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TNach der Wiederwahl: Diese fünf Aufgaben haben für den Landrat Priorität

Kai Seefried im TAGEBLATT-Kneipengespräch. Was sind seine fünf größten Aufgaben nach der Wiederwahl?

Kai Seefried im TAGEBLATT-Kneipengespräch. Was sind seine fünf größten Aufgaben nach der Wiederwahl? Foto: Wisser

Das Vertrauen in Landrat Kai Seefried (CDU) ist groß. Knapp 80 Prozent wollten bei der Kommunalwahl eine zweite Amtszeit des Chefs der Kreisverwaltung - trotz CDU-Krise und AfD-Gegenkandidat. Das sind Seefrieds fünf größte Aufgaben.

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Von Karsten Wisser
06.10.2026, 19:17 Uhr

Wirtschaft und Arbeit

Landrat Kai Seefried (CDU, 48) setzt auf sichere Arbeitsplätze und eine starke Wirtschaft, um den Wohlstand der Region zu bewahren. „Der Chemie- und Industriestandort Stade sowie das Gebiet um das ehemalige Atomkraftwerk Stade spielen dabei eine Schlüsselrolle“, erklärt er. Der Standort sei nicht nur für Stade, sondern für den gesamten Landkreis von großer Bedeutung. „Viele Unternehmen kooperieren direkt oder indirekt mit der Industrie in Stade und schaffen so viele Arbeitsplätze in der Region“, betont Seefried.

Der Landrat fordert eine klare Haltung zugunsten von Arbeit und Beschäftigung. Er plädiert für Neuansiedlungen und die Förderung von Forschung und Entwicklung in der Region. Passend dazu wird das Standortentwicklungsprojekt für den Chemie- und Industriestandort Stade fortgeführt.

Kai Seefried und Ehefrau Julia warten auf das Endergebnis bei der Wahl zum Stader Landrat.

Kai Seefried und Ehefrau Julia warten auf das Endergebnis bei der Wahl zum Stader Landrat. Foto: Wisser

Zum Jahresbeginn 2027 startet die nächste Phase, für die die jährliche Finanzierung von 100.000 Euro auf fast 250.000 Euro erhöht wurde. Die Mittel stammen von der Wirtschaft, der Hansestadt Stade und dem Landkreis.

Seefried hebt hervor, dass die Verwaltung eng mit der Wirtschaft zusammenarbeitet, um positive Entwicklungen voranzutreiben. Neben der Industrie spielen auch Mittelstand, Handwerk sowie Land- und Ernährungswirtschaft eine wichtige Rolle. Seine zentrale Botschaft lautet daher: „Vorrang für Arbeit und Beschäftigung.“

Kliniken und ärztliche Versorgung

„Die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude spielen eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung der Region, nicht nur in Stade, sondern auch in den Nachbarkreisen“, sagt Landrat Seefried. Das Thema Gesundheit werde in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt sein, obwohl die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landkreises an ihre Grenzen stoße, betont Seefried.

Im Frühjahr nächsten Jahres werde das neue Bettenhaus in Stade fertiggestellt, das über 100 Millionen Euro gekostet hat. Danach stehen weitere Investitionen von 380 Millionen Euro an, um das Krankenhaus umfassend zu modernisieren. Der Landkreis Stade wird 20 Prozent der Kosten tragen müssen. „Wir haben bereits in diesem Jahr 32 Millionen Euro im Haushalt für die Investitionen am Krankenhaus“, sagt Seefried. Nach dem Abschluss der Sanierung wird der Landkreis 100 Millionen Euro ausgegeben haben.

Der entscheidende Moment: Kreiswahlleiter Thorsten Heinze gratuliert Landrat Kai Seefried (links) zum Sieg am 13. September.

Der entscheidende Moment: Kreiswahlleiter Thorsten Heinze gratuliert Landrat Kai Seefried (links) zum Sieg am 13. September. Foto: Wisser

Zusätzlich ist der Bau eines Bildungscampus auf dem Krankenhausgelände für über 200 Auszubildende geplant. Diese Maßnahme ist auch nötig für den Ausbau der Kooperation mit der Stradins-University aus Riga zur Medizinerausbildung in Stade. Die Grundsteinlegung ist für nächstes Jahr geplant.

„Die Elbe Kliniken sind ein wichtiger Notfallversorger für die gesamte Region, wir picken uns nicht die Rosinen raus. Wir melden unsere Notaufnahme nicht ab. Rettungswagen aus Cuxhaven und Rotenburg bringen Patienten nach Stade“, sagt Seefried: „Ich bin stolz auf das, was unsere Beschäftigten leisten.“

Digitalisierung der Kreisverwaltung

„Die Digitalisierung wird die Verwaltung grundlegend verändern“, sagt Seefried. Ab 1. November startet eine neue Landkreis-Internetseite, die künstliche Intelligenz für erweiterte Suchmöglichkeiten nutzt. Diese Neuerung soll den Beginn einer umfassenden Modernisierung der Verwaltung markieren.

