T„Offensiv das Beste“: VfL Fredenbeck brennt im Angriff Feuerwerk ab
Bester Mann auf der Platte: Lauro Strothmann erzielte 13 Tore. Foto: Potreck (Archiv)
Den Handballern des VfL Fredenbeck gelingt eine Riesenüberraschung beim Auswärtsspiel in Bielefeld. Und das, obwohl die Mannschaft personell auf dem Zahnfleisch geht.
Fredenbeck. Der VfL Fredenbeck verpasst der TSG AH Bielefeld mit einer durch zahlreiche Ausfälle geschwächten Mannschaft mit 40:34 (25:18) eine deutliche Niederlage und erobert mit 28:28-Punkten den siebten Tabellenrang zurück.
Die Voraussetzungen hätten kaum schwieriger sein können. Ohne neun etatmäßige Drittligaspieler traten die Fredenbecker an. „Unser letztes Aufgebot“, so Trainer Matthias Steinkamp vor dem Spiel. Doch eine taktisch bestens eingestellte Fredenbecker Mannschaft übernahm vor rund 600 Zuschauern von der ersten Minute an die Kontrolle.
Lauro Strothmann erzielt 13 Tore für den VfL
Mit ruhigem Spielaufbau, aber auch schnellem Umschaltspiel, wenn immer sich die Gelegenheit bot, wurde die Abwehr der Bielefelder ein ums andere Mal auseinandergenommen. Schon nach elf Minuten wechselte Bielefeld den Torwart, es half nichts.
Angeführt von einem überragenden Spiellenker und Torschützen Lauro Strothmann, er erzielte allein in der ersten Halbzeit neun Tore, baute der VfL seine Führung weiter aus. Fredenbecks Rückraum mit Strothmann, einem immer besser werdenden Chris-Ole Brandt und wieder erstarktem Pelle Fick spielte wie aus einem Guss.
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Auch die Außen, Jan Möller und Michel Sumfleth, und Kreisläufer Michel Brassait waren in das Spiel eingebunden und treffsicher. Die Chancenverwertung war - für VfL-Verhältnisse - gut. Nur jeweils drei nicht verwandelte Hochkaräter gingen pro Halbzeit in die Statistik ein. Dazu kamen wenige technische Fehler.
Fredenbecker Offensive überzeugt in Bielefeld
Der Fredenbecker Abwehr war schon eher anzumerken, dass zentrale Spieler fehlten und sie nicht eingespielt war. Aber Michel Brassait und ebenso Lauro Strothmann, beide bildeten den Mittelblock, hielten die eigenen Reihen zusammen und zwangen die Bielefelder Angreifer häufiger zu vorschnellen Abschlüssen.
Beim Halbzeitstand von 25:18 für den VfL rieben sich alle Beobachter die Augen. Nie hatte der VfL in dieser Saison auch nur annährend so treffsicher agiert und eine gegnerische Abwehr zur Verzweiflung getrieben. „Das war offensiv das Beste, was ich bisher gesehen habe“, urteilt Matthias Steinkamp.
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Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete. Lauro Strothmann und Pelle Fick erhöhten auf 27:18. Für die Bielefelder schien sich ein Debakel anzubahnen. Doch auf Fredenbecker Seite wurde jetzt zu viel, zu schnell, zu schön gewollt. Hektik kam auf.
Geht dem VfL in der Schlussphase die Luft aus?
Eine deutlich offensivere Bielefelder Abwehr nahm die Fredenbecker Angreifer bereits an der 9m-Linie an, zwang so den VfL zu technischen Fehlern. Auch gute Aktionen von Niklas Itzen, er parierte mehrere freie Würfe, konnte die Bielefelder nicht stoppen. Die TSG AH Bielfeld holte Tor um Tor auf, verkürzte den Abstand in der 42. Minute auf vier Tore (29:25). Dem VfLern schien die Luft auszugehen. Das Spiel drohte zu kippen.
Matthias Steinkamp zog die Notbremse, nahm eine Auszeit, brachte den siebten Feldspieler. Die Startformation kam auf die Platte. Das Blatt wendete sich (32:26, 47. Min.).
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Arsenij Kotenko wechselte ins Tor, zeigte mit vier Paraden sein Können. Lauro Strothmann setzte in der Schlussminute mit seinem 13. Feldtor, dem 40. Fredenbecker Treffer zum 40:34 Fredenbecker Sieg, den Schlusspunkt unter eine persönlich großartige Leistung, aber auch eine Klasseleistung der gesamten Mannschaft. Matthias Steinkamp: „Ich bin stolz auf diese Mannschaft.“
So geht es für den VfL weiter
Am folgenden Sonnabend absolvieren die Fredenbecker das letzte Heimspiel der Saison gegen den TSV Anderten (Anwurf Sbd. 2. Mai, 19.30 Uhr).
Tore: Brandt 5, Sumfleth 3, Brassait 4, de Vries 1, Fick 6, Strothmann 13, Möller 7/3, Richter 1.
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