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Winter

TLange Frostperiode: Wer gibt die Gewässer im Kreis Stade frei fürs Betreten?

Ein Bild aus der Vergangenheit und mit Seltenheitswert. Menschen auf dem zugefrorenen Neukloster See.

Ein Bild aus der Vergangenheit und mit Seltenheitswert. Menschen auf dem zugefrorenen Neukloster See. Foto: Vasel/Archiv

Der Frost hat den Norden seit Tagen fest im Griff. Da könnten doch mal wieder die Schlittschuhe herausgeholt werden. Doch wer entscheidet eigentlich, ob das Eis hält?

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Von Lars Strüning
Dienstag, 03.02.2026, 05:50 Uhr

Stade. Die Verwaltung des Landkreises Stade hält sich vornehm zurück. „Das ist Sache der Rathäuser“, heißt es aus deren Pressestelle. „Offizielle Freigaben für Gewässer würde es unsererseits alleine schon aus Haftungsgründen nicht geben“, sagt Daniel Beneke von der Öffentlichkeitsarbeit. Die Freie und Hansestadt Hamburg geht ebenso vor.

Wie machen es die Kommunen? Exemplarisch antwortet die Stadt Stade. „Zugefrorene Gewässer haben wir aktuell nicht freigegeben und planen dies auch nicht“, sagt Pressesprecher Stephan Voigt. „Wir warnen sogar davor, Eisflächen zu betreten.“ Aus gutem Grund.

Besondere Vorsicht bei Kindern und Hunden

Die Stadt weiß: Mit dem Winter kommt die Versuchung, zugefrorene Seen und Regenrückhaltebecken zu erkunden. Martina Ernst, Leiterin der Abwasserentsorgung Stade, sagt aber: „Eis ist selten gleichmäßig dick. Strömungen, Pflanzen oder Zuflüsse sorgen für unsichtbare Schwachstellen - schon wenige Schritte können zum Einbruch führen.“ Ein Sturz ins eiskalte Wasser ende oft mit einem Kälteschock, Unterkühlung oder Ertrinken. Besonders Kinder und Haustiere seien gefährdet, da sie die Risiken nicht einschätzen könnten.

Eltern werden dringend aufgefordert, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären. Hundebesitzer sollten ihre Tiere in der Nähe von Gewässern anleinen. „Springt ein Hund aufs Eis, folgen Sie ihm nicht“, warnt Ernst. Das Eis trage vielleicht den Vierbeiner, aber nicht unbedingt einen Menschen.

Sollte jemand einbrechen, sei schnelles, aber besonnenes Handeln entscheidend. Wichtig: Nicht selbst aufs Eis gehen, stattdessen sofort den Notruf 112 wählen und Hilfsmittel wie Stöcke, Leitern oder Seile vom sicheren Ufer aus einsetzen. Das Motto: Jede Minute zählt, doch die eigene Sicherheit darf nicht gefährdet werden.

Extra Hinweisschilder an Regensammelbecken

Zusätzlich habe die Abwasserentsorgung Stade (AES) bei höher frequentierten Regenrückhaltebecken Warnschilder aufgestellt. Regenrückhaltebecken dürfen als Anlagen der AES sowieso nicht betreten werden, mit den Schildern werde aber nun zusätzlich auf die Gefahr beim Betreten von Eisflächen hingewiesen. Ob Menschen trotz dieser Warnungen auf zugefrorene Gewässer gehen, kontrolliert die Stadt nicht.

Jeder Mensch handelt also auch beim Gang aufs Eis auf eigene Verantwortung.

Und wie sehen die Kontrollen aus bei der Räumpflicht auf Fußwegen? „Ob Anlieger den Winterdienst durchführen, kontrollieren wir nicht systematisch“, sagt Stephan Voigt. Allerdings wiesen die Straßenkontrolleure auf die Schneeräumpflicht hin, wenn sie Grundstücke bemerken, bei denen angrenzende Bereiche offensichtlich und länger nicht geräumt werden. Nochmal der Pressesprecher: „Das machen sie, je nach Situation, im persönlichen Gespräch oder indem sie einen kurzen Hinweis in den Briefkasten werfen.“

Die nächsten Tage soll es kalt bleiben, auch wenn die Temperaturen gen Nullmarke steigen und der Wind am Dienstag langsam nachlassen soll. Tauwetter ist erst mal nicht angesagt.

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