Zähl Pixel
Diskothek

TNach 50 Jahren: Warum das „Ta-Töff“ nicht mehr regelmäßig öffnet

Die Zeiten der tanzenden Massen in Großraum-Diskotheken sind vorbei. Daraus ziehen die Betreiber des „Ta-Töff“ in Bevern jetzt die Konsequenz. Regelmäßige Disco-Veranstaltungen gibt es ab August nicht mehr.

Die Zeiten der tanzenden Massen in Großraum-Diskotheken sind vorbei. Daraus ziehen die Betreiber des „Ta-Töff“ in Bevern jetzt die Konsequenz. Regelmäßige Disco-Veranstaltungen gibt es ab August nicht mehr. Foto: Stefan Bruns/szenenight.de

Es ist eine der bekanntesten Großraum-Diskotheken in der Region: das „Ta-Töff“ in Bevern. Und dort ändern sich jetzt die Zeiten.

Von Stefan Algermissen Freitag, 15.05.2026, 00:01 Uhr

Bevern. 1976 eröffneten die Brüder Hinrich und Hans-Georg Meyer am Beverner Ortseingang eine Großraum-Diskothek, die schon bald Bekanntheit in ganz Norddeutschland erlangte. Vielleicht nicht jedes Kind, spätestens aber jeder Teenager mit Hummeln im Hintern kannte irgendwann das „Ta-Töff“ – und als Wahrzeichen vor der Tür die alte Dampflok aus dem Jahr 1937.

Nach zahlreichen Um- und Anbauten hat die Großraum-Diskothek, die mittlerweile auf den Namen Eventcenter hört, heute eine Kapazität von 3000 Besuchern. Doch selbst die reichte in den Jahren, als das Geschäft noch boomte, kaum aus. Bis in die 1990er Jahre war das „Ta-Töff“ an jedem Wochenende pickepackevoll. Und wenn Künstler wie Boney M., Nena, Peter Maffay oder später Scooter und Mickie Krause auf der Bühne standen, war frühes Erscheinen angesagt für alle, die hineinwollten.

Demografischer Wandel, Corona, verändertes Freizeitverhalten

Doch die Zeiten haben sich geändert. Großraum-Diskotheken in Deutschland durchlaufen einen massiven Strukturwandel. Die Zahl der Tanzlokale hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert – von etwa 1.630 im Jahr 2015 auf nur noch knapp 1.070 im Jahr 2024. So sagen es die Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Einige Gründe sind offensichtlich, andere sind es weniger.

Natürlich spielt der demografische Wandel eine Rolle. Heißt: Es gibt schlicht nicht mehr so viele junge Menschen wie früher. Zudem hat sich das Freizeitverhalten – nicht zuletzt durch Corona – geändert. Die Generation Z, also die Jahrgänge 1995 bis 2010, geht seltener in Clubs. Sie kann jedes Lied zu Hause auf Spotify streamen und selbst die „Partnersuche“ online auf Tinder und Co. angehen.

„Wir geben immer alles, probieren Neues – mit voller Leidenschaft“

Aus den veränderten Voraussetzungen ziehen die Brüder Thomas und Stephan Meyer, die das „Ta-Töff“ gemeinsam in zweiter Generation betreiben, nun die Konsequenz. Sie richten das Konzept neu aus. „Ab August gibt es die regelmäßigen Disco-Veranstaltungen nicht mehr“, sagen die Brüder im Gespräch und betonen im gleichen Atemzug, dass es sich keineswegs um das Aus des „Ta-Töff“ handele.

„Stattdessen konzentrieren wir uns künftig auf Geburtstage, Firmenveranstaltungen und Sonderveranstaltungen“, berichten die Brüder. „Wir geben immer alles, probieren Neues und sind mit voller Leidenschaft dabei. Wenn wir etwas machen, dann zu 100 Prozent.“ Bis heute würden die Gäste für die Veranstaltungen des „Ta-Töff“ teilweise noch aus ganz Deutschland anreisen. „Das ist ein Wahnsinn!“, sagen die Brüder.

In den sozialen Medien blicken die Ta-Töff-Betreiber trotzdem auf die vergangenen 50 Jahre zurück: „Millionen Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus haben bei uns gefeiert, Freundschaften fürs Leben geschlossen oder sogar die große Liebe gefunden. Erinnerungen, die bis heute bleiben.“ Unter diesem Beitrag auf Facebook, Instagram und Co. türmen sich die Kommentare ehemaliger Gäste, die genau das bestätigen.

Bewährte Sonderveranstaltungen bleiben bestehen

„All das hier bei uns in Bevern – bei der Familie Meyer, die das Eventcenter Ta-Töff 1976 gegründet hat und es auch nach 50 Jahren noch mit Herzblut führt“, heißt es auf den Social-Media-Accounts des „Ta-Töff“. Und mit Blick auf die künftigen Veranstaltungen: „Wenn ihr bei uns feiern möchtet oder eine passende Location sucht, sprecht uns an – wir beraten euch gern.“

Bereits jetzt gebe es zahlreiche Buchungen für private Veranstaltungen wie Geburtstage und Firmenfeiern, berichtet Thomas Meyer. Und: „Und unsere Sonderveranstaltungen wie das Pelican Festival, Halloween, Karneval und vieles mehr bleiben unseren Gästen selbstverständlich erhalten. Ein weiteres „Highlight“ (Meyer), das 2026 nach Bevern zurückkehre, sei das elektronische Musikfestival „Outside World“ am 7. November.

Im Juni „Closing-Party 16+“ und letzte Ü30/Ü40/Ü50-Party

Bis zum August ist es jedoch noch einige Wochen hin, und die „Ta-Töff“-Betreiber wollen das neue Kapitel der Firmengeschichte nicht aufschlagen, ohne das alte mit einer großen Party zu beenden. Genauer gesagt sind es sogar gleich drei Partys: Am Sonnabend, 30. Mai, lautet das Motto „Closing Party 16+“. Am Sonnabend, 6. Juni, findet zum Abschied „Die letzte Ü30/ Ü40/Ü50-Party“ im „Ta-Töff“ in Bevern statt.

Außerdem veranstaltet das „Ta-Töff“-Team am Sonnabend, 4. Juli, wieder als Open-Air-Veranstaltung die „Sommernacht am Vörder See“ an der Seebühne in Bremervörde.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel