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E-Scooter-Unfälle: Diese Verletzungen sind besonders häufig

Immer mehr E-Scooterfahrer werden bei Unfällen schwer verletzt, auch im Kreis Stade. (Symbolbild)

Immer mehr E-Scooterfahrer werden bei Unfällen schwer verletzt, auch im Kreis Stade. (Symbolbild) Foto: Polizei

Die Zahlen sind alarmierend: E-Scooter-Fahrer erleiden laut einer Studie deutlich häufiger Hirntraumata und innere Verletzungen als Motorrad- oder Radfahrer.

Von dpa 10.08.2026, 05:50 Uhr
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Die Zahl der E-Scooter-Unfälle steigt - auch im Landkreis Stade. So gab es nach Angaben der Polizei 2024 50 Verkehrsunfälle mit E-Scooter-Beteiligung und 36 Verletzte; 2023 wurden 20 Unfälle mit 14 Verletzten gezählt. Dabei verletzen sich die Fahrer zum Teil schwer.

Einer Studie zufolge ziehen sich E-Scooter-Fahrer deutlich häufiger Kopfverletzungen und Schädigungen innerer Organe zu als Motorrad- oder Fahrradfahrer.

Das ist das Fazit einer im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlichten britischen Untersuchung. Die Studie hat die Daten des nationalen Traumaregisters (aus dem Zeitraum 2020 bis 2022) und Berichte eines Leihanbieters aus 18 Städten in England und Wales (aus dem Zeitraum 2020 bis 2024) analysiert.

Demnach ist das relative Risiko für ein Schädel-Hirn-Trauma bei E-Scooter-Unfällen 3,45-mal höher als bei Motorradfahrern und 1,74-mal höher als bei Radfahrern. Auch das Risiko für Verletzungen innerer Organe (1,46-mal höher) und Gefäßtraumata (3,24-mal höher) übersteigt das von Motorradfahrern deutlich, während das Risiko für Knochenbrüche im Vergleich geringer ausfällt.

Hoher Anteil an Minderjährigen unter den Verletzten

Auffällig ist laut den Forschern um David Bodansky vom Chelsea and Westminster Hospital Foundation Trust der hohe Anteil an verletzten Kindern: Minderjährige machen demnach 16,2 Prozent der schwerverletzten E-Scooter-Fahrer aus. Daten des Leihanbieters zeigen, dass das Risiko einer Kollision bei Minderjährigen um 78 Prozent höher ist als bei Erwachsenen. Zudem wurde bei Frauen eine höhere Schwere der Verletzungen festgestellt, sie haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko für schwere Traumata wie Männer.

Ein Hauptgrund für die schweren Kopfverletzungen ist der Studie zufolge die mangelnde Schutzausrüstung. Während 75,7 Prozent der Motorradfahrer und 45 Prozent der Radfahrer einen Helm trugen, lag dieser Anteil bei E-Scooter-Fahrern im Traumaregister bei lediglich 5,9 Prozent. In den Daten des Leihanbieters trugen sogar nur 0,77 Prozent der Nutzer einen Helm.

Ein entscheidender Faktor für die schweren Verletzungen beim E-Scooter-Fahren ist den Forschern zufolge die stehende Position: Diese führe zu einem hohen und weit vorne gelagerten Körperschwerpunkt. Bei abruptem Abbremsen, etwa durch Schlaglöcher oder Bordsteinkanten, wirke der E-Scooter wie ein Hebel, der den Fahrer kopfüber über die Lenkerstange schleudert. Diese Dynamik erkläre, warum Kopf- und Hirnverletzungen selbst bei moderaten Geschwindigkeiten so häufig sind.

Soziale Faktoren beeinflussen Unfallgeschehen

Die Forscher stellten zudem einen Zusammenhang mit der sozialen Lage der Einsatzgebiete fest. In benachteiligten Stadtvierteln ereigneten sich demnach häufiger Unfälle, was auf eine höhere Verkehrsdichte und mangelnde Infrastruktur zurückgeführt wird. In wohlhabenderen Gegenden gab es zwar weniger Kollisionen, diese führten jedoch aufgrund höherer Geschwindigkeiten oft zu schwereren Verletzungen.

Die Studie basiert auf der Analyse von insgesamt 38.440 Datensätzen, darunter 15.247 Patienten aus dem Traumaregister und 23.193 gemeldete Vorfälle bei Leih-Scootern. Die Autoren fordern angesichts der Ergebnisse strengere Sicherheitsvorschriften, eine Helmpflicht und eine verbesserte Infrastruktur wie geschützte Fahrspuren, um die Risiken zu minimieren.

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