TMorgens in Buxtehude: Wie Bürger Brennholz von der Stadt ersteigern
Auktionator Jörn Pöpke (Fachgruppe Straßen und Grünanlagen der Stadt Buxtehude) versteigert das Brennholz in 5-Euro-Schritten. Mindestgebot: 20 Euro. Foto: Sulzyc
Die Stadt Buxtehude versteigert Brennholz. Wie funktioniert das? Und sind die Preise günstiger als im Handel? Ein Besuch bei der Auktion.
Buxtehude. Etwa 50 Menschen finden sich am Sonnabend zur Brennholzauktion auf dem Gelände der Städtischen Betriebe Buxtehude am Melkerstieg ein. Seit 7.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Beginn, haben Teilnehmer die Möglichkeit, die Ware in Augenschein zu nehmen. Insgesamt 53 unterschiedliche Haufen mit Brennholz, Lose genannt, sind aufgetürmt.
Insgesamt 53 Haufen mit Brennholz, Lose genannt, sind zu der Versteigerung auf dem Gelände der Städtischen Betriebe Buxtehude am Melkerstieg aufgetürmt. Foto: Sulzyc
Einmal im Jahr versteigert die Stadt Buxtehude Brennholz. Ausschließlich von Bäumen auf dem Stadtgebiet stamme es. Von Baumpflegemaßnahmen, von Fällungen wegen Baumaßnahmen oder Sturmschäden, erklärt Dennis Vollmer von der Fachgruppe Straßen und Grünanlagen.
Deutlich mehr Bieter als im Vorjahr seien dabei, sagt ein erfahrener Teilnehmer. Das Interesse ist groß, denn das Angebot ist knapp auf dem Markt. Im Januar seien die Preise für Brennholz kräftig gestiegen, schrieb das Fachportal Agrarheute im März.
Darum ist Brennholz teuer in Deutschland
Das habe zwei Ursachen: Die Holzpreise in Deutschland seien im ersten Quartal 2026 sehr stark gestiegen – und mit ihnen die Preise für Brennholz und andere Verwertungen. Zum anderen war es in Deutschland bis Ende Februar sehr kalt. Deshalb war der Verbrauch von Brennholz deutlich höher als in den Vorjahren. Die Lager der privaten Haushalte sowie der Holzhändler sind leer.
Heizperiode
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Ersteigertes Holz muss etwa zwei Jahre trocknen
Wer an diesem Sonnabendmorgen bei vier Grad Außentemperatur mitbietet, weiß: Gemütliche Wärme im Ofen wird das ersteigerte Holz erst in zwei Jahren erzeugen. So lange muss es lagern und trocknen, damit das vom Regen feuchte Holz verheizt werden kann.
Ohne Auktionshammer, der das Ende der Gebotsangabe signalisiert, oder andere Theatralik läuft die Brennholzauktion ab. Auktionator Jörn Pöpke von der Fachgruppe Straßen und Grünanlagen erklärt der versammelten Menge die Regeln.
Das sind die Regeln bei der Brennholzauktion
Wer bietet, gibt ein Handzeichen oder beteiligt sich mit dem Ruf „Hier“. Das Mindestgebot zu jedem Los liegt bei 20 Euro. In 5-Euro-Schritten steigern Teilnehmer die Gebote.
Ausschließlich Bargeld wird akzeptiert. „Nur Euros. Keine Kreditkarten, keine Bitcoins“, macht der Auktionator deutlich.
Kälte ist optimal
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Zudem lautet eine wichtige Regel: Ersteigertes Holz muss bis 16 Uhr abtransportiert sein. Solange bleibt der Holzplatz geöffnet. „Nicht abtransportiertes Holz geht dann in unseren Besitz über“, sagt Jörn Pöpke.
Gute Geschäfte für beide Seiten
Bis zu zwei Meter lange Baumstämme ersteigert Christian Warnke. Für das Los jedenfalls gibt er das höchste Gebot an diesem Tag ab: 130 Euro. Trotzdem ein gutes Geschäft: „Im Handel hätte ich wohl 500 Euro bezahlt“, sagt er. Die meisten Lose gehen zu Preisen von 40 bis 70 Euro weg.
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Christian Warnke kommt aus dem kleinen Dorf Wense im Landkreis Rotenburg. Sein Nachbar ist Landwirt und hilft ihm beim Abtransport mit Trecker und Anhänger. „Das Holz zersäge ich zu Hause“, sagt er. Warnke ersteigert am Ende drei Lose - mehr ist nicht erlaubt. Bei ihrer Auktion will die Stadt Buxtehude möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zum Kauf bieten.
Nach 56 Minuten hat Auktionator Jörn Pöpke die 53 Lose versteigert. Wer bei dieser Auktion bietet, muss anschließend schuften: unhandliche Holzstämme in den Anhänger hieven oder zur Motorsäge greifen. Vielleicht ist die Brennholzauktion deshalb Männersache. Jedenfalls sind unter den 50 Teilnehmern lediglich fünf oder sechs Frauen.

Wer hier Holz ersteigert, muss anschließend schuften: Kay Böhme (links) und Nico Pape laden das ersteigerte Brennholz zum Abtransport auf den Anhänger. Foto: Sulzyc
Erlös kommt Naturschutz zugute
Wer hier Holz ersteigert, besitzt in der Regel einen Ofen. Laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium nutzen rund 1,1 Millionen Haushalte in Deutschland Scheitholz, Holzpellets oder Holzhackschnitzel in Heizkesseln als primäre Energiequelle zum Heizen des kompletten Wohnraums. Zudem gibt es etwa 11,2 Millionen sogenannte Einzelraumfeuerstätten. So heißen im Amtsdeutsch Kaminöfen und Kachelöfen, die eine andere Heizung im Haus ergänzen.
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Mit dem Erlös wird die Stadt ein Naturschutzprojekt finanzieren. Was genau, sei noch nicht entschieden. Ein Projekt in der Vergangenheit waren Nistkästen in Zusammenarbeit mit Schülern.
Die nächste Brennholzauktion der Stadt Buxtehude ist im März 2027 vorgesehen.
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