TMarode: Wann zieht die Dollerner Feuerwehr in ihr neues Gerätehaus?
Damit die Feuerwehr Dollern weiterhin für die Bürger einsatzbereit ist, soll dieses Jahr endlich mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen werden (Symbolbild). Foto: Feuerwehr Dollern
239 Feuerwehrleute sind in der Samtgemeinde aktiv, knapp 50 davon in Dollern. Doch das Gerätehaus ist zu klein. Gemeindebrandmeister Torben Schulze erklärt, was geplant ist.
Was sind die Probleme am bisherigen Feuerwehrgerätehaus in Dollern?
Das Gebäude wurde Mitte der 50er Jahre gebaut, ist inzwischen jedoch marode und zu klein. Die Feuerwehr-Unfallkasse hatte bereits vor mehr als 15 Jahren den Zustand kritisch bemängelt. Im Gebäude selbst können nur drei Fahrzeuge untergebracht werden, ein viertes steht in einer angebauten Garage.
Getrennte Zu- und Abfahrtswege für Fahrzeuge gab es in Dollern bisher nicht. Die Unfallkasse bemängelte zudem, dass Feuerwehrmänner und -frauen keine getrennten Umkleide- und Sanitärräume in Dollern haben. Außerdem gibt es keine getrennten Schwarz-Weiß-Bereiche.
Was genau sind Schwarz-Weiß-Bereiche und warum sind sie wichtig für Feuerwehren?
Die Bereiche dienen der Hygiene und dem gesundheitlichen Schutz der Einsatzkräfte. Im Schwarzbereich stehen kontaminierte Dinge wie Einsatzfahrzeuge, Schutzausrüstung, Stiefel und schmutzige Kleidung.
Verkehrsärger
T Viermal zu viel: Was wird aus dem Hagener Weg in Dollern?
Im Weißbereich hingegen befinden sich die Aufenthaltsräume und die Spinde mit Privatkleidung. Damit die Feuerwehrleute etwa nach einem Feuer oder Unfall keine Gefahrstoffe einschleppen, liegen zwischen den beiden Bereichen normalerweise Umkleiden mit Duschen oder Waschräumen.
Die Feuerwehr-Unfallkasse hat die Mängel schon vor vielen Jahren festgestellt. Drohen Konsequenzen, wenn nichts passiert?
Die Unfallkasse prüft in unregelmäßigen Abständen, in welchem Zustand sich die Feuerwehrgerätehäuser befinden. Bei der Überprüfung vor über 15 Jahren hatte die Unfallkasse Mängel an allen Gerätehäusern in der Samtgemeinde gefunden. Eine Frist, um die Mängel zu beheben, setzt sie nicht. Im schlimmsten Fall hätte die Unfallkasse jedoch die Möglichkeit, Gerätehäuser zu untersagen und zu schließen.

Hinter dem Sonderpostenmarkt in Dollern sollen sowohl das neue Feuerwehrgerätehaus als auch ein Gewerbegebiet Platz finden. Foto: Archiv
Die Samtgemeinde hat in den letzten Jahren viel Geld bereitgestellt, um die Probleme zu beheben. Insgesamt wurde die Mängelbeseitigung über die letzten 15 Jahre jedoch zu lange aufgeschoben.
Wo genau soll der Neubau entstehen und was wird er kosten?
Das neue Feuerwehrgerätehaus soll auf einem Grundstück nördlich des Sonderpostenmarkts Krümet an der B73 in Dollern entstehen. Dort sollen bis zu 55 aktive Feuerwehrleute unterkommen, zudem sind sechs Stellplätze für Fahrzeuge geplant. Im Hagener Weg soll eine Ein- und Ausfahrt entstehen, die Einsatzfahrzeuge sollen über die Bundesstraße ausrücken. Die Samtgemeinde Horneburg hat 5,1 Millionen Euro für 2026/2027 im Haushalt für den Neubau veranschlagt.
Wann sollen die Bauarbeiten beginnen?
Mitte März berät der Gemeinderat Dollern über die notwendigen Pläne. Danach sollen die Erschließung des Geländes sowie die Ausschreibung für die Arbeiten erfolgen.
Die Samtgemeinde plant, für das neue Gerätehaus mit einem Totalunternehmer zusammenzuarbeiten, ähnlich wie bereits beim Bau der neuen Grundschule Bliedersdorf-Nottensdorf. Schulze rechnet 2028 mit einem Einzug in das neue Gebäude.
Ist die Feuerwehr an der Planung beteiligt?
Eine eigene Arbeitsgruppe der Feuerwehr hat bereits Zeichnungen für den Neubau entworfen sowie einen mehrseitigen Katalog mit funktionalen und technischen Anforderungen aufgestellt.
An welchen Stellen sollen die Horneburger Ortsfeuerwehren zukünftig noch verbessert werden?
Für Dollern soll ein gebrauchtes Logistikfahrzeug angeschafft werden, das mit einer Hebebühne ausgestattet ist. Damit sollen mobile Hilfsmittel transportiert werden, wie ein aufblasbares Zelt mitsamt Tischen, das die Einsatzkräfte vor Ort zum Umziehen benötigen.
In Dollern steht zudem das älteste Löschfahrzeug der Samtgemeinde aus dem Jahr 1997. Perspektivisch soll es durch ein Katastrophenschutzfahrzeug ersetzt werden, das der Bund bereitstellt. Wann dieses gebaut und geliefert ist, ist noch nicht absehbar.
Über die Jahre wurden die Mängel an den Gerätehäusern in der Samtgemeinde sukzessive angegangen. Lediglich das Feuerwehrgerätehaus in Bliedersdorf ist noch offen.
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