TNicht nur zum Reinbeißen: In Ahlerstedt dreht sich alles um Äpfel
Lea Horn und Maren Fitschen (von links) präsentieren gesunde Apfelgenüsse. Foto: Felsch
Äpfel lassen sich pur, im Kuchen oder im Likör genießen. Was die runde Frucht sonst noch alles kann, darüber informierte der 23. Ahlerstedter Apfeltag.
Ahlerstedt. Dem altbekannten Spruch „An apple a day, keeps the doctor away“, kann Maren Fitschen nur bedingt zustimmen. Obst enthalte heute leider weniger Nährstoffe und Vitamine als früher, meint Ernährungscoach Maren Fitschen. Dennoch gehörten Äpfel für sie auf den Speiseplan, und wer sie lieber im Muffin, Smoothie oder im Porridge mag, sollte mit Stevia oder Honig süßen. Ihre Rezeptideen - ohne Zucker und ohne Butter - präsentiert die 37-Jährige an ihrem überdachten Stand. „Hier dürfen die Leute probieren, wie die gesunden Alternativen schmecken“, ergänzt ihre Kollegin Lea Horn.
Hochprozentiges aus Äpfeln und Birnen
Ein paar Meter weiter bietet Elke Weßel von der Nordik Edelbrennerei Hochprozentiges auch aus Äpfeln an. Der Obstbrand „Der Echte“ enthält Äpfel und Birnen, zwei Früchte - wie es sich für einen echten Obstbrand gehört. 38 Prozent stark. Etwas weniger Umdrehungen hat der Olland Herbstprinz Gold, in diesem Jahr in Berlin mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Dafür werden frische Äpfel erst destilliert, dann geachtelt und für neun Monate zum Nachreifen eingelegt. „Besonders beliebt ist dieses Produkt bei Touristen, die sich freuen, wenn wir was aus der Region, dem Alten Land, verwenden“, weiß die Expertin.

Elke Weßel mit hochprozentigen Apfelgetränken. Foto: Felsch
Großer Beliebtheit erfreut sich auch der Stand vor dem Steinbackofen, wo sich eine lange Schlange gebildet hat. Der frische Apfelkuchen geht buchstäblich weg wie warme Semmeln.

Maren Albers, Anne Meyer, Nicola Gerdes und Bianca Ehlen (von links) vom Dorferneuerungsverein Ahlerstedt verkaufen Kuchen und Brot aus dem Steinbackofen. Foto: Felsch
Neben frisch gebackenem Brot und Gebäck verkaufen ehrenamtliche Mitglieder vom Dorferneuerungsverein Ahlerstedt Apfelsaft im größeren Tetrapack.
Beratung rund um den Apfel
Direkt daneben ist nicht viel weniger los. Volkhard Treisch, Gärtner und 1. Vorsitzender des Ahlerstedter Dorferneuerungsvereins, steht pausenlos Rede und Antwort. Wer einen Apfelbaum pflanzen möchte, hat hier die große Auswahl und bekommt kostenlose Beratung dazu.

Volkhard Treisch berät Kunden beim Kauf von Apfelbäumen. Foto: Felsch
Wie die junge Pflanze zu wässern ist und wie der richtige Schnitt erfolgen muss, weiß der Landwirt und Inhaber der Baumschule Treisch aus seiner jahrelangen Erfahrung, die er hier gerne weitergibt. Und wer schon einen Apfelbaum hat und sich fragt, warum der zwar unzählige Blüten aber kaum Früchte trägt, auch dem kann der Fachmann helfen.

Pomologe Andreas Kallwitz mit einem Apfel der Sorte Kaiser-Wilhelm. Foto: Felsch
Neben dem langen Tisch mit unzähligen Apfelsorten haben zwei Pomologen Platz genommen. Besucher, die Äpfel geerntet haben, aber nicht wissen, um welche Sorte es sich handelt, können sich von Andreas Kallwitz helfen lassen. Eine Reihe von Aktenordnern mit Fotos sowie Fachliteratur hat der Bremer dabei, der diesen Job seit 25 Jahren macht und sich mit 350 Apfelsorten auskennt.
Gesunde Fruchtaufstriche mit Calvados
Wenig Zucker, mindestens 65 Prozent Frucht, keine künstlichen Aromen und ohne Konservierungsstoffe nach individuellen Rezepturen - das sind die Vorteile, mit der die Marmeladen-Schmiede wirbt. Unter den 50 Sorten sind selbstverständlich Apfel-Gelees, Winterapfel mit Ingwer und Calvados-Aufstriche, die Holger Kalienke aus Schwarme am Sonntag nach Ahlerstedt mitgebracht hat.

Gerda Martens ist mit Deko und Apfel-Gelee vertreten. Foto: Felsch
Für ihr Apfelgelee verwendet Gerda Martens Äpfel aus dem eigenen Garten. Außerdem kann man bei ihr Gestecke und Dekorationen mit Äpfeln - gefertigt von der Seniorenbastelgruppe Fredenbeck - erwerben.

Holger Kalienke hat Apfel-Fruchtaufstrich mit Alkohol und wenig Zucker im Angebot. Foto: Felsch
Aber nicht nur Produkte mit oder aus der Paradiesfrucht lockten an diesem Sonntag in die Holzhäuser Straße. Rund 60 Aussteller, darunter Kunsthandwerker und Hobbykünstler, sorgten für eine bunte Vielfalt rund um das Backhaus. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung zum Kaufen, Informieren und Genießen von kulinarischen Köstlichkeiten.
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