so der Landkreis.

Die Städte und Gemeinden hielten ausreichend Unterkünfte vor. Die Unterbringung der Geflüchteten sei somit gesichert. Dafür stehe der Landkreis Stade im engen Austausch mit den Kommunen. „Die Zusammenarbeit ist hier ausgesprochen gut“, teilt die Verwaltung mit.

Der Landkreis Stade begrüße in diesem Zusammenhang, dass die Zuweisung der Geflüchteten wieder gleichmäßig verlaufe und Unterschiede zwischen den Landkreisen bei der Aufnahme von Geflüchteten in den vergangenen Monaten deutlich abgebaut worden seien. Darauf hatte unter anderem der Landkreis Stade in Gesprächen mit dem Land gepocht.

Zahl der Asylsuchenden ist deutlich gesunken

Insgesamt ist die Zahl der Asylsuchenden in den vergangenen zwei Jahren laut dem Land deutlich zurückgegangen: Im Jahr 2024 hatten noch 18.700 Menschen in Niedersachsen Schutz gesucht. 2025 waren es lediglich 9800 Personen, die einen Asylantrag gestellt haben.

Gründe dafür sind unter anderem eine Kombination aus europaweit verstärkten Grenzkontrollen, Kooperationen mit Herkunfts- und Transitstaaten sowie eine restriktivere Asylpolitik. Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens sagt dazu: „Mit der Neufestsetzung des Verteilkontingents schaffen wir für die Kommunen so viel Planungssicherheit wie in einer von Krisen und Kriegen geprägten Welt möglich ist.“

Niemand könne heute verlässlich vorhersagen, inwieweit insbesondere der Krieg in Nahost zu neuen Migrationsbewegungen führen wird.

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Provisorische Unterkünfte in großen Sporthallen. Auch das gab es schon im Landkreis Stade.

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