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Ahmadiyya-Gemeinde

TMuslimischer Friedens-Fahrradclub Stade: Neugierige Nachfragen erlaubt

Die jungen Fahrradfahrer der Stader Ahmadiyya-Gemeinde fallen auf.

Die jungen Fahrradfahrer der Stader Ahmadiyya-Gemeinde fallen auf. Foto: Hardt

Wenn die Jungs von der Ahmadiyya-Gemeinde in Stade auf dem Fahrrad unterwegs sind, werden sie oft angesprochen. Was auf ihren Trikots steht und warum, erklären sie gern.

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Von Anping Richter
Samstag, 25.04.2026, 11:00 Uhr

Stade. Samstags nach dem Gottesdienst schwingen sie sich aufs Fahrrad: An der Moschee am Bullenhof starten die jungen Muslime der Ahmadiyya-Gemeinde in Stade ihre gemeinsame Tour. Meist geht es 15 bis 20 Kilometer durch Stade und Umgebung. „Wir machen das niedrigschwellig, damit jeder mitfahren kann“, erklärt Salman Ahmed Malhi, der Imam der Gemeinde, der auch dabei ist.

Friedens-Fahrradclub: Kilometer für Toleranz

In ihren leuchtend türkisfarbenen Trikots ist die Truppe, die sich Friedens-Fahrradclub nennt, schon von weitem gut sichtbar. Die Aufschrift „Muslime für Frieden“ tragen sie in großen Buchstaben auf der Brust. Wie sie erklären, wollen die jungen Leute „Kilometer für Toleranz“ sammeln - und in Zeiten, wo Hetze und Unzufriedenheit gefühlt zunehmen, Menschen zusammenbringen und ein positives Zeichen setzen.

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„Wir haben uns Ende März gegründet. Unser Ziel ist, nicht nur innerhalb der Gemeinde aktiv zu sein, sondern auch Menschen aus unserer Stadt einzuladen, sich uns anzuschließen – unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung“, erklärt Malhi, der als Imam für die Ahmadiyya-Muslime in Stade, Buxtehude, Lüneburg, Soltau und Jesteburg zuständig ist

Jeder kann sich den Radlern anschließen

Wer sich den Radlern anschließen möchte, sollte sich vorab melden, um Uhrzeit und Treffpunkt abzumachen, per Mail unter a.salman.malhi@gmail.com oder telefonisch unter 0176/43276490.

Und was ist mit den Frauen? Bei dieser Frage verweist der Imam auf seine Frau, Sumera Ahmed. Denn die Frauengemeinde organisiert sich bei den Ahmadiyya-Muslimen über alle Ebenen der Religionsgemeinschaft unabhängig von den Männern und hat auch eine eigene Vorsitzende.

Sabiba Saleem (links) ist die Vorsitzende der Ahmadiyya-Frauen in Stade. Sie wird unterstützt von Attia Tul Noor (Mitte) als Beauftragte für interreligiösen Dialog und von Sumera Ahmed.

Sabiba Saleem (links) ist die Vorsitzende der Ahmadiyya-Frauen in Stade. Sie wird unterstützt von Attia Tul Noor (Mitte) als Beauftragte für interreligiösen Dialog und von Sumera Ahmed. Foto: Richter

In Stade ist es Sabiha Saleem, der Attia Tul Noor als Beauftragte für interreligiösen Dialog zur Seite steht. Eine Fahrradgruppe bei den Frauen gebe es nicht, dafür aber andere Sportangebote, zum Beispiel in der BBS-Halle.

Ahmadiyya-Frauen organisieren eigene Aktionen

Zur etwa 100-köpfigen Ahmadiyya-Gemeinde in Stade gehören 40 Frauen. Sie sammeln Spenden, zum Beispiel für die Stader Tafel, beteiligen sich an jedem 3. Oktober am Tag der offenen Moschee und laden jährlich zum Weltfrauentag am 8. März zum Frühstück dorthin ein.

„Ich bin eine Muslima. Haben Sie Fragen?“, heißt eine Dialog-Aktion, bei der sie sich in der Stadt Fragen der Passanten stellen. Mit Offenheit wollen sie Vorurteile abbauen. Die Menschen in Stade erlebten sie als sehr positiv. Trotzdem seien sie hin und wieder negativen Kommentaren ausgesetzt - über ihre Kopftücher oder ihre Hautfarbe.

Der Stellenwert von Bildung für Frauen

In Pakistan werden die Ahmadiyya-Muslime verfolgt, weil sie glauben, dass der Messias schon erschienen ist - in Gestalt ihres Gründers Mirza Ghulam Ahmad (1835-1908). Dessen Nachfolger sagte: „Keine Nation kann Fortschritte machen, ohne ihre Frauen zu bilden.“ Heute sei dies das Motto der Frauenorganisation der Ahmadiyya, erklärt Sumera Ahmed, die selbst Lehramt studiert hat. Dabei gehe es nicht nur darum, das eigene Potenzial zu entwickeln, sondern auch um die nächste Generation.

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