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Heizperiode

TOfen aus: Im Rüstjer Forst gibt es kein Brennholz mehr

Geschlagene Bäumstämme markieren steht für Melanie Offermanns aktuell nicht auf der Tagesordnung.

Geschlagene Bäumstämme markieren steht für Melanie Offermanns aktuell nicht auf der Tagesordnung. Foto: Ahrens (Archiv)

Die Nachfrage ist groß - aber nicht überall kann sie noch befriedigt werden. Wie ist die Lage in der Region? Welche Preise werden aktuell aufgerufen?

Von Susanne Laudien Donnerstag, 12.02.2026, 16:00 Uhr

Harsefeld. Das Feuer knistert und das Brennholz im Kamin sorgt für wohlige Wärme. Doch schon bald könnte der Ofen aus sein - denn Brennholz wird knapp. Die Niedersächsischen Landesforsten bestätigen den Engpass: „Wir verkaufen überwiegend Brennholz, das als Nebenprodukt aus hochwertigem Holz für Möbelbau oder Fußböden bei der nachhaltigen Holzernte entsteht. Das Angebot ist daher regional begrenzt“, sagt Jobst Böttjer, Pressesprecher für die Region Nord-Ost. Besonders in Ballungsräumen können derzeit nicht alle Holzarten- oder Mengenwünsche erfüllt werden. Im Rüstjer Forst ist die Lage besonders schlecht.

Revierförsterin Melanie Offermanns kann derzeit kein Brennholz verkaufen, da schlichtweg nichts mehr da ist. „250 Kunden stehen auf meiner Warteliste, die ich nicht versorgen kann.“

Melanie Offermanns von der Revierförsterei Rüstje.

Melanie Offermanns von der Revierförsterei Rüstje. Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Notlage treibt die Holzpreise für Brennholz allgemein in die Höhe. Bei Laubholz waren die Preise schon vor der Heizsaison knapp 4 Prozent höher als im vorigen Jahr, zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Bei Nadelholz waren es sogar fast 10 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Notlage treibt Preise in die Höhe

„Die Holzpreise sind stark abhängig vom regional verfügbaren Angebot sowie von Faktoren wie Holzart, Auslieferungsform sowie örtlicher Nachfrage und sind daher auch sehr unterschiedlich“, so Böttjer. Für die Region um Rüstje und im Forstamtsbereich liegt der Holzpreis aktuell zwischen 40 und 60 Euro. „Buche, Eiche und Birke kosten 55 Euro pro Raummeter“, sagt Revierförsterin Melanie Offermanns. Bei Nadelholz, Weide und Pappel liege der Preis bei 45 Euro.

Vor- und Nachteile bei Holzarten

„Einige Kunden wollen keine Birke, da der Brennwert geringer ist. Dafür muss Birkenholz aber auch nur ein Jahr lagern“, erklärt Offermanns den Vorteil. Buche und Eiche sind gleichwertig in der Verbrennung. Dennoch bevorzugen viele Kunden das Buchenholz, weil die Flamme ansehnlicher ist, so die Holzexpertin.

Nächstes Jahr sei voraussichtlich wieder genügend Holz im Rüstjer Forst vorhanden. Das richte sich aber zum Beispiel danach, wie der Winter wird und wie die Bodenfeuchte sei, so Offermanns. „Der Boden darf nicht unter dem Holzabbau leiden, sondern wir müssen sehr sorgsam damit umgehen, schließlich arbeiten wir mit der Natur.“

Vorräte bei anderen Anbietern

Im Gesamtforstamtsbereich Harsefeld gibt es aktuell noch Brennholz, nur im Bereich Rüstjer Forst nicht mehr, betont Böttjer. In den Raiffeisen-Märkten in der Region, etwa am Bahnhof in Harsefeld, gibt es momentan noch ausreichend Kaminholz und Anfeuerholz. Auch Holzhackschnitzel sind etwa bei Schröder Agroholz in Ahlerstedt noch erhältlich. Im Ahlerstedter Ortsteil Wangersen betreibt Tobias Koopmann einen Brennholzhandel. „Auch ich merke den Engpass im Forstbereich und beziehe daher mein Holz zurzeit vom Großhandel.“

Ahlerstedter Holzhändler und Autor

Koopmann ist zudem professioneller Baumkletterer und übernimmt Problembaumfällungen. „Die Zeiten, als ich aus den Fällungen noch Holz erhielt, sind längst vorbei. Heutzutage ist Holz ein begehrter Rohstoff und meine Privatkunden nutzen ihr Holz selber.“

Feuerholz ist Koopmanns große Leidenschaft. Im Herbst veröffentlichte er sein Buch „Feuer und Holz“. „Perfekt für den Kaminabend, die Werkstatt oder das stille Örtchen“, so der Ahlerstedter Autor. Das Buch gibt es bei Amazon und auch, ebenso wie das Brennholz, über tobiaskoopmann@gmx.de.

Das können Verbraucher tun

Was rät Jobst Böttjer den Verbrauchern: Rechtzeitig neues Brennholz ordern, das ist wichtig. Wer bis zum letzten Scheit wartet, kann in Situationen wie jetzt in Engpässe geraten.

„Aktuell sind wir aber noch mitten in der Holzerntesaison und Brennholz fällt in der Regel als Nebenprodukt mit an. Daher wird fast jeder seine haushaltstypische Menge bekommen, aber nicht unbedingt seine Wunschbaumart. Es muss aber nicht immer Buche oder Birke sein – Roteiche oder Nadelholz brennen auch sehr gut.“

Heißer Tipp: Brennholzauktion in Buxtehude

Auf dem Betriebsgelände der Städtischen Betriebe Buxtehude (SBB) im Melkerstieg 25 findet am Samstag, 14. März, von 7.30 bis 16 Uhr eine Brennholzauktion statt. Um 8 Uhr beginnt die Versteigerung - und auch Holzhackschnitzel gibt es dort. Voraussetzung: Bis 16 Uhr muss das Holz selber abgefahren werden. Wer mit Motorsägenführerschein und Schutzausrüstung kommt, kann das Holz vor Ort selbst zersägen. Auskunft bei Jörn Pöpke, Telefon 04161/501-6622, und Dennis Vollmer, 04161/501-6628. Der Erlös aus der Versteigerung kommt nachhaltigen Projekten in Buxtehude zugute.

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