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Bauarbeiten

TSanierung des Jahnstadions: Neuer Kunstrasen für Buxtehude

Carlos Barros, Mitarbeiter der Firma Polytan, sorgt mit präzisen Linien für Orientierung auf dem Spielfeld.

Carlos Barros, Mitarbeiter der Firma Polytan, sorgt mit präzisen Linien für Orientierung auf dem Spielfeld. Foto: Weil

Bald rollen hier wieder die Bälle: Der neue Kunstrasenplatz im Buxtehuder Jahnstadion ist fast fertig. Was den neuen Belag auszeichnet.

Von Svenja Weil Dienstag, 09.06.2026, 19:30 Uhr

Buxtehude. Nach mehrwöchiger Bauzeit steht die Sanierung der Anlage kurz vor dem Abschluss. „Wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, können wir in wenigen Tagen die Bauabnahme machen und dann den Platz wieder freigeben“, zeigt sich Annalena Brockmann von der städtischen Fachgruppe Gebäude- und Grundstücksbewirtschaftung zuversichtlich.

Bald kann hier wieder Ecke gegeben werden.

Bald kann hier wieder Ecke gegeben werden. Foto: Weil

Als Projektleiterin begleitet sie die Baumaßnahme. 2010 war der Kunstrasen im Jahnstadion angelegt worden. Nun, nach 15 Jahren intensiver Nutzung, hat der Spezialbelag das Ende seiner Lebensdauer erreicht. „In den besonders belasteten Bereichen, beispielsweise bei den Toren, war deutliche Abnutzung zu erkennen“, berichtet Brockmann.

Die Tragschicht soll zwei oder drei Runden schaffen

Die Vorbereitungen für die Sanierung liefen bereits seit 2025 gemeinsam mit dem Planungsbüro GHP aus Hamburg. Als ersten Schritt untersuchte ein Gutachter stichprobenartig den Zustand des Belages, um Genaueres über den Gesamtzustand zu erfahren. Die zuunterst liegende Tragschicht schien sehr gut erhalten, und nachdem die obere Rasenschicht heruntergerollt war, zeigten sich nach Baustart keine größeren Probleme.

„Der eigentliche Rasen muss nach 15 Jahren ausgetauscht werden. Die Tragschicht dagegen ist für zwei Sanierungszyklen, also etwa 30 Jahre, ausgelegt. Manchmal schafft sie sogar eine dritte Runde“, erklärt die Projektleiterin. Die Arbeiten im Jahnstadion werden von der auf Sportböden spezialisierten Fachfirma Polytan ausgeführt. Das weltweit tätige Unternehmen übernimmt alle Aufgaben inklusive der Entsorgung des alten Materials.

Kunstrasenmischung ist Sondermüll

Bei der Neuanlage 2010 war der Rasen mit einer Mischung aus Sand und Kunststoffgranulat verfüllt worden, wie es damals Stand der Technik war. Es ist bislang nicht möglich, diese Mischung in ihre Bestandteile zu trennen, um sie wiederzuverwerten.

Bald fertig: Noch fehlen einige Linien.

Bald fertig: Noch fehlen einige Linien. Foto: Wisser

Darum muss das Gemisch als Sondermüll entsorgt werden. Der Kunststoff des eigentlichen Rasens wird recycelt. Bei der Neuanlage wird auf Umweltverträglichkeit geachtet.

Er hat Kunstrasenplätze in ganz Europa verlegt

Polytan setzt auf einen hohen Anteil an Recyclingmaterial, und der neue Rasen wird nur mit Sand verfüllt. Laut Projektleiterin Brockmann ist dies der neueste Standard, um spätere Probleme bei der Entsorgung zu vermeiden. Zwischen der alten Tragschicht und dem neuen Rasen wurde kurz vor Pfingsten eine neue Ausgleichsschicht aufgebracht. Diese gleicht Unebenheiten aus und schafft ein minimales Gefälle zu den Platzrändern. Das sorgt dafür, dass Regenwasser abfließt.

Um diese Schicht wirklich ungestört aushärten zu lassen, hat die Stadt entschieden, das Jahnstadion über das lange Pfingstwochenende komplett zu sperren. Mittlerweile leuchtet die Fläche wieder im satten Grün des Rasens. Am Mittwochmorgen verlegten Carlos Barros und seine Kollegen mit Präzision die weißen Linien auf dem Platz.

Der Handwerker hat Sportanlagen in ganz Europa gebaut. Nun sorgt er dafür, dass die Fläche in Buxtehude wieder aussieht wie ein richtiger Fußballplatz. Günter Römer, Fußballabteilungsleiter bei der SG Buxtehude-Altkloster, freut sich über den Fortgang der Arbeiten. Er ist gespannt auf das Spielgefühl auf dem neuen Platz.

Vandalismus: Soll der Platz eingezäunt werden?

Die Sanierung ist aus seiner Sicht überfällig gewesen. Er berichtet, der alte Belag sei „untragbar“ gewesen und habe reichlich Risse und Löcher aufgewiesen. „Jetzt sieht alles sehr schick aus. Hoffen wir, dass es lange so bleibt“, so Römer. Er wünscht sich, dass der Platz eingezäunt wird und nur die Vereine Zugang bekommen. Durch die öffentliche Nutzung leide die Fläche stark. Sie werde mit Fahrrädern und E-Scootern befahren, und sogar ein Grill sei dort aufgestellt worden. Mit den anderen Vereinen sowie der Stadt sei er im Gespräch gewesen, wobei die Vereine seinen Wunsch unterstützten.

„Wenn man da einen Zaun drum baut, haben wir keine Probleme mehr mit solchen Beschädigungen“, hofft er.

Budget für neuen Kunstrasenplatz wird nicht ausgeschöpft

Vandalismus, etwa zerschnittene Tornetze, sei ein Problem. Dass sein Vorschlag bei der Stadt und in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden dürfte, ist ihm bewusst. Zufriedenheit dürfte dagegen im Stadthaus über den finanziellen Aspekt der Sanierung herrschen: Die im Haushalt vorgesehenen 650.000 Euro werden aller Voraussicht nach nicht voll ausgeschöpft werden müssen.

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