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Tourismus

TRat der Expertin: So kann Buxtehude noch mehr Gäste in die Stadt locken

Private Schiffsfreunde versuchen, den Wassertourismus in Buxtehude voranzubringen. Das Foto aus dem Jahr 2024 zeigt Andre Christoleit, der die Barkasse „Wappen von Lübeck“ in Richtung Buxtehude steuert.

Private Schiffsfreunde versuchen, den Wassertourismus in Buxtehude voranzubringen. Das Foto aus dem Jahr 2024 zeigt Andre Christoleit, der die Barkasse „Wappen von Lübeck“ in Richtung Buxtehude steuert. Foto: Weselmann

Zusätzliche Angebote sollen her: auf dem Wasser und in der Nebensaison. Der Buxtehuder Tourismusausschuss hat darüber gesprochen. Gibt es schon konkrete Ideen?

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Von Thomas Sulzyc
Samstag, 31.01.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Gastronomie, Beherbergungsgewerbe und Einzelhandel profitieren vom Tourismus. Mit welchem Ergebnis für die Stadt Buxtehude hat wie berichtet eine aktuelle Studie deutlich gemacht.

In Buxtehude sorgte der Tourismus 2024 für 75,5 Millionen Euro Bruttoumsatz. Wie dieses Ergebnis verbessert werden könnte, darüber hat jetzt erstmals nach Veröffentlichung der Studie der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus gesprochen.

Als Expertin für den Fremdenverkehr in der Region beantwortete die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Landkreis Stade/Elbe, Ines Utecht, Fragen der Politikerinnen und Politiker. Wo im Tourismus in Buxtehude sehe die Expertin noch Möglichkeiten, die Umsätze zu steigern? „Camping, Geschäftsreisende und Radtourismus“, antwortete Ines Utecht.

Lediglich zum Radtourismus äußerte sie sich ausführlicher. In der näheren Umgebung, etwa in Hamburg, sei der Landkreis Stade zwar als Radwanderregion bekannt. Nicht aber in weiter entfernten Gegenden.

Chatbot soll Radwanderern Tipps geben

Bei heißen Temperaturen zum Beispiel könnten Radtouristen auf vor Sonne geschützte Radwege hingewiesen werden. Ein virtueller Assistent könnte mit Radwanderern kommunizieren und Tipps geben. Etwa: „Heute wird es richtig heiß - fahre doch mal die Waldroute.“ Beim Fahrradverleih sei eine Preiserhöhung drin. Ines Utecht rät, mutiger zu sein und einen Euro draufzupacken.

Barkasse auf der Este: Der Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe rät Buxtehude, die maritime Seite mehr hervorzuheben.

Barkasse auf der Este: Der Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe rät Buxtehude, die maritime Seite mehr hervorzuheben. Foto: Weselmann

Viel zu wenig Nutzen ziehe Buxtehude aus dem Wassertourismus. „Die maritime Seite der Region kann noch mehr hervorgehoben werden“, sagte Ines Utecht. Die Stadt solle ihr wassertouristisches Konzept doch noch umsetzen, rät der Tourismusverband. Hintergrund: Seit 2014 ist die Nutzung von Hafen und Este nicht spürbar vorangekommen. Damals stellte die Stadt den Touristischen Masterplan Buxtehude auf.

Die Schiffbarkeit der Este leidet unter der starken Versandung. Die Autobahnbrücke über die Este ist ein weiteres Hindernis. Rechtlich ist die Este eine Bundeswasserstraße und dient damit dem allgemeinen Verkehr. Obwohl es faktisch keinen nennenswerten Schiffsverkehr mehr auf dem Fluss gibt, schränkt das Gesetz die touristische Nutzung ein.

Dennoch: Private Schiffsfreunde versuchen, dem etwas entgegenzusetzen. 2024 überführten der Buxtehuder Jan Sauerwein und Mitstreiter die Barkasse „Wappen von Lübeck“ von Berlin in den neuen Heimathafen Buxtehude. Das Ziel: die Aufwertung des Buxtehuder Hafens.

„An der unteren Este könnte die Region noch zulegen“, sagt Ausschussmitglied Birte Gütersloh (CDU). Sie habe beobachtet, dass sich dort beim Wassertourismus in den vergangenen 20 Jahren kaum etwas verändert habe. Untere Este ist der Flussverlauf von Buxtehude bis zur Mündung in die Elbe.

Zu wenig Miteinander im Tourismus

Ein hausgemachtes Problem im Tourismus der Region: Die Akteure würden zu wenig miteinander arbeiten. Den geringen Zusammenhalt hätten die Autoren der Studie bemängelt, sagte Ines Utecht. Diese Einschätzung bestätigt der Leiter des Stadtmarketings Buxtehude, Torsten Lange. Seit Veröffentlichung der vorangegangenen Tourismusstudie aus dem Jahr 2016 sei es nicht gelungen, enger zusammenzuarbeiten, sagte er.

Ein Beispiel: Als mindestens unglücklich galt im vergangenen Jahr, dass zwei tourische Attraktionen im Landkreis Stade zeitgleich auf ein Wochenende fielen: das Steampunk-Festival in Buxtehude und das Altländer Blütenfest.

Das Steampunk-Festival allein habe die Gästebettenkapazitäten in Buxtehude ausgeschöpft, sagten Hotelbetreiber. Zwölf amtlich gemeldete Hotels und Pensionen mit jeweils mehr als zehn Betten gibt es in Buxtehude.

Zuwächse in der Nebensaison - aber wie?

Zuwächse im Tourismus in Buxtehude hält Ines Utecht in der Nebensaison für möglich. Welche Angebote das sein könnten, sagte sie aber nicht. Clevere Ideen fehlen offenbar bisher. Ausschussmitglied Achim Biesenbach (CDU) forderte Ines Utecht auf. „Machen Sie konkrete Vorschläge an uns.“

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