TNiko Lampio in Harsefeld: Ein Herz für Musik und Lebenshilfe
Macht seit 37 Jahren Musik und hat die Gitarre oft in greifbarer Nähe: Niko Lampio alias Du, Herr Lampio. Foto: Bisping
Im Landkreis dürfte Niko Lampio als Geschäftsführer der Lebenshilfe Stade bekannt sein - und als Musiker. Wie beides zusammenhängt und welche Rolle Thees Uhlmann spielt.
Harsefeld. Auf die Frage nach seinem Alter sagt Niko Lampio gerne: „Ich bin 41.“ Zehn Jahre könne man doch immer abziehen, ergänzt er augenzwinkernd. Humor hat er schon mal. Und tatsächlich hat sich der Liedermacher alias „Du, Herr Lampio“ reichlich jugendlichen Charme bewahrt. Aber er kann auch ernst. Dazu später mehr.
Jetzt sitzt er erst mal im Kino Meyer, dem Ort, an dem er am 15. Februar mit drei Bandkollegen auf der Bühne stehen wird. Am Mann beim Termin mit dem TAGEBLATT: seine Gitarre.
Sein erstes Instrument: ein gebrauchtes Schlagzeug
Dabei ist Gitarre nicht sein erstes Instrument. „Zur Konfirmation mit 14 habe ich ein Schlagzeug geschenkt bekommen, orange und gebraucht“, erzählt Niko Lampio. Er habe „ganz klassisch“ mit Nachbarn eine Band gegründet.
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Der Name der Combo: Die Patienten. „Wir waren die erste Coverband der Ärzte“, sagt Lampio. Das war in Oberndorf, in der Wingst, wo er aufwuchs.
In einer Band müsse ja einer singen, so der Liedermacher. Mit Schlagzeug etwas schwierig. Lampio steigt auf Gitarre um, bringt sich das Spielen autodidaktisch bei. Er erinnert sich an seine ersten Akkorde - und die Reaktion seiner ersten Zuhörerin.
Mit einer Coverband ist er im Landkreis unterwegs
Er habe „Love me tender“ von Elvis intoniert. „Das hab ich ganz stolz meiner Mutter vorgespielt, die mittendrin meinte, sie müsse jetzt mal schnell staubsaugen“, erzählt er grinsend. Trotzdem habe ihm das weitergeholfen.
„Heute sind Eltern immer total begeistert von allem, was die Kinder machen“, sagt Niko Lampio. „Dabei ist es doch besser, wenn der Wille aus einem selbst herauskommt und man das für sich macht, intrinsisch, und nicht für die Eltern.“
Seine erste Band sei dann „recht erfolgreich“ gewesen. Anfang der 90er Jahre ist trotzdem Schluss. Es folgt die Coverband Ramble on. „Wir haben auf Hochzeiten gespielt, auf Straßenfesten und häufig in der Disco Heinbockel.“
Sein erster Auftritt als „Du, Herr Lampio“ ist 2017 in Stade
Zu Corona-Zeiten trennt sich die Gruppe. „Ich hab schon immer nebenbei Musik gemacht“, erzählt Niko Lampio. Er tritt zum ersten Mal 2017 unter „Du, Herr Lampio“ auf, in der Seminarturnhalle in Stade. 2019 spielt er beim Hansesong Festival. „Das war schon was Besonderes, unter den größeren Bands als Lokalmatador aufzutreten“, resümiert der Musiker.
Warum der Name „Du, Herr Lampio“? Lampio erklärt, das hänge mit seinem Hauptjob zusammen. Seit zehn Jahren ist er Geschäftsführer bei der Lebenshilfe Stade. Sie wurde 1963 aus einer Elterninitiative heraus gegründet. Ihr Hauptziel ist, dass Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich an der Gesellschaft teilhaben können.
In der Tagesschule der Lebenshilfe sei er früher Klassenlehrer gewesen. „Da hieß es immer ,Du, Herr Lampio‘, das fand ich ganz charmant“, sagt er. „Ich, als älterer Herr, verknüpft mit einem vertrauten Du.“
In seinem Büro steht, immer griffbereit, seine Gitarre. Auf der spielt er zu Geburtstagen oder im Kindergarten nebenan.
Beim Zivildienst trifft er auf Thees Uhlmann
Mit einem bekannten Künstler der deutschen Musikszene hat er damals bei der Lebenshilfe Hemmoor begonnen. „Ich hab Zivildienst gemacht und Thees Uhlmann hat mich eingearbeitet.“ Hin und wieder treffen sie sich, sagt Lampio.
Bei der Lebenshilfe sei er „schon ewig“, hat aber nicht den üblichen Weg eines Geschäftsführers genommen. „Die kommen ja meistens von außen“, sagt Niko Lampio.
Der Lebenshilfe sei es damals „richtig schlecht gegangen“: „Vor zehn Jahren hatten wir 110 Mitarbeiter, jetzt 300 - das hat sich super entwickelt.“

Niko Lampio, Liedermacher und Geschäftsführer: „Die Songs kommen zu mir.“ Foto: Bisping
Zurück zur Musik. Woher stammen die Ideen für seine Songs? Seine Lieder, sagt er, entstehen oft an einem Altländer Küchentisch. Der steht passenderweise in Grünendeich, dort wohnt Niko Lampio.
Aus einem Gefühl heraus kommen die Lieder, „zwischen Butterbrot und Kaffee“, sagt er. In seinem jüngsten Song „Am Küchentisch 2Hundertprozent“ - wie elf weitere Songs jetzt auch bei Streamingdiensten wie Spotify zu hören - kommt auch eben jener Tisch vor.
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In seinen Liedern kommen überwiegend alltägliche Themen zum Tragen, mal lustig, mal ernst. Sie haben Titel wie „Immer nur Arbeit“, „Schlechte Nachrichten“ oder „Kids“, ein Song über Demenz.
Am 15. Februar um 19.30 Uhr präsentiert „Du, Herr Lampio“ Livemusik im Kino Meyer in Harsefeld. Karten sind online für 12 Euro erhältlich unter kino-hotel-harsefeld.de/kino/kinoprogramm.