„Die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen wird sich weiterentwickeln. Dieser Prozess wird in der nächsten Wahlperiode voraussichtlich schneller voranschreiten als bisher“, sagt der Chef der Kreisverwaltung voraus. „Ich möchte diesen Wandel aktiv mitgestalten und Projekte mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung entwickeln“, sagt er.

Seefried: „Die Digitalisierung ist notwendig, da es immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu finden.“ Künstliche Intelligenz und optimierte Verwaltungsabläufe sollen fehlendes Personal ersetzen.

Infrastruktur: Glasfaser, Straße und Bahn

Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Breitbandausbau für unterversorgte Gebiete. Das Volumen beträgt laut Haushaltsplan 70 Millionen Euro. Der Bund stellt 35 Millionen Euro und das Land 17,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der verbleibende Eigenanteil wird vom Landkreis getragen. Im gesamten Landkreis Stade können von der Förderung mehr als 5500 Haushalte und Betriebe profitieren, die sonst keine Möglichkeiten hätten, einen Glasfaseranschluss zu erhalten.

Landrat Kai Seefried will die neue Geschwindigkeit bei der Unterhaltung und Sanierung der Kreisstraßen beibehalten und in der nächsten Wahlperiode mit hoher Priorität fortsetzen.

Seefried hebt die Notwendigkeit einer zuverlässigen Schienenverbindung nach Hamburg hervor.

„Die derzeitige Unzuverlässigkeit der S-Bahn und des Regionalexpresses frustriert viele Pendler“, sagt Seefried. Er sieht in den kommenden Jahren weitere große Beeinträchtigungen durch geplante Baustellen und ungelöste Infrastrukturprobleme. „Die Behebung von grundsätzlichen Mängeln etwa durch den Neubau und die Digitalisierung von Stellwerken sind überhaupt nicht konkret greifbar“, so Seefried.

Zur Reaktivierung der Bahnstrecke Bremervörde – Stade hegt Seefried Zweifel im Hinblick auf eine zeitnahe Inbetriebnahme. Trotz aller Ankündigungen auf der Landesebene werde das Projekt nicht nachhaltig genug verfolgt, kritisiert er. Eine Umsetzung, wie bisher öffentlich bis zum Jahresende 2028 avisiert, hält der Landrat nicht mehr für realistisch – trotz intensiver Bemühungen und finanzieller Vorleistungen der Landkreise Stade und Rotenburg.

Kritischer Diskussionspunkt ist nach wie vor die Einbindung der Verbindung in den Stader Bahnhof, die in unterschiedlichen Varianten hergestellt werden kann. Der Landrat plädiert seit längerer Zeit für eine pragmatische, wie er es nennt „fahrbare“, Variante, „um endlich zu starten“.

Die Finanzen

Die schwierige finanzielle Lage des Landkreises sei nicht selbst verschuldet. „Wir sind im Grunde in denselben Strudel geraten, in dem nahezu alle anderen Landkreise teils schon Jahre vor uns waren“, sagt Seefried.

„Wir haben immer mehr Aufgaben bekommen, aber keinen entsprechenden finanziellen Ausgleich“, betont der Landrat. Das zeige sich besonders in den Bereichen Soziales, Jugendhilfe und Gesundheit: „Wenn wir auch nur ansatzweise einen Ausgleich für diese gestiegenen Kosten bekämen, wäre unser Haushalt sofort wieder im Plus.“

Die Landesregierung müsse erkennen, dass es nicht richtig sein könne, auf der einen Seite Rückstellungen in Milliardenhöhe zu bilden, während die kommunale Ebene auf der anderen Seite Schulden in Milliardenhöhe anhäufe.

Im Jahr 2027 geht der Landkreis Stade in das dritte Jahr in Folge mit einem defizitären Haushalt: „Auch in diesem laufenden Jahr liegen wir planerisch bei ungefähr 30 Millionen Euro im Minus. Das bringt uns an den Rand unserer Leistungsfähigkeit“, bekennt der Behördenleiter.

„Trotzdem sage ich klar: Solange ich es verantworten kann, bin ich nicht bereit, bei den Investitionen zu bremsen“, so der Landrat. Für ihn sei es entscheidend, wofür das Geld ausgegeben werde. Seefried: „Was wir heute nicht bauen oder sanieren, wird in Zukunft nur noch teurer.“

Kai Seefried im TAGEBLATT-Kneipengespräch. Was sind seine fünf größten Aufgaben nach der Wiederwahl?

Kai Seefried im TAGEBLATT-Kneipengespräch. Was sind seine fünf größten Aufgaben nach der Wiederwahl? Foto: Wisser

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