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Klimaneutralität

TMehr Solar auf Dächern: Harsefeld plant gezielten Ausbau

Auch das neue Dach der Friedhofskapelle Gierenberg wurde mit einer PV-Anlage ausgestattet.

Auch das neue Dach der Friedhofskapelle Gierenberg wurde mit einer PV-Anlage ausgestattet. Foto: P. Meyer

Die Samtgemeinde will den Ausbau von Photovoltaik vorantreiben. Doch nicht alle Ausschussmitglieder halten einen Grundsatzbeschluss für sinnvoll.

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Von Pauline Meyer
Freitag, 08.05.2026, 08:50 Uhr

Harsefeld. Bis 2040 soll Niedersachsen klimaneutral werden. Das bedeutet, dass Emissionen reduziert werden müssen - sowohl in großen Städten als auch auf dem Land. Die Samtgemeinde Harsefeld hat daher in ihrer letzten Ausschusssitzung für Klima, Umwelt, Bau, Verkehr und Friedhof einen Grundsatzbeschluss diskutiert: die Ausstattung aller dafür geeigneten öffentlichen Gebäude der Samtgemeinde mit Photovoltaikanlagen. Damit soll der Ausbau erneuerbarer Energien künftig nicht mehr punktuell, sondern strategisch geplant und umgesetzt werden.

Erste Anlagen wurden 2001 errichtet

„Wir sind als Klimakommune bereits seit Jahren auf einem guten Weg“, so Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück. Mit dem Grundsatzbeschluss wolle man dem weiteren Vorgehen in Richtung Klimaneutralität 2040 den Weg ebnen.

Auf dem Rathaus in der Herrenstraße befindet sich ebenfalls eine PV-Anlage.

Auf dem Rathaus in der Herrenstraße befindet sich ebenfalls eine PV-Anlage. Foto: P. Meyer

„Es geht darum, die Eignung der einzelnen kommunalen Gebäude systematisch zu betrachten“, so Mareike Wilshusen vom Fachbereich Planen, Bauen und Klimaschutz. Ein Kataster soll einen Überblick verschaffen. Nach und nach sollen so neue Anlagen errichtet und alte repowert werden. Schließlich seien einige der bestehenden PV-Anlagen bereits mehr als 20 Jahre alt.

Diese Gebäude in Harsefeld haben schon Photovoltaik auf dem Dach

Bereits 14 öffentliche Gebäude in der Samtgemeinde Harsefeld sind mit PV-Anlagen ausgestattet - 2001 wurde die erste Anlage auf dem Dach der Grundschule Am Feldbusch errichtet.

Weitere befinden sich unter anderem auf Dächern anderer Schulen und Kitas, auf dem Rathaus sowie auf dem Gelände der Kläranlage und des Freibades. Insgesamt erzeugen die 14 Anlagen 385,58 kWp. Eine weitere ist bereits auf dem Gebäude des Bauhofs geplant.

Grundsatzbeschluss erforderlich?

Ob es in diesem Fall aber überhaupt eines Grundsatzbeschlusses bedarf, wurde im Ausschuss rege diskutiert. Jan Dammann (CDU) merkte an, dass seine Partei zwar den Weg in Richtung Klimaneutralität begrüße, man die einzelnen Gebäude aber unbedingt individuell betrachten müsse.

Ein Mann montiert Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Hauses.

Ein Mann montiert Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Hauses. Foto: Marijan Murat/dpa

Mareike Wilshusen stimmte zu: „Das Konzept zielt darauf ab, zu schauen, welche Gebäude welchen Verbrauch haben und wo es sinnvoll wäre, eine PV-Anlage zu installieren.“ Ein zentraler Aspekt ist dabei die stärkere Nutzung des selbst erzeugten Stroms vor Ort. Künftig sollen bestehende Anlagen, wo möglich, von der Volleinspeisung auf Eigenverbrauch umgestellt werden, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen und das Stromnetz zu entlasten.

Das Problem mit Netzüberlastungen habe man im Auge: „Wir wollen den Eigenverbrauch in den Vordergrund stellen“, so Wilshusen. Diese Analyse würde mit eigenen Ressourcen, also von Fachleuten aus der Verwaltung, durchgeführt werden.

„Photovoltaikanlagen sind eine wichtige Säule in der Energieversorgung“, sagt Hartwig Holthusen (Grüne). Er erachtet ein Kataster als sinnvolle Planungsgrundlage und gibt zu bedenken, dass die Technologien sich mit der Zeit weiterentwickeln werden. Einige Ausschussmitglieder sorgen sich, dass man am Ende zu viel oder im Winter zu wenig Strom produzieren könnte.

Johann Höft (CDU) berichtete von eigenen Erfahrungen mit PV-Anlagen. „Im Winter sollte man sich die Zahlen gar nicht erst angucken. Wie soll man damit kommunale Einrichtungen speisen?“, fragt er. Von einem Grundsatzbeschluss halte er daher nichts.

Einigung bei zwei Gegenstimmen

Die Verwaltung betonte dagegen auch wirtschaftliche Vorteile: Öffentliche Gebäude haben vor allem tagsüber einen hohen Strombedarf, also dann, wenn PV-Anlagen Strom liefern. Dadurch können Kosten gesenkt und die Abhängigkeit von externen Strompreisen reduziert werden.

Neben den ökologischen und wirtschaftlichen Effekten sieht die Verwaltung auch positive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft: Der Ausbau von Photovoltaikanlagen kann lokale Handwerksbetriebe wie Installateure und Techniker stärken und zusätzliche Aufträge schaffen.

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Unklarheiten zum Verfahren stellte Ute Kück klar: Trotz eines Grundsatzbeschlusses würde jedes geeignete Gebäude erst dem Ausschuss vorgestellt werden. Am Ende fasste Ausschussvorsitzender Lüder Pott (CDU) zusammen: „Wir wollen alle, dass sich die Samtgemeinde in Richtung Klimaneutralität weiterentwickelt. Nur das Wie ist die Frage.“ Mit zwei Gegenstimmen wurde der neu formulierte Beschlussvorschlag angenommen.

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