TRegionalbischöfin nimmt Kirchenkreis Buxtehude unter die Lupe
Superintendent Dr. Martin Krarup und Reginonalbischöfin Sabine Preuschoff werden in den nächsten Wochen viele Personen und Projekte im Kirchenkreis besuchen. Foto: Svenja Weil
Von Jugendarbeit bis Klinikseelsorge, von Personalplanung bis Präventionskonzept: Warum der Kirchenkreis gerade ganz genau unter die Lupe genommen wird.
Buxtehude. „Ich freue mich darauf, die Menschen hier im Kirchenkreis kennenzulernen", sagt Regionalbischöfin Sabine Preuschoff. Seit knapp einem Jahr ist sie im Amt und nun bereist sie mit viel Neugier und Elan erstmals den Kirchenkreis Buxtehude ausführlich.
Als Regionalbischöfin des Sprengels Stade gehört diese Visitation der neun Kirchenkreise zu ihren Aufgaben. Der Kirchenkreis Buxtehude ist als erster dran und hat zwischen Buxtehude und Mulsum, Horneburg und Ahlerstedt in elf Kirchengemeinden viel zu bieten. Visitationen seien Teil der Dienstaufsicht „im geschwisterlichen Geist“, wie Preuschoff deutlich macht.
Es gehe dabei nicht um strenge Kontrolle oder darum, alles besser zu wissen. Vielmehr sei ihr wichtig, zu erfahren, wo Kirche in der Gesellschaft verortet ist und was Kirche und Menschen jetzt und in Zukunft brauchen. „Durch den Blick von außen kann ich neue Impulse geben und andere Perspektiven einbringen“, hofft sie.
Neugier auf die Menschen vor Ort
Gemeinsam mit Superintendent Dr. Martin Krarup wird sie insgesamt etwa zehn Tage lang ein straffes Besuchsprogramm absolvieren. Die ersten Einblicke gab es bereits in die Jugendarbeit. Das gemeindeübergreifende Konzept unterWEGs, dessen Höhepunkt ein Treffen von fast 200 Konfirmandinnen und Konfirmanden in den Herbstferien ist, hat sie beeindruckt. Die Arbeit für und mit Jugendlichen liegt ihr besonders am Herzen, zumal die eigenen Erfahrungen in der evangelischen Jugend sie stark geprägt haben.
„Ich habe schon oft gesehen, wie junge Menschen in der Jugendarbeit wachsen, wenn sie dort Verantwortung übernehmen oder ganz praktisch Dinge lernen, die sie auch in anderen Zusammenhängen für sich nutzen können.“ Bei ihrer Visitation wird Preuschoff sich immer auch mit der Zukunft der Kirche in der Region befassen.
Derzeit gehören etwa 34.000 Menschen im Kirchenkreis zur evangelisch-lutherischen Kirche, aber es werden jährlich weniger. Entsprechend sinken auch die Einnahmen durch die Kirchensteuer. Für den Kirchenkreis und auch die einzelnen Gemeinden wird damit eigenes Fundraising immer wichtiger. Die Buxtehuder St.-Paulus-Gemeinde habe mit ihrer Paulzstiftung zur Förderung der Jugendarbeit schon vor vielen Jahren ein gutes Beispiel dafür geschaffen, benennt Krarup ein erfolgreiches Konzept. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis Stade beschäftigt der Kirchenkreis einen Fundraiser, der Gemeinden und Projekte berät.
Enge Zusammenarbeit mit Kirchenkreis Stade
Dies ist nur ein Teil der engen Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Stade. Der gemeinsame Diakonieverband ist längst etabliert, das Stader Kirchenamt ist mittlerweile Verwaltungszentrale für gleich drei Kirchenkreise. „Wir müssen immer stärker zusammenrücken“, so Krarup. Er lässt Zweifel anklingen, ob es bei der nächsten Visitation, die üblicherweise alle sechs Jahre stattfinden soll, noch zwei getrennte Kirchenkreise rund um Buxtehude und Stade gibt.
Umso genauer will Preuschoff bei ihren Gesprächen hinterfragen, was die Menschen von Kirche brauchen und welche Angebote ihnen besonders wichtig sind. Darum wird sie neben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirche auch andere Akteure aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik treffen. Sie möchte zeigen, dass Kirche sich für die Menschen interessiert und herausfinden, was diese ihnen bieten kann.
Auch Menschen, die keine Kirchenmitglieder sind, berichten ihr in Gesprächen von einem „besonderen Geist“ bei Angeboten der Kirche, so Preuschoff. „Sie erleben, dass da etwas ist, das trägt und sind angesprochen davon, Gemeinschaft zu erfahren.“
Wo im Kirchenkreis dieser spezielle Geist besonders deutlich weht, wird nach der Visitation sicher in Preuschoffs Abschlussbericht zu finden sein. „Das bietet eine gute Inspiration für die weiteren Planungen des Kirchenkreises“, so Krarup.
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