TZwei Neue machen sich für Oldendorf und Großenwörden stark
Die Wünsche-Box des Dorfmoderators: Rund 30 Wunschzettel landeten in der Box und damit beim Dorfmoderator Dieter Ducksch. Foto: Ducksch
In Oldendorf-Himmelpforten sind Katja Beckmann und Dieter Ducksch die ersten Dorfmoderatoren. Sie haben für Oldendorf und Großenwörden einen großen Auftrag.
Oldendorf-Himmelpforten. Sie sollen die Dorfgemeinschaft stärken – und damit das unterstützen, was das Leben auf dem Land auszeichnet. Was groß klingt, ist im Kleinen ihr eigener Antrieb. Katja Beckmann und Dieter Ducksch wollen Nähe und Nachbarschaft fördern. Sie in Oldendorf, er in Großenwörden.
Dieter Ducksch ist der neue Dorfmoderator in Großenwörden. Foto: Klempow
Vor dreieinhalb Jahren ist Dieter Ducksch nach Großenwörden gezogen. Er guckt mit offenem Blick auf das Dorf. Mit 475 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde in der Samtgemeinde. Aber eine, die groß ist in anderen Dingen: Die Gaststätte Großenwördener Hof gehört der Gemeinde. Die Historie der Landgestüt-Deckstelle ist lang. Noch länger ist die der Kirche nebenan.
Vereine halten Dorf auf Trab
Großenwörden kann aus dem Vollen schöpfen: Sportverein, Schützenverein und Reitverein sorgen für Bewegung im Dorf. Ebenso wie die Feuerwehr, die Landfrauen, die Kirchengemeinde oder die Kinderversammlung.
Zukunftsplanung
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Dieter Ducksch macht sich gerade ein Bild davon, was sich die Großenwördener sonst noch wünschen. Eine entsprechende Box hatte er zum Weihnachtsbaumverkauf mitten im Dorf auf dem Hof Kammann aufgestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Etwa 30 Wunschzettel wurden eingeworfen. „Was mehrmals darauf stand, war ein Dorffest“, erzählt Ducksch. Eine Anregung, an die er anknüpfen kann.
Blick zurück und nach vorn
Als neuer Dorfmoderator ist er am Anfang der Kartierung. Ein Instrument für eine Bestandsaufnahme. Es erlaubt aber auch, zurückzusehen. Was gab es in Großenwörden, was es nicht mehr gibt? Was hat das Dorfleben einst bereichert? „Aber auch: Wie ist es jetzt und wie soll es werden?“, beschreibt Ducksch.
Er denkt über eine Dorfchronik nach und weiß, dass der Wandel für die Zukunft Herausforderungen bringt. Mobilität ist eine davon. Auch die Frage nach dem Wohnen im Alter auf dem Dorf könnte ein Thema sein.
Gemeinschaft zählt für ehemaligen Pastor
Dieter Ducksch hat als Pastor in Osten viele Jahre Gemeinschaft und Gemeinde gelebt. Das ist auch sein Antrieb, in Großenwörden als Dorfmoderator Engagierte miteinander ins Gespräch zu bringen. „Die Aktiven sollen Kraft und Motivation bekommen, sich neben ihrem Amt mit anderen zusammenzusetzen und Dorfentwicklung voranzubringen“, so Ducksch. Er will den Blick weiter schärfen, für das, was in einer Gemeinde wie Großenwörden zählt – die Gemeinschaft.
Jedes Dorf ist anders, jedes Dorf hat andere Herausforderungen, die gemeinsam Schritt für Schritt angegangen werden sollen. „Es ist wichtig, Menschen im Dorf zu haben, die es verstehen, möglichst viele an einen Tisch zu bringen und gemeinsam zu gucken, was das Dorf und seine Bewohner brauchen“, sagt May-Britt Müller. Sie ist Regionalmanagerin der Leaderregion Kehdingen-Oste, die die Fortbildung zu Dorfmoderatoren angeboten hat.
Menschen zusammenzubringen, ist auch das Anliegen von Katja Beckmann. „Gerade in den Zeiten, wo es zunehmend Vereinsamung gibt“, sagt die Oldendorferin. Sie hat sich selbst dahintergeklemmt, als sie von der Qualifizierung von Dorfmoderatoren hörte.

Katja Beckmann will als Dorfmoderatorin den Zusammenhalt in Oldendorf stärken. Foto: P. Beckmann
Ebenso wie Ducksch hat sie von ihrem Gemeinderat grünes Licht bekommen, sich ausbilden zu lassen. „Ich halte Bürgerbeteiligung für wichtig und sinnvoll“, sagt sie. Der direktere Draht zu den Bürgern mache es möglich, näher, effektiver und sinnstiftender auf deren Wünsche einzugehen.
Einen Mehrwert für Oldendorf schaffen
Das ist als „Olden-Dorfmoderatorin“ eines ihrer Ziele. Sie will die vielen Oldendorfer Vereine besser miteinander vernetzen, „einen Mehrwert schaffen für den Ort“. Im ersten Schritt stellt sie sich Ende Januar dem Gemeinderat vor. Die Wünsche und Bedürfnisse im Dorf abzufragen, wäre ein nächster.
Katja Beckmann ist vielen in Oldendorf bekannt, weil sie 14 Jahre im örtlichen Edeka-Markt gearbeitet hat. „Ich habe viel mitbekommen aus dem Dorf – vor allem, wie wichtig soziale Kontakte sind“, sagt sie. Ein Dorf brauche lebendige, soziale Anlaufpunkte. Die 53-Jährige lebt seit 25 Jahren in Oldendorf. Sie engagiert sich im Kultur- und Heimatverein. Die Boulebahn, Kino und Konzerte im Brunkhorst’schen Haus sieht sie als „ein gutes Fundament für einen unverfänglichen, unverbindlichen Begegnungsort“.
Sie macht den Anfang in Oldendorf
Oldendorf ist mit mehr als 3000 Einwohnern sechs Mal größer als Großenwörden. Da scheint die Herausforderung für eine Dorfmoderatorin ungleich größer. Katja Beckmann lacht. „Ich bin ja nur die erste, es können weitere dazu kommen. Aber eine muss ja anfangen.“
Das gilt auch für die Samtgemeinde. Dieter Ducksch und Katja Beckmann würden sich über weitere Dorfmoderatoren freuen. „Wenn man im Team etwas auf die Beine stellt, entsteht eine bessere Energie“, sagt Katja Beckmann - und beschreibt damit, wie im Kleinen ein großer Auftrag gelingen kann.
Kontakt per Telefon und E-Mail: 0176/ 75348534 und dieterducksch@gmail.com
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