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Cuxhaven

TMäuse und Kot im Aldi-Backshop: Es gibt eine Endscheidung im Verfahren

In dem Aldi-Markt an der Brockeswalder Chaussee wurden seinerzeit die Mängel festgestellt.

In dem Aldi-Markt an der Brockeswalder Chaussee wurden seinerzeit die Mängel festgestellt. Foto: Heike Leuschner

Mäuse und Mäusekot waren in der Backwarenabteilung eines Aldi-Markts im Stader Nachbarkreis entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft Stade hatte Anklage gegen die Filialleiter erhoben. Jetzt gab es eine Entscheidung.

Von Jan Iven Mittwoch, 18.10.2023, 10:57 Uhr

Der Vorfall war ziemlich ekelhaft: Bei Kontrollen hatte der Landkreis Cuxhaven im Februar Mäuse im Backshop eines Aldi-Marktes in Cuxhaven festgestellt. Der darauf folgende Umgang mit den Hygieneproblemen war derart mangelhaft, dass die Staatsanwaltschaft Stade schließlich sogar Anklage wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz gegen den 27 Jahre alten Filialleiter und seine 46 Jahre alten Stellvertreterin erhoben hat.

Die Geldauflage gilt nicht als Vorstrafe

Zu einer Verurteilung der beiden Führungskräfte kam es allerdings nicht. „Die Verfahren wurden jeweils gegen eine Geldauflage von 2.000 Euro eingestellt“, teilte das Amtsgericht Cuxhaven auf Nachfrage mit. Eine solche Einstellung gilt nicht als Urteil, der Angeklagte ist somit nicht vorbestraft. Alle am Verfahren Beteiligten müssen einer solchen Einstellung zustimmen.

Das zuständige Veterinäramt des Landkreises Cuxhaven hatte den Mäusebefall in der Aldi-Filiale am 13. Februar festgestellt. Unter anderem war eine lebende Maus in einer Schublade entdeckt worden. Hinzu kam Mäusekot in verschiedenen Bereichen. Demnach soll auch das Personal unzureichend in Hygienefragen geschult gewesen sein.

Staatsanwalt: Wieder zu früh Brot im Backshop verkauft

Besonders problematisch: Nach der Kontrolle wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft trotz eines verhängten Verbotes zu früh wieder Brot in dem Backshop verkauft. Dabei hätte das Unternehmen noch auf eine Freigabe durch einen Schädlingsbekämpfer warten müssen, so die Staatsanwaltschaft. Eine entsprechende Bestätigung lag allerdings noch nicht vor, als die beiden Verantwortlichen den Backshop wieder eröffneten. Auch bei einer Nachkontrolle durch das Veterinäramt waren zunächst noch nicht alle Mängel abgestellt.

Ein Sprecher von Aldi Nord hatte den Vorfall bestätigt und eingeräumt, dass die Mitarbeiter das Problem nicht gleich vollständig in den Griff bekommen hatten. Schließlich sei der Markt jedoch von einer neuen Fachfirma gereinigt worden. Zudem habe es bauliche Veränderungen an dem Gebäude gegeben. Am 24. Februar bescheinigte der Landkreis Cuxhaven dem Unternehmen schließlich, dass alle Mängel bereinigt worden seien.

Aldi Nord macht keine Angaben zu Personalentscheidungen

Der Konzern machte keine Angaben über den Verbleib der beiden Mitarbeiter. Wie der Aldi-Sprecher mitteilte, äußere sich das Unternehmen nicht öffentlich zu Personalentscheidungen.

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