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Kommunalwahl

TMehr blau, weniger rot: Ein Stimmungsbild aus Fredenbeck nach der Wahl

Tim Siol (links) gewinnt die Samtgemeindebürgermeisterwahl in Fredenbeck - ohne Gegenkandiaten. Amtsinhaber Matthias Hartlef stößt als erster Gratulant mit ihm auf den Wahlsieg an.

Tim Siol (links) gewinnt die Samtgemeindebürgermeisterwahl in Fredenbeck - ohne Gegenkandiaten. Amtsinhaber Matthias Hartlef stößt als erster Gratulant mit ihm auf den Wahlsieg an. Foto: T. Meyer

Fredenbecks „Kuchen“ bekam am Wahlsonntag einen neuen Blauton dazu. Wie die AfD reagiert und was die anderen Politiker zum Abschneiden ihrer eigenen Partei sagen.

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Von Thies Meyer
16.09.2026, 13:45 Uhr

Fredenbeck. Die Samtgemeinde Fredenbeck galt in der Außendarstellung als AfD-freie Kommune, in der alle Parteien eine sachpolitische und konsensorientierte Politik verfolgen. In Zukunft verändert sich die Ratsarbeit, denn der Wahlsonntag brachte die AfD erstmals in den Samtgemeinderat.

Reaktionen auf das AfD-Ergebnis in Fredenbeck

AfD-Pressesprecher Helmut Wiegers verbucht das Ergebnis von 20,43 Prozent - alle fünf Kandidaten sind damit im Samtgemeinderat - als „großen Erfolg“. Es sei „ein Ergebnis guter Informationsarbeit“. Wiegers weiter: „Die SPD und die CDU haben damit auch eine Quittung für ihr totales politisches Versagen im Bund bekommen.“

„Erschrocken“ war Petra Tiemann, Vorsitzende der SPD Fredenbeck, welche Ausmaße die Zustimmungswerte für die AfD „in einzelnen ländlichen Räumen“ hätten. Zum Beispiel wählten in ihrer Heimat Kutenholz im Wahlbezirk Kutenholz II 33,58 Prozent die AfD.

Inge Vagts, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), sagt, sie habe in Gesprächen mit Bürgern viel Frust gespürt, weil diese unzufrieden mit der Bundespolitik und Regierung seien. Das wirkt sich laut Vagts auch im Kommunalen an der Wahlurne aus - mit mehr Zuspruch für die AfD.

SPD, CDU, FWG und Grüne bewerten ihr Abschneiden bei der Kommunalwahl

Beim Blick auf die Balkendiagramme bei der Kommunalwahl, verglichen mit denen von vor fünf Jahren, fällt der rote Balken auf. 2021 zeigte er noch 29,30 Prozent, am Wahlsonntag 18,34 Prozent. „Super überrascht“ war Petra Tiemann, Vorsitzende der SPD Fredenbeck, nicht über diese Stimmenverluste. Mit Einbußen sei zu rechnen gewesen, da sich durch die AfD „der Kuchen“ neu verteile.

Die Sitzverteilung im Samtgemeinderat Fredenbeck.

Die Sitzverteilung im Samtgemeinderat Fredenbeck. Foto: KDO

„Wir haben gegen den Bundestrend gekämpft“, sagt auch Marcel von der Lieth, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbands. Seine Partei bleibt im Samtgemeinderat (38,49 Prozent) mit zwölf Sitzen stärkste Kraft, verlor aber auch 6,44 Prozent und einen Sitz. Von der Lieth macht für die Ratsarbeit deutlich: Für ihn und seine Partei gelte weiterhin der Unvereinbarkeitsbeschluss „nach links und rechts“.

Inge Vagts blickt vor allem positiv auf das Abschneiden der FWG bei der Gemeinderatswahl in Fredenbeck, wo die Partei drittstärkste Kraft (20,71 Prozent) ist und ihre Wählerstimmen mehr als verdoppeln konnte: „Wir sind total zufrieden, weil wir eine Liste mit einigen neuen Kandidaten hatten.“

Markus Winter, gleichberechtigter Sprecher des Vorstandssprecher von Bündnis90/Die Grünen Fredenbeck, meint zum Wahlausgang für die Grünen: „Wir sind in Kutenholz zufrieden, in Fredenbeck und Deinste haben wir mehr erwartet.“

Von der Lieth oder Meybauer? Die Gespräche laufen

Wie 2021 wird die CDU aufgrund absoluter Mehrheiten in Deinste und Kutenholz den Gemeindebürgermeister stellen - in Deinste mit Tim Bardenhagen und in Kutenholz mit Sandra Lemmermann. Offen ist das Rennen in Fredenbeck zwischen Marcel von der Lieth und Dennis Meybauer (SPD). „Jetzt wird mit allen demokratischen Fraktionen gesprochen“, sagt Tiemann.

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Eine Tendenz, wie alle anderen Parteien abstimmen, gibt es noch nicht. Der Grüne Winter sagt, für ihn sei die Sachpolitik entscheidend, ihn interessiere: Welcher Kandidat will welche Themen umsetzen? Das würden auch die in den Gemeinderat gewählten Grünen bei ihrer Stimme berücksichtigen, so Winter.

Das könnten Siols Eigenschaften für eine gute Ratsarbeit sein

Tim Siol wurde mit 78,02 Prozent zum Samtgemeindebürgermeister gewählt. Winter ist zuversichtlich, dass der „sehr überparteilich“ agierende Siol „unterschiedliche Stimmungsbilder der Parteien“ gut moderiert.

Mit ihm bekomme Fredenbeck einen „perfekten Verwaltungsfachmann“, der es verstehe, „die Brücke zwischen Verwaltung und Politik“ zu schlagen, so Tiemann. „Er ist ein ruhiger und überlegter Vertreter, der nicht zu Schnellschüssen neigt.“ Diese Meinungen können als parteiübergreifender Tenor verstanden werden: Siol war der gemeinsame Kandidat von CDU, SPD, FWG, Grünen und FDP.

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