TNach massiven Vorwürfen: Tiergnadenhof Rasselbande kündigt Verträge
Der Tiergnadenhof Rasselbande in Sandbostel möchte ab dem 1. Januar keine Fundtiere mehr aus den Nordkreis-Gemeinden aufnehmen. Foto: Pape
Tierschützer hatten Alarm geschlagen, bei einer Kontrolle des Veterinäramts wurden beim Gnadenhof in Sandbostel Mängel festgestellt. Jetzt zieht die Rasselbande Konsequenzen.
Sandbostel . Bereits im Mai dieses Jahres schilderten ehemalige Mitarbeiterinnen des Tiergnadenhofes gegenüber der Bremervörder Zeitung, dass es dort zahlreiche Mängel in der Unterbringung und der Versorgung der Tiere gebe. Nicht geeignete und ungepflegte Räumlichkeiten und ein nicht immer angemessener Umgangston der Gnadenhof-Leiterin Christine Gienow wurden damals von den beiden Frauen bemängelt. Sprachnachrichten belegten, dass die Gnadenhof-Leiterin einen Fundhund nicht an die Besitzer herausgegeben hatte. Gienow erklärte damals, dass es zeitnah bauliche Veränderungen geben werde. Es sollten neue Quarantäne-Räume für Katzen entstehen.
Nach der Berichterstattung gab es eine unangekündigte Kontrolle des Rotenburger Veterinäramts im Tiergnadenhof. „Dabei wurden seitens des Veterinäramtes verschiedene Mängel festgestellt und deren Abstellung verfügt. Eine Schließung des Tiergnadenhofes wurde nicht angeordnet“, betont der Landkreis auf Anfrage der Bremervörder Zeitung.
Stadt Bremervörde und zahlreiche Gemeinden betroffen
Am 19. November teilte Christine Gienow den sieben Gemeinden, deren Fundtiere vom Gnadenhof aufgenommen werden, mit, dass sie ab dem 1. Januar 2026 keine Fundtiere mehr aufnimmt und kündigte zu diesem Datum die Fundtierverträge. Im Bereich betrifft das unter anderem die Stadt Bremervörde, die Samtgemeinden Selsingen und Geestequelle sowie die Gemeinde Gnarrenburg. Zudem geben die Samtgemeinden Tarmstedt und Sittensen sowie die Stadt Zeven ihre Fundtiere nach Sandbostel in den Tiergnadenhof.

Auch zahlreiche Hunde sind derzeit in Sandbostel untergebracht. Foto: Pape
„Richtig ist, dass der Tiergnadenhof um sofortige Aufhebung seiner Fundtierverträge mit den Kommunen gebeten hat, nachdem das Veterinäramt diverse Mängel festgestellt und mit weiteren Auflagen reagiert hatte. Diese Auflagen möchte und kann der Tiergnadenhof aus seiner Sicht nicht mehr erfüllen“, erklärt der Gnarrenburger Gemeindebürgermeister Marc Breitenfeld auf Anfrage.
Kommunen sind auf der Suche nach Unterbringung für Katzen und Hunde
Aktuell stimmten sich deshalb die Kommunen ab, um alternative Aufnahmemöglichkeiten zu finden und gegebenenfalls auch eigene Lösungsansätze zu finden. Das bestätigen die Ordnungsamtsleiter Andreas Koy (Selsingen) und Mario Jagels (Geestequelle). Auch Vertreter der Stadt Bremervörde und der drei weiteren Kommunen seien bei diesen Gesprächen dabei.

Nachdem das Veterinäramt verschiedene Mängel festgestellt hatte, wird der Tiergnadenhof nun keine Fundtiere mehr aufnehmen. Foto: Pape
„Als Gemeinde können wir die Auflagen des Veterinäramtes nachvollziehen, sehen aber auch, dass der Tiergnadenhof mittlerweile personell und finanziell an seine Grenzen kommt. Weitere Hilfsangebote durch die Kommunen sieht der Tiergnadenhof aufgrund der hohen Auflagen des Veterinäramtes nicht mehr als zielführend an, weshalb die Grundlage zur Fortführung der bislang guten Zusammenarbeit fehlt“, beschreibt Marc Breitenfeld die Situation.
„Wohin die Reise führt, werden die kommenden Monate zeigen. Die Fortführung der bisherigen Regelung mit dem Tiergnadenhof scheint jedoch ausgeschlossen“, sagt Marc Breitenfeld. „Ich hoffe, es findet sich zeitnah eine langfristige Lösung“, betont auch Ordnungsamtsleiter Mario Jagels.
Auf Nachfrage der Bremervörder Zeitung war bislang von Gnadenhof-Leiterin Christine Gienow keine Stellungnahme zu bekommen.