TNeubaugebiet: Grundstücksverkäufe bringen Geld auf Oldendorfs Konto
Im Baugebiet Kranenburger Straße will die Gemeinde Oldendorf die letzten 16 Grundstücke in diesem Jahr verkaufen. Foto: Klempow
Die Gemeinde Oldendorf vermarktet ihr Baugebiet Kranenburger Straße selbst, demnächst soll der zweite Abschnitt erschlossen werden. Eine Investition, die sich rechnet.
Oldendorf. Der Ankauf von Baulandflächen gehört zu den großen Investitionen, die sich die Gemeinde Oldendorf in diesem Jahr vorgenommen hat. Rund 900.000 Euro will sie in drei Raten dafür bereitstellen. Die Gemeinde rechnet damit, in diesem Jahr die letzten Grundstücke im ersten Abschnitt des Baugebietes an der Kranenburger Straße zu verkaufen und will den zweiten Abschnitt anpacken.
Sanierung der Hauptstraße
Das gilt auch für die Enderschließung des ersten Abschnitts an der Kranenburger Straße (630.000 Euro). Geld will die Gemeinde außerdem für eine Stichstraße im Gewerbegebiet in die Hand nehmen (430.000 Euro) und für die Asphaltierung der Straße Weißenmoor (60.000 Euro). Schon im vergangenen Jahr hat die Gemeinde rund 800.000 Euro für die Sanierung des dritten Abschnitts der Hauptstraße einkalkuliert, in diesem Jahr soll es nun mit den Bauarbeiten losgehen.
Die zuständige Fachfrau für die Oldendorfer Gemeindefinanzen ist Heike Borowski. Sie stellte in der jüngsten Ratssitzung vor, wie sich der Haushalt zusammensetzt - und was sich Oldendorf leisten kann. Die gute Nachricht: Was die Gemeinde sich vorgenommen hat, kann sie auch bezahlen.
Baugebiet finanziert Projekte
„Kredite sind für 2026 nicht geplant“, sagte Borowski. „Die Investitionen werden fast ausschließlich aus Grundstücksverkäufen, Kostenerstattungen und Zuschüssen finanziert“, so die Verwaltung.
Das zeigt, wie wichtig die Einnahmen durch den Verkauf der Baugrundstücke sind. Die letzten 16 Grundstücke im Neubaugebiet an der Kranenburger Straße stehen in diesem Jahr noch zum Verkauf an. Unterm Strich, nach Abzug aller Kosten, wird die Gemeinde dadurch schätzungsweise 640.000 Euro einnehmen. Das Geld kann sie anderweitig investieren.
Feuerwehr zieht ins Gewerbegebiet
Auch im Gewerbegebiet wechseln Grundstücke den Eigentümer. Zum Beispiel will die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten dort das dringend benötigte größere Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr Oldendorf bauen. Weitere Gewerbeflächen will die Gemeinde veräußern und rechnet insgesamt mit rund einer halben Million Euro Verkaufserlösen. Rein rechnerisch bleibt davon nicht viel übrig, weil die Gemeinde im Gegenzug die neue Stichstraße baut.
Der Haushalt der Gemeinde ist ansonsten solide und „nahezu ausgeglichen“, so Heike Borowski. Weil die Gemeinden mehr Geld, zum Beispiel für die Investitionen im Grundschulbereich, an die Samtgemeinde überweisen, hatte Oldendorf vorgesorgt und ein Plus aus den Gewerbesteuereinnahmen im letzten Jahr zur Seite gepackt. Rund 120.000 Euro mehr überweist Oldendorf an die Samtgemeinde, an den Landkreis rund 30.000 Euro zusätzlich.
Finanzlücke kommt auf Oldendorf zu
In diesem Jahr kann das noch aus den höher veranschlagten Steuererträgen bezahlt werden. „Doch die Umlagen schlagen 2027 voll zu Buche“, warnte die Fachfrau aus der Samtgemeinde-Kämmerei. Im nächsten Jahr könnte die Gemeinde vor einem „hohen strukturellen Fehl“ stehen. Das heißt, die Gemeinde könnte dann auf eine jährliche Finanzlücke von 200.000 Euro gucken. Das ist der Betrag, der fehlt, um die laufenden Kosten begleichen zu können.
Auch, wenn Oldendorf eine finanzstarke Gemeinde sei - eine weiter sparsame Haushaltsführung mahnte Heike Borowski für die nächsten Jahre gleich mit an. Außerdem müsste der Rat spätestens nach 2028 einen Blick auf die Einnahmenseite werfen. Um die zu stärken, bleibt einer Gemeinde meist nur die Anhebung der Grundsteuern und der Gewerbesteuer.

Das Baugebiet Kranenburger Straße im Jahr 2024: Inzwischen sind viele Häuser gebaut, Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Foto: Claudiografie by Claudia Stuthmann
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