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Fußball

TEmotionaler Abschied: Jetzt beginnt bei Serra das Leben nach D/A

Nikola Serra hat für D/A 206 Pflichtspiele bestritten.

Nikola Serra hat für D/A 206 Pflichtspiele bestritten. Foto: Struwe

D/A-Verteidiger Nikola Serra beendet seine Laufbahn als Profifußballer. Das Landespokalfinale war sein letzter Auftritt. Dem Verein bleibt der 31-Jährige aber erhalten.

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Von Daniel Berlin
Mittwoch, 27.05.2026, 17:10 Uhr

Drochtersen. Nikola Serra hält sich einen Eisbeutel an die Stirn und stopft einen Wattebausch in sein linkes Nasenloch. Das Landespokalfinale gegen den SSV Jeddeloh im August-Wenzel-Stadion in Barsinghausen hat Spuren hinterlassen. Ein Ellenbogenschlag auf die Nase während eines Zweikampfes bereitete ihm körperliche Schmerzen, die 0:3-Niederlage womöglich seelische. Die gesamte Partie verlief für den Innenverteidiger emotional. Das begann schon vor dem Spiel in der Kabine.

Während des Pokalfinals bekam Nikola Serra (Mitte) einen Schlag ins Gesicht.

Während des Pokalfinals bekam Nikola Serra (Mitte) einen Schlag ins Gesicht. Foto: Struwe

Serra hat alle ins Boot geholt. So erzählt er es. Der heute 31-Jährige verriet seinen Mannschaftskollegen, dass er eben in jenem August-Wenzel-Stadion als kleiner Junge das Fußballspielen gelernt hat. 15 Kilometer von seinem Zuhause entfernt. „Genau hier mit Papa“, sagt Serra.

Anfang und Ende im August-Wenzel-Stadion

Sein Vater Ralf Serra verstarb 2017 nach schwerer Krankheit. Er arbeitete seinerzeit beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und trainierte am DFB-Stützpunkt in Barsinghausen junge Talente. „Jeden Montag war ich hier“, sagt Nikola Serra und schaut über die Nebenplätze der Sportanlage. Hier hat er in der U17 und der U19 seine ersten Titel geholt.

Hier endet es. „Ich glaube, alle waren ergriffen“, sagt Serra.

Im August-Wenzel-Stadion hat er das Fußballspielen gelernt. Und in dieser Arena in Barsinghausen bestritt Nikola Serra jetzt sein letztes Spiel.

Im August-Wenzel-Stadion hat er das Fußballspielen gelernt. Und in dieser Arena in Barsinghausen bestritt Nikola Serra jetzt sein letztes Spiel. Foto: Struwe

Nikola Serra wird seine Laufbahn als Leistungssportler beenden. Das Landespokalfinale in Barsinghausen war sein letztes Spiel für die erste Mannschaft der SV Drochtersen/Assel. Die Entscheidung sei in der vergangenen Saison gereift. Mit den Vereinsverantwortlichen habe er die Gründe besprochen.

„Ich schaffe es nicht mehr, professionellen Fußball mit meinem Job zu vereinen“, sagt Serra. Er arbeitet für ein großes Versicherungsunternehmen, hat viele Termine, ist viel unterwegs. „Wenn ich im Job erfolgreich werden will, muss ich diesen Schritt gehen“, sagt Serra. Der Moment sei gekommen. Vielleicht spielte auch Serras sportliche Entwicklung eine Rolle.

Serra schaut kritisch auf sportliche Zeit

In der zurückliegenden Saison, die D/A als Vizemeister und mit dem verlorenen Pokalfinale abschloss, verbuchte Nikola Serra zwar 32 Regionalligaeinsätze, stand aber nur 12 Mal in der Startelf. 19 Mal wechselte ihn Trainer Oliver Ioannou ein. In Sachen Spielanteile hätte sich Serra „persönlich etwas anderes gewünscht“. „Sportlich lief es für mich persönlich nicht so gut“, sagt er heute.

Im Januar 2016 wechselte Nikola Serra das erste Mal zur SV Drochtersen/Assel. Er kam aus der Talentschmiede von Hannover 96. Der damalige Drochterser Erfolgscoach Enrico Maaßen nahm Serra im Sommer 2018 mit zum West-Regionalligisten SV Rödinghausen. Vor sechs Jahren kehrte Serra zurück zu D/A.

221 Einsätze in der Regionalliga stehen in der Vita von Nikola Serra. Dabei erzielte er 13 Tore. Drei DFB-Pokalspiele erlebte Serra auf der Reservebank. Gegen den SC Paderborn war er 2019 im Rödinghausener Trikot 70 Minuten lang dabei. In den sozialen Netzwerken ging seinerzeit ein Videoclip viral. Gegnerische Fans warfen wütend Bierbecher auf den Rasen. Serra fing einen auf, trank aus und bedankte sich höflich mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger. Der Mann hat viel erlebt. Jetzt rückt der Fußball in die zweite Reihe.

Innenverteidiger wechselt in zweite Mannschaft

„Nikola ist ein verdienter Spieler, ein Top-Innenverteidiger. Auf ihn war immer Verlass“, sagt D/A-Sportdirektor Sören Behrmann. Aus Serra sei ein „Drochterser Junge“ geworden. Deshalb kann Serra es auch nicht ganz lassen.

Serra spielt ab der nächsten Saison in der zweiten Mannschaft der SV D/A. „Ich unterstütze so gut ich kann. Hoffen wir, dass wir die Jungs in der Oberliga halten können“, sagt Serra. D/A II gewann in der Landesliga souverän die Meisterschaft, steigt auf und holte sich als Kirsche auf der Torte den Bezirkspokal.

Serra mag den Verein, die Region und das Dorf. Drochtersen bleibt sein Lebensmittelpunkt.

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