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Wohnung frei

TMehr Platz für Kinder: Harsefelds Bücherei wird erweitert

Die Friedrich-Huth-Bücherei soll mehr Raum im Obergeschoss bekommen.

Die Friedrich-Huth-Bücherei soll mehr Raum im Obergeschoss bekommen. Foto: P. Meyer

Ein Glücksfall für die Friedrich-Huth-Bücherei: Die Wohnung im Obergeschoss wurde frei. Um die Fläche mitnutzen zu können, müssen mehrere Wände eingerissen werden.

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Von Pauline Meyer
Sonntag, 01.03.2026, 14:45 Uhr

Harsefeld. Lautes Kinderlachen gehört zum Alltag in der Friedrich-Huth-Bücherei. Ob beim Bilderbuch-Kino mit Basteln, bei Gesellschaftsspielen, dem Kindertheater oder den Vorlesestunden - der Kinderbereich im ersten Geschoss ist interaktiv und lebendig. Bis zu 300 Veranstaltungen finden hier jährlich statt.

Wenn Kinder spielen, ist das überall zu hören

Schalltechnisch ist das offene Raumkonzept darauf aber nicht ausgelegt. Wenn die Kinder ihren Spaß haben, ist das bis in den unteren Bereich für die Erwachsenen zu hören.

Hier werden derzeit Veranstaltungen für Kinder durchgeführt. Wegen des offenen Raumkonzepts kann es dadurch in der ganzen Bücherei sehr laut werden.

Hier werden derzeit Veranstaltungen für Kinder durchgeführt. Wegen des offenen Raumkonzepts kann es dadurch in der ganzen Bücherei sehr laut werden. Foto: P. Meyer

Mit der Erweiterung des Kinderbereichs soll diese Situation bald verbessert werden. Möglich macht das die freigewordene Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert. Einen Antrag für die Umnutzung stellte die Friedrich-Huth-Bücherei bereits im November 2025.

„Es ist ein Ort, auf den die Samtgemeinde stolz sein kann“, sagte Ulrich Rathjens (SPD) am Dienstagabend während der Sitzung des Bauausschusses nach Begehung der Friedrich-Huth-Bücherei. Bauamtsmitarbeiterin Alina Samavat hatte mit der stellvertretenden Büchereileitung durch die Räumlichkeiten geführt und die geplanten Maßnahmen vor Ort erläutert.

Die Friedrich-Huth-Bücherei wird um einige Räumlichkeiten erweitert. Hier die alte Küche.

Die Friedrich-Huth-Bücherei wird um einige Räumlichkeiten erweitert. Hier die alte Küche. Foto: P. Meyer

„Durch die freigewordene Wohnung gewinnt die Friedrich-Huth-Bücherei 60 Quadratmeter Fläche dazu“, so Samavat. Geplant ist der Durchbruch dreier Trockenbauwände zur Wohnung hin. Der Spielebereich der Bücherei soll so vergrößert werden, mehr Regale und Tische könnten dann aufgestellt werden. Derzeit steht hier nur ein Tisch zur Verfügung. „Der Platz ist einfach nicht ausreichend“, so die Leiterin der Friedrich-Huth-Bücherei Almut vom Lehn in ihrem Antrag.

Neuer Veranstaltungsraum soll Ruhe bringen

Eines der beiden größeren Zimmer der leerstehenden Wohnung soll als zusätzlicher Veranstaltungsraum genutzt werden. Er soll mit einem großen Touch-Display ausgestattet werden - das würde das Angebot, das die Bücherei durch den vorhandenen Beamer und Leinwand derzeit bereithält, sinnvoll erweitern. „Hier entstünde dann eine ruhige, aus dem Publikumsbetrieb herausgenommene Atmosphäre, die der Konzentration der Kinder sehr entgegenkommt“, schreibt vom Lehn. Zudem sind eine entsprechende Möblierung, neue Fenster sowie Malerarbeiten und neue Böden einkalkuliert worden.

Alina Samavat vom Bauamt ist mit dem Projekt zum Umbau der Friedrich-Huth-Bücherei betraut.

Alina Samavat vom Bauamt ist mit dem Projekt zum Umbau der Friedrich-Huth-Bücherei betraut. Foto: P. Meyer

Die Küche soll weiterhin eine Küche bleiben und lediglich renoviert werden. Ein weiterer Raum ist als zusätzliches Büro für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeplant. Bislang gab es lediglich ein Büro mit einem Platz für die ganze Bücherei.

Mit dem Badezimmer der freigewordenen Wohnung entsteht nun die Möglichkeit für ein zusätzliches WC im Obergeschoss. Das sei dem Büchereiteam gerade für Veranstaltungen mit kleinen Kindern wichtig. „Das Bad wird mit einem Wickeltisch und einem kleinen Dachflächenfenster geplant“, sagt Alina Samavat. Hierfür habe es bereits das Einverständnis des Denkmalschutzes gegeben.

Prüfung: Ein Personenaufzug für die Teilhabe

Der Nutzungsänderungsantrag für die Wohnung wurde Anfang des Jahres durch das Architekturbüro 2Punkt1 eingereicht. Das Brandschutzkonzept liegt vor und ist Bestandteil des Nutzungsänderungsantrages. Sobald die Genehmigung durch den Landkreis eingeht, sollen die geplanten Baumaßnahmen umgesetzt werden. Dafür stimmte der Bauausschuss einstimmig. „Ich glaube, dass die Maßnahmen unsere Bücherei aufwerten und wir damit etwas für alle tun“, sagte Melanie Mohnen von der CDU.

Damit es wirklich etwas für alle ist, brachte Behindertenbeauftragte Andrea Truchel ihr Anliegen in die Abstimmung ein: In der Friedrich-Huth-Bücherei gibt es derzeit keinen Personenaufzug. Lediglich ein kleiner Lastenaufzug hilft etwa beim Befördern schwerer Bücher. „Das wäre nicht nur für die Teilhabe der Kinder notwendig, auch für Eltern oder Großeltern wäre ein Aufzug wichtig“, so Andrea Truchel.

Ergänzend soll nun geprüft werden, ob der Lastenaufzug durch einen Personenaufzug ersetzt oder umfunktioniert werden könnte. Weiter wird geprüft, ob es hierfür die Möglichkeit einer Förderung gibt.

Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 144.000 Euro. Die Kosten für den Umbau, über die am Dienstag abgestimmt wurden, betragen etwa 88.000 Euro.

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