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Kirchenmusik

TNeuer Kantor in Stade: Holger Brandt will Jugendliche zum Singen motivieren

Holger Brandt ist der neue Kantor im Kreis Stade.

Holger Brandt ist der neue Kantor im Kreis Stade. Foto: Haardt

Holger Brandt ist seit dem Anfang Juni Kirchenkreiskantor in Stade. Die Liebe zur Orgel und zur Kirchenmusik begleitet ihn schon ein Leben lang.

Von Rebecca Haardt Mittwoch, 10.06.2026, 13:31 Uhr

Stade. Das Fachwerkhaus am Cosmae-Kirchhof 5 liegt direkt gegenüber der St.-Cosmae-Kirche. Hinter der blauen Eingangstür verbirgt sich das Büro von Stades neuem Kirchenkreiskantor Holger Brandt. Noch stapeln sich Umzugskartons voller Noten in den Räumen. „Das Wichtigste habe ich aber ausgepackt”, sagt Brandt. Dazu gehören die Noten für den Kinderchor.

Direkt hinter dem Eingang zum Büro steht ein Clavichord, ein Tasteninstrument. „Vielleicht werde ich daran üben, wenn es in der Kirche mal zu kalt ist”, sagt Brandt. Seit dem 1. Juni ist er als Kantor verantwortlich für die Kirchenmusik im Kreis. Außerdem wird er die Jugendchorarbeit übernehmen.

Frühe Erinnerungen an Stade

Bevor Brandt die Zusage aus Stade bekam, arbeitete er über 20 Jahre als Kantor in Walsrode. Letztes Jahr sah er die Ausschreibung für die Kantorenstelle in Stade und bewarb sich. Ein Grund dafür: die Orgel in der St.-Cosmae-Kirche. „Das ist eine ganz besondere Orgel. Sie ist europaweit bekannt”, sagt Brandt. Das Instrument aus dem 17. Jahrhundert ist eine der ersten Arbeiten des berühmten norddeutschen Orgelbauers Arp Schnitger.

Holger Brandt hat Spaß daran, auf der historischen Hus-Schnitger-Orgel in St. Cosmae zu spielen.

Holger Brandt hat Spaß daran, auf der historischen Hus-Schnitger-Orgel in St. Cosmae zu spielen. Foto: Haardt

Als orgelbegeisterter Jugendlicher unternahm Brandt, der aus Holzminden stammt, häufig Touren durch Norddeutschland, um sich besondere Orgeln anzusehen. „Meine allererste Tour nachdem ich den Führerschein hatte, ging nach Stade”, erinnert er sich. Deshalb haben für ihn Stade und die berühmte Barockorgel eine besondere Bedeutung.

Viel Zeit sich in Stade einzuleben, hatte Brandt noch nicht. Aber die Stadt gefällt ihm, vor allem die historische Innenstadt. Mit seinem Sohn hat er schon eine erste Radtour gemacht, um die Gegend kennenzulernen. Trotzdem ist ihm der Abschied in Walsrode nicht ganz leichtgefallen. „Ich musste die Erwachsenenchorarbeit aufgeben”, erzählt Brandt.

Arbeit mit Jugendlichen soll Vielfalt vermitteln

In Stade wird er vor allem die Kinder- und Jugendchorarbeit betreuen. Das sei in Stade Aufbauarbeit, erklärt Brandt. Aber er ist zuversichtlich, dass er Kinder und Jugendliche für Kirchenmusik begeistern kann.

„Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht es mir vor allem darum, das Singen an sie weiterzugeben und ihnen die Vielfalt von Musik zu zeigen”, sagt er. In Walsrode hat er bereits Erfahrungen mit Kinderchören gemacht: „Dafür braucht man ein Gespür. Die Stücke dürfen nicht nur leicht, aber auch nicht nur schwer sein.”

Mit fünf Jahren im Kinderchor

Seine eigene Zeit im Kinderchor habe ihn sehr geprägt. Mit fünf Jahren hat ihn seine Mutter gefragt, ob er zur Kinderkirche oder zum Kinderchor gehen wolle. Er entschied sich für den Chor. Zur Orgelmusik fand er durch den Kantor Ulfert Smidt, der in Holzminden tätig war und für Brandt zum Vorbild wurde.

Die Orgel in der St.-Cosmae-Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist europaweit bekannt.

Die Orgel in der St.-Cosmae-Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist europaweit bekannt. Foto: Torsten Ahlrichs

Für das Orgelstudium ging Brandt nach Baden-Württemberg und später nach Lübeck. Jetzt wird er sein Können an der Barockorgel in Stade zeigen und verfeinern. Er übe etwa zwei bis drei Stunden täglich an der Orgel. „Manchmal komme ich durch andere Verpflichtungen nicht dazu. Das finde ich traurig”, sagt Brandt. Die Cosmae-Orgel spiele sich anders als moderne Orgeln. „Die Tasten sind etwas schwergängiger”, sagt Brandt.

Orgel in die moderne Zeit bringen

Die Orgel in die Moderne zu bringen, ist Brandt ein besonderes Anliegen. Das möchte er durch das OrgelPunkt4-Programm erreichen. In 30 Minuten stellt Brandt ab dem 17. Juni jeden Mittwoch mit Musik und kurzen Anmoderationen die Orgel vor. „Es ist mir wichtig, die Zuhörer mitzunehmen”, sagt Brandt.

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So auch bei seinem Antrittskonzert: Am Donnerstag, 11. Juni, ab 19.30 wird Brandt in St. Cosmae einen Rundumschlag norddeutscher Orgelmusik präsentieren. Die Zuhörer können ihm beim Orgelspielen mittels einer Videoübertragung zuschauen. Brandt wird nicht nur spielen, sondern auch kurz in die Stücke einführen. „Ich werde einige meiner Lieblingsstücke spielen”, freut sich Holger Brandt.

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