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Unwetter

TNach Tornado im Kreis Stade: Zwei Familien berichten von Verwüstungen

Detlef Ahlf vor dem teilweise abgedeckten Stall.

Detlef Ahlf vor dem teilweise abgedeckten Stall. Foto: Helfferich

Ein lauter Knall, und plötzlich hatte ein Tornado im Oederquarter Bruch zwei Häuser im Griff. Die Bewohner berichten von dem Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden.

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Von Susanne Helfferich
28.07.2026, 17:50 Uhr

Oederquart. Detlef und Marlies Ahlf saßen am Sonntagabend gemütlich im Wohnzimmer und haben von dem Sturm vor ihrer Tür nichts mitbekommen. „Es regnete und war windig, dass da aber gerade eine Windhose oder gar ein Tornado über den Hof fegt, haben wir nicht mitbekommen“, so Detlef Ahlf.

Der Tornado hob offenkundig einen drei Tonnen schweren Viehwagen für zehn Kühe hoch und kippte ihn auf die Seite.

Der Tornado hob offenkundig einen drei Tonnen schweren Viehwagen für zehn Kühe hoch und kippte ihn auf die Seite. Foto: Helfferich

Schließlich ging sein Sohn doch nach draußen, um nach dem Vieh zu sehen, und entdeckte, was geschehen war: Land unter im Bruch. Marlies Ahlf wundert sich auch zwei Tage nach dem Unglück: „Es ist unglaublich, was alles innerhalb von fünf Minuten kaputtgehen kann.“ Aber das Wichtigste sei, dass keiner verletzt ist.

Am Sonntagabend zog ein Tornado über Teile des Landkreises Stade und wütete vor allem in Oederquart-Bruch.

Auch das vor einem Jahr neu gedeckte Dach des Kuhstalls wurde über große Flächen zerstört. Viele 100 Meter weiter konnte Ahlf die Eternitplatten einsammeln, wenn sie nicht gleich ganz zerbröselt worden waren.

Der Tornado zerstörte Liegeboxen und ein Fressgitter

Eine vier mal vier Meter große Schiebetür habe der Wind aus der Schiene gerissen, erzählt Detlef Ahlf. Einen drei Tonnen schweren Viehwagen habe der Tornado umgekippt. Liegeboxhütten seien offensichtlich mehrere Meter durch die Luft geflogen und zertrümmert worden. Auch das Fressgitter ist massiv verbogen. „Noch habe ich nicht alles wieder zusammengesucht“, so der Landwirt. „Wir können froh sein. Uns ist nichts passiert, und das Haus hat noch sein Dach.“

Ein Glück war auch, dass das Vieh auf der Weide war. Der Betrieb hat vor gar nicht langer Zeit von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Gerade aus dem Urlaub zurück, begann das Unwetter

Um einiges mehr hat Familie Ringkewitz etwa 500 Meter weiter abbekommen. Tochter Christina Suhr wohnt direkt neben den Eltern. Sie war gerade mit ihrem Mann Michael und den beiden zehn- und zwölfjährigen Kindern aus dem Urlaub gekommen und hatte Koffer und Taschen bereits ins Haus gebracht, da ging der Starkregen los.

Vater und Tochter - Hartwig Ringkewitz und Christina Suhr - sind völlig erschüttert von der Urkraft des Tornados.

Vater und Tochter - Hartwig Ringkewitz und Christina Suhr - sind völlig erschüttert von der Urkraft des Tornados. Foto: Helfferich

Erst waren sie nur froh, im Trockenen zu sitzen. Doch dann habe es einen fürchterlichen Knall gegeben, und die Kinder hätten richtig Angst bekommen. Fünf bis zehn Sekunden habe der Knall gedauert, erzählt Christina Suhr, „das ist nicht lange, aber es durchzog einen richtig. Es fühlte sich an, als würde das Haus mitgerissen.“

Als sie aus dem Fenster schauten, wirkte der Regen wie eine weiße Wand. „In dem Moment kippten die Bäume um.“ Vier stattliche Eichen fielen Richtung Haus und klappten das Erdreich über mehrere Meter auf. Das war erst der Anfang.

Beide Autos der Familie sind schwer beschädigt

Insgesamt sind 15 bis 20 Bäume umgekippt. Ein stürzender Nadelbaum riss das Spielhaus der Kinder mit. Es fiel auf das Trampolin der Kinder - beides wurde zerdrückt. Auch der Balkon ist kaputt. Der Sturm war so stark, dass er ein massives Blockhaus um anderthalb Meter verschob.

Vor drei Wochen gekauft, jetzt womöglich Totalschaden: eines der beiden auf dem Hof geparkten Fahrzeuge.

Vor drei Wochen gekauft, jetzt womöglich Totalschaden: eines der beiden auf dem Hof geparkten Fahrzeuge. Foto: Helfferich

Auch beide Autos der Familie sind schwer beschädigt. Eines davon hatten sie erst vor drei Wochen gekauft. „Jetzt ist der Wagen womöglich Totalschaden“, so Christina Suhr. „Ich hätte nie gedacht, dass so ein paar Sekunden solche Ausmaße zur Folge haben können“, sagt sie.

Tornado zog von Oederquart über die Elbe nach Glückstadt

Der Tornado zog nach Angaben von Feuerwehr und Polizei weiter über die Elbe und in Richtung Glückstadt. Dort hat der Sturm Dächer abgedeckt, Oberleitungen beschädigt und Gartenhäuser aus ihrer Verankerung gerissen, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Insgesamt seien auf der anderen Elbseite 40 bis 50 Gebäude beschädigt worden.

Bäume kippten einfach um und rissen das Wurzelwerk mit sich.

Bäume kippten einfach um und rissen das Wurzelwerk mit sich. Foto: Helfferich

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