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Baustelle

TOldendorf hat die Hauptstraße im Blick: Bauprojekt soll ab Mai Fahrt aufnehmen

Die Oldendorfer Ortsdurchfahrt ist im dritten Abschnitt ab der Kreuzung Kranenburger Straße und Ortsausgang Richtung Estorf eine langgezogene Gerade.

Die Oldendorfer Ortsdurchfahrt ist im dritten Abschnitt ab der Kreuzung Kranenburger Straße und Ortsausgang Richtung Estorf eine langgezogene Gerade. Foto: Klempow

Alles neu, unten und oben, im Norden und Süden: Kanalrohre, Gehwege und Asphalt - in diesem Jahr soll es klappen, mit dem nächsten Abschnitt der Oldendorfer Hauptstraße.

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Von Grit Klempow
Montag, 02.02.2026, 05:50 Uhr

Oldendorf. Die Pläne waren schon vor einem Jahr spruchreif, im vergangenen Sommer hätten die Bauarbeiter loslegen können. Das Land Niedersachsen hatte aber das Projekt L114 schon früh verschoben. In diesem Frühjahr soll es aber losgehen. Der Gemeinderat Oldendorf hat das Bauprojekt beschlossen.

Bauarbeiten im Untergrund

Der dritte Abschnitt der Ortsdurchfahrt Oldendorf ist ebenso aufwändig wie der letzte. Auch bei diesem Projekt geht es erstmal in die Tiefe. Auf 370 Metern wird im Untergrund gebaut. Der Bauabschnitt beginnt an der Kreuzung Kranenburger und Wilhelm-Schröder-Straße und endet an der nächsten Kreuzung Getreidestraße und Fasanenweg.

Die Skizze zeigt den Ausbau-Abschnitt der Hauptstraße in Oldendorf als rote Linie.

Die Skizze zeigt den Ausbau-Abschnitt der Hauptstraße in Oldendorf als rote Linie. Foto: OpenStreetMap/TAGEBLATT

Der Trinkwasserverband Stader Land ist mit seinem Betriebszweig Abwasserentsorgung dabei. Der Schmutzwasserkanal wird komplett saniert, neue Rohre kommen in den Boden. Um bei künftigem Starkregen gewappnet zu sein, wird auch der Regenwasserkanal erneuert. Abwasserentsorger, die Straßenbaubehörde des Landes und die Gemeinde als Bauherrin stimmen sich eng ab.

Platz für Gehweg ist begrenzt

Weil die Planung im vergangenen Jahr zwar fertig war, aber das Land das Projekt noch einmal geschoben hatte, blieb Ingenieurin Jovana Galla Zeit, auf Wunsch der Gemeinde eine Option für den Straßenverlauf zu prüfen. Entlang der nördlichen Seite der Straße ist sehr viel mehr Platz für den Geh- und Radweg als auf der gegenüberliegenden Seite. Dort stehen die Bäume dicht an Fahrbahn und Gehweg.

Diese Bäume sollen bleiben. Das ist das erklärte Ziel. Eine Verschiebung der Fahrbahn mache aber „keinen Sinn“, so Galla. „Wir zirkeln uns so durch“, sagt sie mit Blick auf die Planung und den begrenzten Raum am südlichen Straßenrand. „Wir werden einen Großteil erhalten können, aber ob ein Baum noch genug Stand hat, werden wir erst sehen, wenn wir alles aufmachen.“

Jeder Baum wird geprüft

„Auf der südlichen Seite ragen die Wurzeln erheblich in den Fußweg hinein und führen bereits jetzt zu massiven Beschädigungen.“ So wird der derzeitige Zustand beschrieben. Deshalb müsse während der Bauphase jeder Baum konkret geprüft werden.

Die Hauptstraße ist im Bereich der Kirche schon saniert. Die Planer unterscheiden die Straßenseiten in Nord und Süd. Nord ist in dieser Blickrichtung die rechte, Süd ist die linke Seite.

