TLena Büchner berappelt sich schnell nach unerfülltem Olympia-Traum
Zum Jahresbaschluss freute sich Lena Büchner, gegen die Silbergewinnerin von den Olympischen Spielen, Julia Szeremeta, antreten zu dürfen. Foto: privat
Die Boxerin aus Kehdingen hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Der Olympia-Traum endete mit einem „Schnipser“. Trotzdem war sie in Paris und boxte auch noch gegen die Silber-Gewinnerin.
Assel. „Die letzten vier Jahre waren eine verrückte Zeit“, sagt die aus Assel stammende Boxerin. So lange lebte Lena Büchner den großen Traum von den Olympischen Spielen in Paris 2024. 2019 war sie deutsche U21-Meisterin geworden. Bis heute trainiert sie am Bundesstützpunkt in Hannover.
Für Büchner hat aber ein neuer Lebensabschnitt begonnen.
Im vergangenen Jahr wollte Lena Büchner ihre letzte Chance für den Olympia-Traum noch ergreifen. Ob sie es geschafft hätte, wird sie nicht mehr erfahren. Letztlich qualifizierten sich nur zwei deutsche Boxer und eine Boxerin für Paris, aus Niedersachsen war niemand dabei.
Zwei Qualifikationsturniere hatte Büchner noch in ihrem Kalender. Für das erste wurde sie vom Deutschen Box-Verband nicht nominiert, die Nominierte qualifizierte sich nicht.
Büchner entschied sich, die Gewichtsklasse zu ändern. Von ihren 60 Kilogramm arbeitete sie sich auf 57 Kilogramm runter. „Da treffe ich auf mehr gleich große Gegnerinnen, vorher waren sie oft größer“, sagt sie. Doch auch in der neuen Gewichtsklasse habe sie vom Box-Verband „leider keine Chance erhalten“.
Lena Büchner (rechts) holte bei den Deutschen Meisterschaften Bronze. Foto: privat
Von ihrem Aus erfährt sie per Anruf
Büchner, Ende des Jahres 25 Jahre alt geworden, war gerade auf dem Weg zum Olympia-Stützpunkt in Hannover, als sie den einen Anruf bekommt. Am Telefon erfährt sie, dass sich ihr Olympia-Traum definitiv nicht erfüllen wird.
„Das war schon ein doller Schlag“, sagt sie, „wie ein Schnipser“. Vier lange Jahre harter Arbeit und großer Hoffnung wurden im ersten Gefühl nicht belohnt. „Das war im ersten Moment schon echt hart“, sagt Büchner.
Zum Glück habe sie „ein super Umfeld“. Trainer, Kollegen und Freunde bauten sie auf, waren für sie da.
Den Olympia-Spirit bekommt sie in Paris aber mit
Büchner hatte das Glück, trotzdem eine Zeit lang während der Olympischen Spiele in Paris sein zu können. Sie war nah dran am Team Deutschland. Sie durfte den You-Tube-Kanal mitdrehen und bestücken. „Man hat was von dem Spirit mitbekommen“, sagt sie, „man denkt aber trotzdem, dass man eigentlich unter anderen Umständen da sein wollte.“
Zu der einzigen deutschen Athletin, die die Qualifikation geschafft hatte, hat Büchner ein gutes Verhältnis. Sie habe sich für sie gefreut. „Dass sie auf dieser großen Bühne stehen darf.“ Büchner hat das olympische Boxen „stark verfolgt“ und mit den Deutschen „mitgefiebert“.
Das Jahr hielt für sie trotzdem viel bereit
Als Boxerin war Büchner mit dem Verband in der Mongolei und in Brasilien. Die Brasilianerinnen bereiteten sich auf die Olympischen Spiele vor. Ein Turnier in Rotterdam bleibt ihr ebenso in Erinnerung.
Im November standen dann noch die Deutschen Meisterschaften an, bei denen sie Bronze holte. Und dann hatte Büchner noch einen „richtig schönen Jahresabschluss“. In Polen bekam sie die Chance, bei einem „Riesenevent“ den Hauptkampf des Abends zu bestreiten.
Büchner boxt gegen Olympia-Zweite
Ihre Gegnerin war Julia Szeremeta. Die Polin (57kg) verlor in Paris das Finale. Büchner ging aus dem Kampf mit der olympischen Silber-Gewinnerin mit dem Gefühl, „dass ich mitspielen kann“.
Unabhängig vom Boxen hat Büchner im vergangenen Jahr ihr Studium beendet und ihren Bachelor in Sozialer Arbeit gemacht. Sie arbeitet nun im Sportinternat in Hannover.
Zum Deutschen Box-Verband hat sie derzeit keinen Kontakt. Zweimal am Tag trainiert sie aber weiterhin am Olympia-Stützpunkt. „Ich liebe den Sport zu sehr“, sagt sie. Große Turniere organisiert sie sich selbst, nach „Lust und Laune“. Am kommenden Wochenende ist sie zum Beispiel in Schweden.