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Neue Studie

TMillionenumsätze: So stärkt der Tourismus die Wirtschaft in Buxtehude

Der Weihnachtsmarkt in Buxtehude ist ein Besuchermagnet. Das Foto zeigt den Walking Act Sternenprinzessin und Rentierreiterin am Eröffnungstag des Wintermärchens 2025.

Der Weihnachtsmarkt in Buxtehude ist ein Besuchermagnet. Das Foto zeigt den Walking Act Sternenprinzessin und Rentierreiterin am Eröffnungstag des Wintermärchens 2025. Foto: Sulzyc

Der Tourismus spült jede Menge Geld in die Stadt Buxtehude. Wo das Stadtmarketing noch Luft nach oben sieht.

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Von Thomas Sulzyc
Dienstag, 13.01.2026, 09:50 Uhr

Buxtehude. Die Wirtschaft in Buxtehude profitiert vom Tourismus. Wie stark, macht eine aktuelle Studie deutlich. Demnach halten sich Reisende insgesamt 2,3 Millionen Tage in der Stadt auf. 1070 Vollzeitstellen hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Die Zahl der Beschäftigten ist höher, weil viele Menschen in der Branche in Teilzeit arbeiten.

Die Gäste sorgen für Millionenumsätze, von denen Hotels, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte profitieren. Aber auch Handwerksbetrieben, die zum Beispiel Hotelgebäude modernisieren, dem öffentlichen Personennahverkehr und den Bädern bringt das Geschäft mit dem Fremdenverkehr Geld.

Tourismus generiert Umsatz von 75,5 Millionen Euro

Das geht aus der Analyse des DWIF (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr) hervor, die der Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe in Auftrag gegeben hat. Eine Teilstudie weist detaillierte Ergebnisse für die Stadt Buxtehude aus.

Das Tourismus-Engagement eines Ortes zahle sich aus - in Euro und Cent für alle Branchen, heißt es in der Studie. In Buxtehude sorgte der Tourismus 2024 für 75,5 Millionen Euro Bruttoumsatz. Im gesamten Landkreis Stade sind es 310,6 Millionen Euro, in der Stadt Stade 121,2 Millionen Euro.

Sie profitieren direkt vom Tourismus

31,2 Millionen Euro entfielen in Buxtehude auf das Gastgewerbe, gefolgt vom Einzelhandel mit 29,4 Millionen Euro und Dienstleistungen (14,9 Millionen Euro).

Vor allem Tagesgäste besuchen Buxtehude. Ihre Bedeutung für die Stadt ist deutlich größer als im übrigen Landkreis. Der Anteil Tagesreisender an allen Touristen in Buxtehude beträgt 95,2 Prozent (Landkreis Stade: 88,7 Prozent).

Tagesgäste geben der Studie zufolge im Schnitt 28,40 Euro aus bei ihrem Besuch in Buxtehude. Übernachtungsgäste, die in Hotels oder größeren Pensionen schlafen, lassen 136,40 Euro pro Tag in der Stadt.

Anders ist das Bild in der Stadt Stade: Der Anteil aus dem Tagesausflugsvolumen an den Gesamtumsätzen liegt bei lediglich 65,7 Prozent. Hier hat die Hotellerie eine größere Bedeutung für den Umsatz aus dem Tourismus. In Stade geben Tagesgäste im Schnitt 29,50 Euro aus bei ihrem Besuch, Übernachtungsgäste durchschnittlich 141,20 Euro pro Tag.

Zur wirtschaftlichen Bedeutung des Wohnmobiltourismus liefert die Studie diese Zahlen: Eine Million Euro Bruttoumsatz in Buxtehude gehen im Jahr 2024 auf Wohnmobilisten zurück. Reisende im Wohnmobil geben im Schnitt 60,20 Euro pro Tag aus.

Der Wohnmobilstellplatz am Genslerweg in Buxtehude.

Der Wohnmobilstellplatz am Genslerweg in Buxtehude. Foto: Sulzyc

Das Stadtmarketing Buxtehude sieht sich in seiner Arbeit bestätigt: „Uns ist es gelungen, Touristen in die Stadt zu locken und Übernachtungen zu generieren“, sagt Leiter Torsten Lange.

Torsten Lange, Leiter Stadtmarketing Buxtehude: „Jeder Euro in die Tourismusförderung wird verdoppelt oder verdreifacht.“

Torsten Lange, Leiter Stadtmarketing Buxtehude: „Jeder Euro in die Tourismusförderung wird verdoppelt oder verdreifacht.“ Foto: Sulzyc

Buxtehude hat den Ruf als feierfreudige Stadt. Die Studie rückt dieses Amüsement in ein anderes Licht: „Knallharte Wirtschaftsförderung“ seien der Weihnachtsmarkt mit dem Namen „Wintermärchen“ und das Hafenfest „Hanse Ahoi“, sagt Torsten Lange. Beide Ereignisse veranstaltet das Stadtmarketing.

Gleiches gelte für das Altstadtfest, das Weinfest und das Steampunkfestival, alles Großereignisse, die der Altstadtverein mit Förderung der Stadt veranstaltet. Das seien wichtige Frequenzbringer, die Geld in die Stadt brächten. „Jeder Euro in die Tourismusförderung wird verdoppelt oder verdreifacht“, sagt Torsten Lange.

Mit einem Ergebnis der Studie müssen sich Buxtehudes Tourismusakteure intensiv auseinandersetzen: die besonders hohe Zahl an Tagestouristen. Der Stadtmarketingleiter folgert daraus: „Wir müssen mehr Übernachtungen gewinnen.“

Vor dieser Aufgabe steht die Tourismusförderung

Luft nach oben bei den Übernachtungszahlen sei in der Nebensaison. „Da müsse wir Anlässe schaffen, damit Leute mehr übernachten“, sagt Torsten Lange.

Welche das sein könnten, ließ der Stadtmarketingleiter im Gespräch mit dem TAGEBLATT offen. Nur so viel: Darüber würden sich Tourismusakteure bei einem Treffen am 8. Februar auf der Lühe-Schulau-Fähre austauschen.

Zusätzliche Übernachtungsgäste gewinnen: Die vom Rat der Stadt Buxtehude beschlossene Bettensteuer dürfte dieses Ziel zumindest erschweren. Dabei handelt es sich um eine örtliche Übernachtungsabgabe in Beherbergungsbetrieben. „Aus touristischer Sicht“, sagt Torsten Lange, „ist das nicht die Toplösung.“

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