Die Hauptstraße ist im Bereich der Kirche schon saniert. Die Planer unterscheiden die Straßenseiten in Nord und Süd. Nord ist in dieser Blickrichtung die rechte, Süd ist die linke Seite. Foto: Claudiografie by Claudia Stuthmann

Prinzipiell hatte auch die Straßenbaubehörde keine Einwände gegen eine Verlegung der Fahrbahn. Damit wäre aber der Geh- und Radweg auf der Nordseite schmaler ausgefallen. Das hätte Folgen für die Finanzierung: Ist die Breite geringer als 2,50 Meter, beteiligt sich das Land nicht mehr an den Kosten. Grundsätzlich sind die neuen Geh- und Radwege an der Hauptstraße der finanzielle Part der Gemeinde, das Land übernimmt bei ausreichender Breite die Hälfte der Baukosten.

Geh- und Radweg als Angebot an Radler

Damit bleibt es beim drei Meter breiten, kombinierten Geh- und Radweg an der Nordseite. Angelegt ist er als „Angebotsradweg“ - wer will, darf ihn nutzen. Auf der Südseite bleibt Platz für einen schmaleren Gehweg.

Der breite „Angebotsradweg“ wird später mit Radfahrer-Piktogrammen gekennzeichnet, durchgängig entlang der gesamten Hauptstraße. Bisher fehlen die Piktogramme auf den sanierten Abschnitten noch, weil der Landkreis warten will, bis auch der dritte Sanierungsabschnitt durch ist.

Durchgehender Rad- und Gehweg

Zu groß könnte sonst die Verwirrung sein, wo das Radfahren erlaubt ist und wo Radfahrer auf die Straße ausweichen müssen. Ist die Ortsdurchfahrt komplett fertig, sollen Radfahrer auf der Nordseite, von einem Ende Oldendorfs bis zum anderen, den kombinierten Weg entlang der Hauptstraße nutzen können.

Die L114 in Oldendorf soll ab Mai weiter saniert werden. Der Bereich am Ortsausgang Richtung Estorf muss aber noch warten, zunächst ist der Abschnitt bis zur Getreidestraße dran.

Die L114 in Oldendorf soll ab Mai weiter saniert werden. Der Bereich am Ortsausgang Richtung Estorf muss aber noch warten, zunächst ist der Abschnitt bis zur Getreidestraße dran. Foto: Klempow

Auf der „Südseite“, vom Ortseingang Richtung Estorf auf dem Weg in den Ort, müssen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen. Aber es gelten Ausnahmen: Kinder im Alter bis acht Jahre müssen den Gehweg nutzen, sie dürfen nicht auf der Fahrbahn radeln. Eine Begleitperson darf mit auf dem Gehweg fahren. Kinder bis zehn Jahre dürfen den Gehweg, aber auch die Fahrbahn nutzen.

Startschuss ist für Mai geplant

Läuft die Ausschreibung wie geplant, „soll es im Mai losgehen“, sagt Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann. Die bislang bekannten Kosten liegen bei 735.000 Euro für die Gemeinde, 300.000 Euro für den Trinkwasserverband und fast einer Million Euro für das Land.

Bevor die Tiefbauer mit dem richtig schweren Gerät anrücken, wird schon eine Nummer kleiner gebuddelt. Der Trinkwasserverband verlegt neue Trinkwasserleitungen. Beide Baustellen sind aufeinander abgestimmt. „Die machen auf“, sagt Jovana Galla, „und wir machen wieder zu.“

Zumachen wollen alle Beteiligten möglichst schnell. Obwohl bei umfangreichen Tiefbauarbeiten erfahrungsgemäß fraglich ist, ob Termine gehalten werden können. Gallas Wunsch wäre es, „zu Weihnachten“ fertig zu sein. Als Anreiz soll im Ausschreibungsverfahren eine Beschleunigungszulage angeboten werden. Vielleicht, so die Gemeinde hoffnungsvoll, ist dann schon im November der dritte Abschnitt fertig.

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