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TNeue Chance für Camping-Idyll am See: Was die Bayern in Flögeln planen

Besitzerwechsel in Flögeln. Der Campingplatz hat eine Zukunft.

Besitzerwechsel in Flögeln. Der Campingplatz hat eine Zukunft. Foto: Tögel

Die Vorbesitzer-Familie hat den Campingplatz in Geestland (Kreis Cuxhaven) verkauft. Die neuen Besitzer kommen aus Bayern. Was sie sich alles vorgenommen haben.

Von Julia Dührkop Donnerstag, 14.05.2026, 19:27 Uhr

Landkreis Cuxhaven. Als Wolfgang Tögel an einem Wochenende mit seiner zweitältesten Tochter über den Campingplatz am Flögelner See streift, fühlt er sich sofort wohl. Und das, obwohl offensichtlich ist, wie viel Arbeit noch zu tun ist. „Wir saßen auf einmal mit zwei Omis am Tisch und haben Karten gespielt“, erzählt er. Genau diese familiäre Atmosphäre wünscht er sich für den Campingplatz. Der Oberbayer ist zusammen mit seiner Frau Saskia neuer Eigentümer.

Der Campingplatz am Flögelner See gehört zu den beiden Anlaufstellen für Urlauber in Geestland, die mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs sind. An der Ankeloher Straße in Bad Bederkesa betreibt die Regenbogen AG einen Campingplatz. Das Areal in Flögeln ist 48.000 Quadratmeter groß und hat einen Zugang zum See. 240 Plätze gibt es für Camper, davon sind 180 fest vermietet.

Wolfgang und Saskia Tögel aus Bayern bauen sich in Geestland ein zusätzliches Standbein ihrer Selbstständigkeit auf.

Wolfgang und Saskia Tögel aus Bayern bauen sich in Geestland ein zusätzliches Standbein ihrer Selbstständigkeit auf. Foto: Privat

Das Ehepaar aus Bayern hat sich ausgerechnet für den Campingplatz in Flögeln entschieden, weil er direkt am See liegt. „Wir haben uns zweieinhalb Jahre umgeschaut“, sagt er, „in Deutschland, in Österreich und sogar in Dänemark.“ Die geringe Wassertiefe hat dann tatsächlich überzeugt. „Hier kann ein Kind nicht so schnell ertrinken“, sagt der neue Besitzer. Es soll ein Wohlfühlort für Familien werden.

Ehepaar aus Bayern kauft den Campingplatz am See

Fünf Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren haben Wolfgang und Saskia Tögel. Mit dem Campingplatzbetrieb in Geestland bauen sie sich eine weitere Säule ihrer Selbstständigkeit auf.

Der Ingenieur ist in der Automotive-Branche als Berater tätig und kennt daher auch das Mercedes-Werk in Bremen. Seine Frau ist Grundschullehrerin, allerdings durch die Kinder in der Elternzeit. Sie unterstützt im Marketing und Vertrieb in der Firma ihres Mannes.

Das Interesse, einen Campingplatz zu bewirtschaften, hat sich über einen Umweg entwickelt. „Ich habe mit einem Freund eine Software-Firma gegründet, die Metzgereien, Hotels und Campingplätze unterstützt hat“, erklärt er. Seine Frau hat derweil den Markt sondiert. Ende Oktober 2025 war er vor Ort. Im Februar wurde der Vertrag beim Notar unterschrieben.

Areal wird auf Vordermann gebracht: Wasserlecks sind behoben

Die Entscheidung fiel innerhalb eines Tages. „Der Platz hat Potenzial“, sagt er. Er sei im Vergleich zu anderen nicht gerade günstig. Die Preisvorstellungen lagen bei knapp unter einer Million Euro. Mit der Verpflichtung, den Platz von Altlasten zu befreien, sind die Kaufinteressenten den Vertrag eingegangen.

Wie ernst es die neuen Besitzer meinten, haben die Dauercamper direkt zu spüren bekommen. Die Wasserleitungen wurden umgehend repariert. Auch die Heizung für die Duschen funktioniert wieder. Einen Vorgeschmack vom neuen Campingplatz gibt es auf der neuen Homepage.

Die neuen Eigentümer achten auf Regeln wie Nachtruhe und Sauberkeit

Familienfreundlichkeit ist dem Ehepaar wichtig. Sie haben bereits eigene Wohnwagen und übernachten dort auf dem Platz, wenn sie an den Wochenenden vor Ort sind. Um dauerhaft einen Ansprechpartner zu bieten, gibt es einen Platzwart. Eine Reinigungskraft ist ebenfalls engagiert.

Die Idylle am Campingplatz in Flögeln hat die neuen Eigentümer überzeugt.

Die Idylle am Campingplatz in Flögeln hat die neuen Eigentümer überzeugt. Foto: Tögel

Typische Regeln, wie die Nachtruhe, sollen auf dem Campingplatz in Flögeln selbstverständlich werden. In der Vergangenheit wurde dort gern lautstark bis in den frühen Morgen gefeiert. „Wir mussten einige Mieter auf die Regeln hinweisen“, sagt Wolfgang Tögel.

Auch die Hinterlassenschaften der Hunde müssen entsorgt werden. Er gibt den Mietern Zeit, sich darauf einzustellen, hat aber auch schon einige Camper verloren. Auch denjenigen, die den Platz nur zum Parken ihres Wohnmobils in Beschlag nehmen, gibt er zu verstehen, dass es nicht gewünscht sei.

Die neue Ausrichtung spricht sich bereits herum: „Wir haben Vormerkungen für die Saison“, sagt Saskia Tögel. Zudem wollen die neuen Besitzer weiter in die Aufwertung investieren. Der Imbiss soll mit einem neuen Konzept wiederbelebt werden. Der Spielplatz soll auch erneuert werden.

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