Entwurf

TPläne für Bargstedts Grundschule vorgestellt: Aula spaltete Meinungen

Die Grundschule Bargstedt soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Die Grundschule Bargstedt soll durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: P. Meyer

Ruhige Lerncluster statt langer Flure: So soll Bargstedts neue Grundschule aussehen. Offen bleibt, ob die Aula für 200.000 Euro zur Versammlungsstätte wird.

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Von Pauline Meyer
06.07.2026, 09:50 Uhr

Bargstedt. Die Planungen für die neue Grundschule in Bargstedt sind einen weiteren Schritt vorangegangen. In der letzten Bauausschusssitzung der Samtgemeinde Harsefeld stellte das Architekturbüro Cappel + Reinecke sein Entwurfskonzept für den rund 14,9 Millionen Euro teuren Neubau vor. Damit liegen die Kosten höher, als zunächst veranschlagt.

Während das Konzept für das moderne Schulgebäude auf allgemeine Zustimmung stieß, gingen die Meinungen bei Vergabe und Aula auseinander.

Raumkonzept trennt laute und leise Bereiche

„Das Konzept ist stimmig“, zeigte sich Bargstedts Bürgermeister Ulrich Rathjens (SPD) zufrieden. Die Schule soll als rund 2730 Quadratmeter großer Neubau in T-Form entstehen, erläuterte Architekt Henrik Plate. Bis zur Fertigstellung kann das alte Gebäude weiterhin für den Unterricht genutzt werden.

Das Entwurfskonzept des Architekturbüros Cappel + Reinecke: So ist das Erdgeschoss der neuen Grundschule Bargstedt geplant.

Das Entwurfskonzept des Architekturbüros Cappel + Reinecke: So ist das Erdgeschoss der neuen Grundschule Bargstedt geplant. Foto: Cappel + Reinecke

Der Hauptbaukörper soll zweigeschossig werden und Verwaltung, Lehrerzimmer sowie die Unterrichtsbereiche beherbergen. Der eingeschossige Gebäudeteil mit höherer Raumhöhe integriert etwa Aula, Mensa sowie Musik- und Werkräume. Somit trennen die Planer bewusst ruhige Lernbereiche von Räumen mit lärmintensiver Nutzung.

Herzstück des Neubaus sind die Lerncluster. Dabei werden jeweils zwei Klassenräume mit einem Gruppenraum und offenen Lernbereichen zu einer Einheit zusammengefasst. Ergänzt werden diese durch Lernnischen, die in die Flurbereiche integriert sind. Dort können Kinder selbstständig oder in Gruppen arbeiten.

Cluster: Sinnvoll für Pädagogik und im Brandfall

Die Schulklassen in Clustern anzulegen, sei nicht nur pädagogisch, sondern auch brandschutztechnisch sinnvoll, erklärt Henrik Plate. Während Flure in klassischen Schulgebäuden vor allem Rettungswege seien und deshalb frei bleiben müssten, könnten sie in der Clusterstruktur deutlich vielseitiger genutzt werden - etwa mit Sitzgelegenheiten.

Das Entwurfskonzept des Architekturbüros Cappel + Reinecke: So ist das Obergeschoss der neuen Grundschule Bargstedt geplant.

Das Entwurfskonzept des Architekturbüros Cappel + Reinecke: So ist das Obergeschoss der neuen Grundschule Bargstedt geplant. Foto: Cappel + Reinecke

Gleichzeitig bleibe die Aufsicht einfacher, da Lehrkräfte mehrere Bereiche gleichzeitig im Blick hätten. Zudem entstehen durch die Cluster eigenständige Abschnitte, die im Notfall eine Evakuierung erleichtern und die Ausbreitung von Rauch verzögern können.

Auch organisatorisch bringt das Konzept Vorteile. Die Garderoben werden direkt neben Haupteingang und Treppenhaus angeordnet. So bleiben die eigentlichen Lernbereiche frei von Jacken und Taschen. Die Verwaltungsräume sind durch einen Vorflur als Pufferzone vom regen Schulbetrieb abgeschirmt.

Uneinigkeit: Aula könnte 200.000 Euro mehr kosten

Diskutiert wurde im Ausschuss vor allem über die Aula. Diese soll durch mobile Trennwände flexibel nutzbar sein. Noch offen ist allerdings, ob sie zusätzlich als Versammlungsstätte für mehr als 200 Personen ausgelegt wird. Dafür wären etwa eine leistungsfähige Lüftungsanlage, eine Alarmanlage sowie weitergehende Brandschutzmaßnahmen erforderlich. Die Mehrkosten bezifferte Plate auf rund 200.000 Euro.

Während einige Ausschussmitglieder diese Zahl als verhältnismäßig hoch ansahen, sprach sich Ulrich Rathjens grundsätzlich dafür aus: „Gerade in Gemeinden wie Bargstedt, die keine eigene Veranstaltungsstätte haben, sollten wir darüber nachdenken.“ Eine entsprechend ausgestattete Aula könne künftig auch für Theateraufführungen oder Bürgerversammlungen genutzt werden.

Architekt Henrik Plate vom Architekturbüro Cappel + Reinecke (v. li.), Silke Gärtner, Schulleiterin der Grundschule Bargstedt, und Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück.

Architekt Henrik Plate vom Architekturbüro Cappel + Reinecke (v. li.), Silke Gärtner, Schulleiterin der Grundschule Bargstedt, und Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück. Foto: P. Meyer

CDU-Ratsfrau Melanie Mohnen verwies darauf, dass die Marke von 200 Personen bereits bei schulischen Veranstaltungen mit zehn Klassen, Lehrkräften und Eltern erreicht werden könne. Aus der Schule selbst sei allerdings signalisiert worden, dass Veranstaltungen dieser Größe nur zwei- bis dreimal im Jahr stattfinden.

Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück zeigte sich einer solchen Lösung gegenüber offen. Sie sei „nicht abgeneigt“ betonte jedoch, dass darüber erst im weiteren Planungsverlauf entschieden werden müsse.

Knappe Entscheidung: Kein ÖPP-Verfahren

Uneinigkeit herrschte auch bei der Frage, wie das Bauprojekt umgesetzt werden soll. Mit sieben zu sechs Stimmen sprach sich der Ausschuss für eine konventionelle Vergabe aus. Dabei werden die einzelnen Planungs- und Bauleistungen separat ausgeschrieben und vergeben.

Mit Blick auf die Zukunft gab der Ausschuss der Verwaltung weitere Aufgaben mit auf den Weg. So soll geprüft werden, wie sich die Schule bei steigenden Schülerzahlen später erweitern ließe. Außerdem soll die Gemeinde Bargstedt in die Planungen für die Sporthalle eingebunden werden.

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