TLöschwasser versiegt: Horneburger Feuerwehr rüstet sich für Waldbrände
Wasser marsch! Bei Brandeinsätzen in Horneburg rücken zukünftig mehr Löschfahrzeuge mit zusätzlichen Wasserspeichern aus. (Symbolbild) Foto: Hellwig
Im Rüstjer Forst mangelt es an Löschwasserstellen. Als Übergangslösung rücken zusätzliche Löschfahrzeuge bei Einsätzen aus. Was passieren muss, um die Feuerwehr zu entlasten.
Horneburg. Die Löschwasserstellen 1 bis 4 sind nicht mehr nutzbar, teilte die Horneburger Verwaltung kürzlich im Samtgemeinderat mit. Das hat unterschiedliche Gründe. Zwei der Löschwasserstellen führen nicht mehr ausreichend Wasser. Die verbleibenden zwei Stellen sind sogenannte Schlattmoore, die als Biotope unter einem besonderen Naturschutz stehen. Deshalb darf die Feuerwehr kein Löschwasser aus ihnen abpumpen.
Die Löschwasserstellen seien bereits 1993 erfasst worden, wie Kreispressesprecher Daniel Beneke mitteilt. 2025 seien die Biotope im Rüstjer Forst erneut kartiert worden, die Privateigentümer der Flächen habe der Landkreis informiert, mit Vertretern der Kommune und Feuerwehr Gespräche geführt. Aber was kann die Horneburger Feuerwehr tun, sollte es im Forst brennen?
Hydranten im Rüstjer Forst nicht flächendeckend
Gemeindebrandmeister Torben Schulze gibt Entwarnung. Die Feuerwehren nutzen die Löschwasserstellen schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Wasser sei versiegt und genüge nicht mehr für Löscheinsätze, erklärt Schulze. Sie wieder aufzugraben, sei wegen des Naturschutzes nicht möglich. Zudem seien die Stellen inzwischen stark zugewachsen.
T 10.000 Liter Löschwasser: Das kann Agathenburgs neues Feuerwehrauto
In Teilen des weitläufigen Rüstjer Forstes gibt es Überflurhydranten, die von den Feuerwehren genutzt werden, wie das Horneburger Rathaus mitteilt. Allerdings: „Die Abdeckung der Hydranten ist nicht flächendeckend“, bemängelt Schulze. Das ungefähr 2300 Quadratmeter große Landschaftsschutzgebiet, auf dem sich der Wald befindet, teilen sich die Samtgemeinden Horneburg, Fredenbeck und Harsefeld sowie die Stadt Stade auf.
Mehr Löschfahrzeuge rücken aus
Um den Brandschutz sicherzustellen, hat die Samtgemeinde die Alarmierungs- und Ausrückeordnung (AAO) der Horneburger Feuerwehr angepasst. Kommt es zu einem Feueralarm, rücken jetzt automatisch mehr Tanklöschfahrzeuge der Ortswehren aus.

Ein Hydrant steht im Rüstjer Forst in der Nähe eines Waldparkplatzes. Flächendeckend ist der Wald damit jedoch nicht ausgestattet. Foto: Buchmann
So etwa das neue Löschfahrzeug aus Agathenburg, das neben einem verbauten 1000 Liter-Tank noch einen faltbaren 10.000 Liter-Wasserspeicher mit an Bord hat. Ebenfalls rückt der „Abrollbehälter Wasser“ der Kreisfeuerwehr aus, der ebenfalls 10.000 Liter fasst und in Stade stationiert ist.
Alarmierungsänderung nur „Adhoc-Maßnahme“
Durch die Änderung der AAO kommen zudem automatisch Drohnen mit zum Einsatzort. „So können sich die Einsatzkräfte einen Überblick über den Brandort verschaffen“, erklärt Schulze. Dass die AAO jetzt geändert wurde, erleichtert den Feuerwehren die Arbeit. Schulze: „Früher wäre man ausgerückt und hätte nachalarmiert.“
Jetzt sei bei jedem Brandeinsatz immer genügend Löschwasser vor Ort, um sofort reagieren zu können. Die Brandgefahr im Rüstjer Forst schätzt Schulze niedrig ein. „Der Wald ist recht feucht“, sagt er. Trotzdem würden etwa Lagerfeuer eine Gefahr darstellen, die es zu vermeiden gilt.
Horneburg prüft Brunnenlösung
Aus Verwaltungssicht ist diese Änderung zunächst eine „Adhoc-Maßnahme“, langfristig soll eine andere Lösung gefunden werden. Aktuell würde laut Informationen aus dem Rathaus rechtlich und fachlich überprüft, ob im Rüstjer Forst Löschwasserbrunnen gebohrt werden dürfen. Gemeindebrandmeister Schulze begrüßt die Idee: „Zwei Saugbrunnen würden eine Entlastung bringen.“
Die Überlegung, Ersatz für die weggefallenen Löschwasserstellen zu finden, bewertet Samtgemeindebürgermeister Knut Willenbockel auf Nachfrage als „sinnvoll“. Erste Gespräche mit den betroffenen Kommunen seien bereits geführt worden. Die notwendigen Mittel hat Horneburg bereits im Haushaltsplan fortlaufend mit 9000 Euro vorgesehen.
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