TRichtfest-Gespräche: Wer darf wohl in die neue Rettungswache einziehen?
Mit Kai Seefried für den Landkreis Stade als Bauherrn hat Zimmermann Axel Hink den Neubau kräftig begossen - natürlich mit einem zünftigen Spruch. Foto: Richter
Der Neubau in Wiepenkathen wächst. Die Gäste beim Richtfest interessiert eine Frage brennend: Wer wird nach der Ausschreibung dort arbeiten dürfen - DRK, Falck, Johanniter?
Stade. Der Landkreis Stade investiert 15 Millionen Euro in die neue Wache. Ganz in der Nähe der alten Wache, die aus allen Nähten platzt, liegt sie im Gewerbegebiet Ohle Kamp in Stade-Wiepenkathen. Beim Richtfest konnten die Gäste sich einen Eindruck von Größe und Ausstattung der neuen Räume machen.
Bei der Besichtigung der zukünftigen Eingangshalle. Foto: Richter
„Das setzt neue Maßstäbe“, sagt Landrat Kai Seefried. Für die größte Rettungswache, die es je im Landkreis Stade gab, wurden mehr als 1000 Kubikmeter Beton und 100 Tonnen Stahl verbaut. Im Sommer 2027 soll die neue Wache in Betrieb gehen. Dann könnten drei Rettungswagen, ein Schwerlastrettungswagen und zehn Krankentransportfahrzeuge hier Platz finden.
Neubauten für mehr Sicherheit
Kreiswirtschaftsbetriebe investieren Millionen in neue Rettungswachen
MIt Wärmepumpe, Deckenkühlung und Photovoltaik auf dem Dach der Fahrzeughalle und des angeschlossenen zweigeschossigen Verwaltungs- und Sozialtrakts wird der Bau energetisch einen sehr hohen Autarkiegrad erreichen, erklärt Lucas Zyber, stellvertretender Amtsleiter der Gebäudewirtschaft des Landkreises.

Blick auf die Dachterrasse, die künftig von den neuen Schulungsräumen aus betreten werden kann. Foto: Richter
Bei einem Rundgang mit Dezernentin Sabine Brodersen (Ordnung und Sicherheit) und Kreisbaurätin Madeleine Pönitz zeigte er, was die 2600 Quadratmeter Nutzfläche noch zu bieten haben, zum Beispiel eine Waschhalle für die Fahrzeugpflege. Hinter der Fahrzeughalle geht es über einen Flur direkt in die Ruheräume - und umgekehrt, erklärt Lucas Zyber. Bei Alarmierung brauchen die Rettungskräfte nur noch aus dem Bett in die Stiefel und ein paar Meter weiter ins Fahrzeug zu springen.
Vom Schulungsraum direkt auf die Dachterrasse
Im hinteren, zweigeschossigen Bereich des Gebäudes sind auch Lager-, Büro-, Sozial- und Schulungsräume untergebracht. Eine große Dachterrasse bietet sich für die Pausen an - und wurde so gebaut, dass dort eine Rettungsleiter angelehnt werden kann, die eine zweite Treppe als Fluchtweg überflüssig macht. Einen Fahrstuhl gibt es auch noch.

Sascha Heitmann und Aljoscha Schmidt von Falck haben sich den Rohbau schon mit einer gewissen Vorfreude angesehen. Foto: Richter
Wie groß ist die Vorfreude bei den Mitarbeitern der Rettungsdienstleister, die hier später einziehen dürfen? „Die ist eigentlich groß, aber wir sind auch vorsichtig. Man will ja nicht enttäuscht werden“, sagen Sascha Heitmann und Aljoscha Schmidt von Falck.
Mitarbeiter hoffen, dass Falck in Stade zum Zug kommt
Bisher arbeiten sie in Buxtehude, wo Falck seit 2017 einen Teil der Krankentransporte und Rettungsdienste übernommen hat. Dort gebe es auch weiterhin diesen Bedarf, aber sie halten es für möglich, dass Falck auch in Stade zum Zug kommen könnte, zum Beispiel bei den Krankentransporten.

Dezernentin Sabine Brodersen lässt sich von Lucas Zyber im Rohbau herumführen. Foto: Richter
Teile beider Aufgaben müssen europaweit ausgeschrieben werden, erklärt Sabine Brodersen. Wer die Ausschreibung gewinnt, wird sich erst im Herbst 2026 herausstellen. Auch Jendrick Törner, Notfallsanitäter und stellvertretender Wachenleiter bei den Johannitern, hofft, später in der neuen Rettungswache arbeiten zu dürfen: „Alles ist nah beieinander, man hat genug Platz und Bewegungsfreiheit.“

Jendrick Törner, stellvertretender Wachenleiter bei den Johannitern in Stade, hofft, in den neuen Räumen arbeiten zu dürfen. Foto: Richter
Das freut auch Jörg Bastian (DRK), den Leiter der Rettungswache in Wiepenkathen: „In der neuen Wache entspricht alles der DIN-Norm“, sagt er. Es werde ein wesentlich besseres Arbeiten sein.

Jörg Bastian vom DRK, amtierender Leiter der Rettungswache gleich nebenan, freut sich auf Räume, die den heutigen Normen entsprechen. Foto: Richter
Weil Teile von Rettungsdienst und Krankentransport neu ausgeschrieben werden müssen, ist der Neubau so angelegt, dass auch eine Vermietung an verschiedene Betreiber möglich ist. Die Übertragung der Aufgaben und die Kooperation zwischen den Anbietern klappe gut, sagt Kai Seefried. Er habe bisher nie Sorgen gehabt, dass der Rettungsdienst nicht funktioniere.
25.000 Rettungseinsätze pro Jahr im Landkreis
Im Rettungsdienst im Kreis Stade sind 250 Menschen tätig. Sie übernehmen 25.000 Rettungseinsätze, 15.000 Krankentransporte und 5000 Notarzteinsätze pro Jahr. Im Sommer 2027, wenn die neue Rettungswache in Betrieb geht, werde das noch komfortabler funktionieren.
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