TMensaessen und sicherer Schulweg: Sechstklässler wollen mitbestimmen
Die 6c der IGS Stade kam mit Passanten in der Hökerstraße ins Gespräch. Auch Lokalpolitiker wie Sebastian Klinge (CDU) und Kai Koeser (SPD) hörten den Kindern zu. Foto: Haardt
In der Hökerstraße erklärten Sechtsklässler der IGS, was sie sich von ihrer Schule wünschen. Die Schüler hatten zuvor im Unterricht sieben Forderungen erarbeitet.
Stade. Trotz hoher Temperaturen schlugen die Schüler der 6c von der IGS Stade vor einigen Tagen ihren Stand in der Hökerstraße auf. Mit Flyern, selbst gebastelten Schildern und Plakaten zeigten sie, was sie sich von ihrer Schule erhoffen.
Amalia, Maximilian und Luna setzen sich für die Einführung des Cook-and-Chill-Verfahrens ein. Foto: Haardt
Lokalpolitiker wie Kai Koeser (SPD) und Sebastian Klinge (CDU) waren vor Ort und kamen mit den Sechstklässlern ins Gespräch.
Digitalisierung, ein sicherer Schulweg und späterer Schulbeginn
Der Stand ist das Ergebnis der Aktionswoche Demokratie. Im Rahmen dieser Projektwoche beschäftigten sich die Schüler der 6c mit der Frage: Wie kann Schule besser werden?
Die Klasse hatte sieben Forderungen entwickelt und Argumente für ihre Positionen gesammelt. Nils findet die Sicherheit auf dem Schulweg ein wichtiges Thema. Er wünscht sich mehr Ampeln und Zebrastreifen. Die 6c würde sich außerdem mehr Beleuchtung auf dem Schulweg wünschen.
Nils, Bente und Charlotte sprechen sich aus für mehr Digitalisierung in der Schule. Obwohl sie schon mit iPads arbeiten, müssten sie immer noch schwere Bücher in die Schule tragen, erzählen die drei. Bente ärgert sich über die unregelmäßigen Busverbindungen, die es für sie schwierig machen, zur Schule zu kommen.
Vor allem für Schüler, die eine lange Anfahrt haben, sei ein späterer Schulstart besser. Die Sechstklässler verweisen zudem auf Studien, die zeigen, dass Menschen erst ab 10 Uhr richtig wach sind.
Cook-and-Chill ist Hauptanliegen
Ein Thema, das den Stadtrat schon lange beschäftigt, ist auch für die Sechstklässler ein wichtiges Anliegen: Das Cook-and-Chill-Verfahren. Laut Stadt wäre die Einführung jedoch mit einem teuren Umbau verbunden.
Doch die Schüler sind überzeugt, dass das Essen dann für sie besser wird. Louis erzählt, dass es in der Mensa oft nicht schmecken würde und manchmal Schüler nur das Brot vom Salatbuffet essen würden. Am Demonstrationsstand sammelten die Kinder dafür Unterschriften, die sie dem Rat übergeben wollen.
Passanten tauschen sich mit Sechstklässlern aus
Gleichzeitig sammeln die Kinder aus der 6c Spenden für ihren Klassenraum. Den möchten sie im nächsten Schuljahr etwas schicker gestalten, zum Beispiel mit Sitzsäcken.

Am Informationsstand sammeln Pia, Amalia, Nadia und Annelie Geld, um ihren Klassenraum schöner zu gestalten. Foto: Haardt
Die meisten Leute hätten viel Verständnis für das Anliegen und würden sich gerne mit ihnen unterhalten, sagen die Sechstklässler. Auf Zetteln können die Passanten aufschreiben, was sie sich für eine bessere Schule wünschen: Hier fallen Stichworte wie respektvoller Umgang, kein Mobbing und gute Erreichbarkeit.
Schüleranliegen in der Öffentlichkeit sichtbar
„Es ist ungewöhnlich, dass Schule hier so in die Öffentlichkeit tritt” sagt Kirstin Mbohwa-Pagels, Lehrerin der 6c. Sonst kämen Schüler nur selten in Kontakt mit Menschen, die nicht mehr zur Schule gehen und andersherum. Deshalb sei der Informationsstand so wichtig.

Trotz hoher Temperaturen: Die Schüler und Schülerinnen der 6c sprechen mit Passanten über ihre Anliegen. Foto: Haardt
Im Laufe des Tages kommen auch Lokalpolitiker am Stand vorbei und hören sich die Anliegen der Kinder an, darunter Sebastian Klinge (CDU) und Kai Koeser, Stader Bürgermeisterkandidat für die SPD.
Lokalpolitiker kommen mit Kindern ins Gespräch
Beide Politiker sind sich einig: Kinder sollten in der Politik mehr gehört werden. Aber laut Koeser sei die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche, sich mit ihren Anliegen an Politiker zu wenden, oft zu hoch.
Doch es gäbe Möglichkeiten, das zu ändern: Koeser war Anfang Juni auf dem Erstwählerforum im Stadeum. Seitdem kämen vermehrt Jugendliche in der Straße auf ihn zu oder schrieben ihm Mails. „Dadurch, dass sie mich gesehen und mit mir geredet haben, ist die Hemmschwelle niedriger geworden.”
T Pro und kontra Surfpark: Kontroverse Diskussion in Stade
Sebastian Klinge hat zwar nicht auf der Cook-and-Chill-Liste unterschrieben, aber findet es bemerkenswert, wie aktiv die Kinder sich mit politischen Themen auseinandersetzen. Wichtig findet er auch, dass die Schüler sehen, dass Diskussionen zur Demokratie gehören.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.