TMillioneninvestition: Was Nottensdorf mit der alten Schule plant
AG-Sprecher Thomas Melchert und Bürgermeister Hartmut Huber vor der alten Dorfschule im Nottensdorfer Ortskern. Foto: Buchmann
Sport, Musik, Theater: Vereine gibt es in Nottensdorf viele. Doch es fehlen Räume, das Dorfgemeinschaftshaus ist am Limit. Die alte Schule soll diese Lücke schließen.
Nottensdorf. Wo früher Generationen von Nottensdorfer Kindern das Alphabet lernten und gemeinsam auf dem Schulhof spielten, herrscht seit letztem Sommer Stille. Die alte Dorfschule im Ortskern steht leer. Doch das soll sich bald ändern.
Bereits seit mehr als vier Jahren beraten und planen Verwaltung, Gemeinderat und die Arbeitsgruppe Nottensdorf darüber, wie die Nottensdorfer Schule weitergenutzt werden kann. „Der Gebäudezustand ist absolut in Ordnung“, sagt Ortsbürgermeister Hartmut Huber (CDU). Generell müssten beispielsweise Dämmung, Beleuchtung sowie Fußböden erneuert werden.
Schule soll Dorfgemeinschaftshaus entlasten
Mit der Schule gehen Arbeitsgruppe und Kommune den nächsten Eckpunkt an, um die Dorfmitte attraktiv zu halten. Seit vergangenem Herbst erfreuen sich die Nottensdorfer am fertig umgestalteten Denkmalplatz sowie dem aufgewerteten Gelände um die Friedhofskapelle.
Dorfentwicklung
T Leere: Wie wieder Leben in Bliedersdorfs Ex-Grundschule einziehen könnte
Die Schule soll den dörflichen Dreiklang komplettieren und den Bürgern Raum zum Begegnen bieten - der wird in Nottensdorf nämlich knapp.

Im Dachgeschoss ist aktuell die Nottensdorfer Theatergruppe untergebracht. Foto: Buchmann
„Das Dorfgemeinschaftshaus ist überlastet“, sagt AG-Sprecher Thomas Melchert. Die Schule soll das Raumangebot ergänzen, um den vielen Vereinen und Gruppen einen möglichst barrierefreien Treffpunkt zu bieten. „Die Schule liegt sehr zentral, das bietet sich an“, sagt Melchert. Die Idee: Ein generationenübergreifendes Angebot für alle.
Ein Café mit Terrasse und Räume für Vereine
Für das Erdgeschoss hat die Arbeitsgruppe mehrere Ideen ausgearbeitet. Zwei ehemalige Klassenzimmer sollen als Mehrzweckräume dienen, in denen eine Wärmeküche und ein öffentliches Café mit Terrasse unterkommen sollen.
Weitere Räume im Erdgeschoss und im Dachgeschoss sollen nach Bedarf Vereine und Gruppen nutzen können. Ein Teil im Obergeschoss ist derzeit privat vermietet.

Das Außengelände will die Arbeitsgruppe wieder schön herrichten. Zudem soll ein neuer Jugendraum mit eigenem Eingang entstehen. Foto: Buchmann
Ein Bereich im Erdgeschoss, hin zum Schäferstieg gelegen, soll ausschließlich der Jugendpflege zur Verfügung stehen. Aktuell treffen sich die Jugendlichen im Jugendraum „Speeno“ in der ehemaligen Gaststätte „Unter den Linden“, von den Einheimischen auch „Ferkel-Börse“ genannt.
Eigener Bereich für den Jugendtreff
„Die Jugendlichen sollen in der Schule einen öffentlichen Treffpunkt bekommen“, sagt Bürgermeister Huber. Hierfür soll eine bisherige Verbindungstür verschlossen und ein neuer Zugang vom Schäferstieg aus geschaffen werden. Zudem sollen die Jugendlichen einen eigenen WC-Bereich sowie eine eigene Küche mit Lagerraum bekommen.

Der frühere Haupteingang der Grundschule soll seine ursprüngliche Holztür wiederbekommen. Foto: Buchmann
Das Außengelände um die Schule herum soll ebenfalls erneuert werden. Der ehemalige Schulspielplatz soll den Familien im Dorf erhalten bleiben. Ebenso soll der frühere Schuleingang an der Südseite wieder eine Doppelflügeltür erhalten.

1897: Ein Blick auf die Südseite der Dorfschule mit der alten Eingangstür. Foto: AG Nottensdorf
Auch die freiliegenden Holzbalken im Obergeschoss sollen weiterbestehen. „Elemente, die den Menschen am Herzen liegen, sollen erhalten bleiben“, sagt Thomas Melchert.
Schule soll kein „Lost Place“ werden
Arbeitsgruppe und Kommune wollen durch Umbau und Weiternutzung verhindern, dass die Schule zu einem „Lost Place“ wird. Das Projekt gehe jetzt in die Planungsphase, sagt Huber. Die Kosten für den Umbau der Dorfschule schätzt der Bürgermeister derzeit auf etwa 1,2 Millionen Euro.
Gedenken an NS-Opfer
T Horneburg: Räte machen Weg frei für neue Stolpersteine
Für das Projekt bekommt die Kommune eine kräftige Finanzspritze vom Land Niedersachsen: 500.000 Euro Fördermittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm sagte das Land am 20. Mai den Nottensdorfern für den Umbau der alten Schule zu.
Wann die alte Dorfschule fertig sein soll
Trotz der Fördermittel müsste die Kommune einen Großteil der Kosten selbst stemmen; zusätzlich zu weiteren Großprojekten wie etwa der Sanierung des Friedhofes oder der geplanten Umgestaltung des Freizeitparks. Erst Ende April hatte sich der Gemeinderat nach vorheriger Diskussion einstimmig für den Abriss des umstrittenen Kioskgebäudes und für das Aufstellen eines WC-Containers im Freizeitpark entschieden - aus Kostengründen.
„Es ist viel Geld für die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Hartmut Huber. Doch es sei „gut investiertes Geld“, um das Dorf dauerhaft aufzuwerten. „Es ist ein tolles Ensemble mit Schule, Denkmalplatz und Kapelle. Da kann man was draus machen“, so Huber. Das Ziel sei es, die Arbeiten an der Schule bis Ende 2028 abzuschließen.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.